Bauma 2019

Trailerbranche rüstet auf für Bauprojekte

Bauma 2019 SKI SR Thermo Foto: Schmitz Cargobull 11 Bilder

Auf der Bauma präsentiert sich die Trailerbranche von ihrer robusten, aber auch technisch hoch innovativen Seite. Hydraulisch betätigte Zusatzantriebe liegen hier im Trend. Alle Neuheiten finden Sie auf der eurotransport.de Bauma-Themenseite.

Laut dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) legte das Bausegment 2018 auf einen Gesamtumsatz von rund 121 Milliarden Euro zu, ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Jahr 2017. Ins Rennen um die lukrativen Aufträge am Bau schickt Fliegl die jüngste Version des Dreiachssattelkippers Stone Master. Die konisch geformte Stahlmulde mit 25 Kubikmeter Ladevolumen sitzt dabei auf dem hauseigenen Curved-Chassis, dessen Name auf die abgerundete Form im Bereich des Kingpins hinweist und zugleich für weniger Eigengewicht, mehr Stabilität und Rangierspielraum steht. Zudem spart Fliegl durch Leichtbauweise weitere Pfunde ein, sodass das am Messestand FN.826/1 ausgestellte Fahrzeug laut Hersteller lediglich 5.500 Kilogramm auf die Waage stellt. Komplettiert wird das Messeportfolio durch den 2017 zugekauften österreichischen Fahrzeugbauer Hangler (Stand FN 721/9), der das standardisierte Fahrzeugprogramm um individuell konfigurierbare Tieflader erweitert.

Der Trend geht zu hydraulisch angetriebenen Trailerachsen

Meiller (Stand FN.824/9) legt dagegen den Fokus auf Bedienkomfort. Die weiterentwickelte "i.s.a.r.-control 3"-Fernbedienung für Kippsattelauflieger, -aufbauten und Abrollkipper wartet dabei erstmals mit einem Display und Joystick auf, womit sich alle Aufbaufunktionen steuern lassen. Die Steuerung ist kompatibel mit allen Meiller-Fahrzeugen, da im Display automatisch nur die im Kundenfahrzeug verbauten Funktionen angezeigt werden. Zum Einsatz kommt die i.s.a.r.-control 3 auch im neuen Abrollkipper RS 26 für Drei- bis Vierachsfahrzeuge. Laut Meiller ist der RS26 mit einer Hublast von 26 Tonnen, einer Gewichtsreduzierung von rund 850 Kilogramm und einer verdoppelten Arbeitsgeschwindigkeit das leichteste, schnellste und stärkste Fahrzeug in diesem Segment. Ebenfalls kraftvoll und ein klarer Trend sind Kippsattelauflieger mit hydraulisch angetriebener dritter Trailerachse. Nicht nur Schwarzmüller (Stand FN.825/2) setzt bei seiner 5.300 Kilogramm leichten Stahlsegmentmulde dabei auf die Trailerachse SAF Intra Disk Trak, auch Kögel (Stand FN.928/1) rüstet seinen speziell auf Fahrerbedürfnisse zugeschnittenen Kögel Trucker Tipper (Stand FN.822/2) mit dem Achsaggregat von SAF-Holland aus. Die Versorgung der 9-Tonnen-Achse erfolgt über die Zugmaschinenhydraulik und wird per Knopfdruck aktiviert. Der Schub erfolgt dabei in Intervallen und wird automatisch deaktiviert, sobald die Zugmaschine wieder aus eigener Kraft ausreichend Vortrieb erzeugt.

BPW Bergische Achsen - Active Reverse Control Foto: BPW
Die elektrisch-hydraulische Trailerlenkachse Active Reverse Control präsentiert BPW erstmals auch für Tieflader. Die nachrüstbare Systemachse wird unter anderem von Schwarzmüller verbaut.

Eine vergleichbare Philosophie verfolgt inzwischen auch BPW (Stand FN.822/2) mit dem hydraulischen Agro-Drive-Aggregat. Entwickelt für die Landwirtschaft soll der Agro Drive – ausgestattet mit zwei Antriebsstufen und Freilauf – laut Hersteller künftig auch im Bausegment für bis zu 25 Prozent mehr Traktion sorgen. Ebenfalls hydraulisch betätigt: die Zusatzlenkung Active Reverse Control (ARC), die jetzt auch für Tieflader verfügbar ist. Die Lenkung erkennt per Elektronik Lenkwinkel und Fahrtrichtung automatisch. Sobald der Fahrer den Rückwärtsgang einlegt, wird ARC über den Rückfahrscheinwerfer sowie den Drehzahl- und Drehrichtungssensor aktiviert. Beim Vorwärtsfahren bleibt das System passiv, und die Lenkung erfolgt mechanisch über den Nachlauf. Zunehmend digitaler werden auch die Kipper von Schmitz Cargobull (SCB). Der am Stand B4.313 erstmals vorgestellte Sattelkipper S.KI Smart verfügt über die hauseigene Trailertelematik Trailer Connect, die neben EBS-Betriebsdaten und GPS-Tracking auch über Bremsverschleißanzeige, RDKS, Reifendruckbefüllsystem und Kilometerzähler verfügt. Abgerundet wird das SCB-Digitalprogramm durch die neueste Version der Smartphone-Fernsteuerung S.KI Control, die optional auch in den Straßenbaumulden S.KI SR (Stahlrundmulde) und S.KI SR AK (Aluminiumkastenmulde mit 310 Kilogramm leichter Isolierung) zum Einsatz kommt.

