Baustoffhersteller spricht von „fairem Beitrag“

Holcim senkt Frachten um 13,7 Prozent

Holcim Silozug Foto: Holcim Deutschland

Der Baustoffhersteller Holcim kündigt seinen Spediteuren in einem Brief eine Frachtreduktion um 13,7 Prozent an. Ein persönliches Gespräch darüber sei nicht möglich.

Der Baustoffhersteller Holcim Deutschland reduziert seinen Transport- und Logistikdienstleistern die Frachten um 13,7 Prozent. Die am 6. April angekündigten neuen Bedingungen sollten zum 15. April wirksam werden, teilt das Unternehmen in einem Schreiben mit, das eurotransport.de vorliegt. Der Einkaufs- und der Logistikleiter argumentieren in dem Brief, dass sich im Logistiksektor eine sinkende Auslastung im zweiten Quartal abzeichne und fallende Dieselpreise zu einer stark veränderten Kostensituation im Transportgewerbe führten. „Beides hat heute bereits deutlich sinkende Marktpreise für Transporte zur Folge.“

Holcim: Frachtreduktion ist angemessener und fairer Beitrag

Die Holcim-Unterzeichner teilen ihren Spediteuren weiter mit, dass sie ihnen die Möglichkeit einräumen, auch in dieser außergewöhnlichen Krise eine weitere Zusammenarbeit mit Holcim in Deutschland sicherzustellen. „Daher erachten wir eine Reduzierung der Fracht um 13,7 Prozent als angemessenen und fairen Beitrag.“ In dem Schreiben weisen der Einkaufs- und der Logistikleiter ferner darauf hin, dass sie „aufgrund der aktuellen Umstände“ derzeit nicht in der Lage seien, sich in einem persönlichen Gespräch mit ihren Logistikdienstleistern zu diesem Thema auszutauschen. Sie sehen in der Frachtenanpassung „eine gemeinsame Anstrengung, um diese schwierigen Zeiten durchzustehen“.

Unverständnis bei Transport- und Logistikpartnern von Holcim

Das Schreiben löst bei den betroffenen Holcim-Partnern großes Unverständnis aus. „Wir melden Kurzarbeit an und bekommen dazu die Frachten gekürzt“, kommentiert einer der betroffenen Transport- und Logistikunternehmer.

Holcim Deutschland mit Zentrale in Hamburg zählt mit rund 2.100 Mitarbeitern an 150 Standorten in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich zu den führenden Baustoffherstellern. Er produzierte 2018 rund 5,5 Millionen Tonnen Zement, 17,3 Millionen Tonnen Gesteinskörnungen und 2,6 Millionen Kubikmeter Transportbeton, wie aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2018 hervor geht. Im Juli 2015 war Holcim mit Lafarge zur Lafarge-Holcim-Gruppe verschmolzen.

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