Faymonville präsentiert Blademax für überlange Windflügel

Eine Trailertelematik stellt auch Tiefladerexperte Doll (Stand FN.830/1) auf der Bauma vor. Doll Connect erfasst über die Sensorik der hauseigenen Fernsteuerung Doll tronic alle transportrelevanten Fahrzeugparameter, aber auch Daten wie Achslast, Zentralschmierung und Reifendruck. Zum Einsatz kommen Doll tronic und Doll connect unter anderem im Tieflader Panther T3E-0S3FZ25, der laut Hersteller auf seinen drei einzelradaufgehängten Achslinien ein schweres Baugerät von 46.550 Kilogramm schultern kann. Ebenfalls für schwerste Transporteinsätze geeignet ist der Sattelauflieger Euro Compact von der TII-Gruppe, zu der Scheuerle, Nicolas, Kamag und Tiiger gehören. In Ausführungen von vier Achsen bis hin zu zehn Achsen punktet der Euro Compact mit einer Nutzlast von 30 bis 115 Tonnen. Doch TII hat nicht nur Fahrzeuge für hohe Lasten, sondern auch mit extremer Überlänge im Programm. Auf dem Freigelände Nord, Stand 828, zeigt das Unternehmen aus Pfedelbach eine Systemlösung, bestehend aus einem Zweiachsdolly mit Windflügeladapter und einem Vierachsnachläufer für Rotorblätter mit mehr als 80 Meter Länge. Ebenfalls für die Längenanforderungen der Windkraftindustrie gerüstet zeigt sich der Standnachbar Faymonville. Mit der Premiere der Transportlösung Blademax (Stand 829, Freigelände Nord) demonstriert das belgische Unternehmen, dass auch überlange Windflügel dank eines um 360 Grad schwenkbaren Adapters und eines Aufstellwinkels von 90 Grad unbeschadet durch Wohn- und Waldgebiete transportiert werden können. Somit demonstrieren die Trailerhersteller auf der Bauma, dass sie für kommende Bauprojekte gerüstet ist. Auch für 2019 prognostiziert der HDB weiteres Wachstum für die Baubranche – mit einem angestrebten Umsatzvolumen von rund 128 Milliarden Euro.

Faymonville Bauma 2019 Foto: Faymonville
Durch das Zusammenspiel von Elektronik, Hydraulik und Visualisierung benötigt der Blademax von Faymonville kein Gegengewicht.

Spezialisten mit Einzelradaufhängung

Innenlader PrefaMAX Bauma 2019 Foto: Faymonville
Prefamax von Faymonville.

Mit Einzelradaufhängung und innen liegender Ladungssicherung sind Innenlader speziell für die Bedürfnisse der Fertigbetonbranche zugeschnitten. Die Faymonville-Gruppe präsentiert auf der Bauma einen gewichts­optimierten Prefamax mit einer Grundlänge von 9.500 Millimetern. Laut Hersteller verfügt das Fahrzeug über ein reduziertes Eigengewicht von 9.100 Kilogramm. Spezialist auf diesem Gebiet ist auch Langendorf und schickt den Flatliner SB-19 H 95/81 ins Rennen. Mit einem Leergewicht von 9.500 Kilogramm ist das Fahrzeug aus Waltrop zwar 400 Kilogramm schwerer als der Konkurrent aus Belgien, punktet aber mit Variabilität. Um Leerfahrten zu vermeiden, können bis zu fünf Flachpaletten, sogenannte Flats, aufgenommen werden. Der komplette Beladevorgang dauert laut Hersteller weniger als zehn Minuten.

Langendorf, Innenlader, Flatliner, Bauma 2019 Foto: Langendorf
Flatliner SB-19 H 95/81 von Langedorf.
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Lao 04 2019 Titel
lastauto omnibus 04 / 2019
9. März 2019
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