Marken
Themen
Artikel
Häufige Fragen
Videos
Who is Who
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Autonomes Fahren in der Landwirtschaft

Brückenbauer zwischen Lkw und Traktoren

Krone, Landmaschinen, Landtechnik Foto: Krone

Die Krone-Tochter Datineo entwickelt Lösungen fürs vernetzte Fahren und verknüpft damit beide Sparten des Unternehmens: die Landtechnik und die Nutzfahrzeuge.

11.09.2018 Franziska Nieß

Ein Blick in die Welt der Landmaschinen mag für manchen Kenner der Lkw-Branche wie ein Blick in die Glaskugel sein. Denn in der Landwirtschaft ist das autonome Fahren seit Jahren Normalität. Das liegt natürlich in erster Linie an den völlig anderen Rahmenbedingungen, was Jan Horstmann, Bereichsleiter Elektronik und Produktinformatik, Konstruktion und Entwicklung bei der Maschinenfabrik Bernard Krone, bestätigt: „Die Arbeit auf dem Feld lässt sich nicht mit den Bedingungen im Straßenverkehr vergleichen.“

Landmaschinen verfügen laut Horstmann über eine Vielzahl von Assistenzsystemen, bremsen und beschleunigen zum Beispiel von alleine. Seit den 2000er-Jahren haben die Krone-Landmaschinen die fürs autonome Fahren notwendige GPS-Technologie an Bord. Ein Satellitensignal-Empfänger befindet sich auf dem Dach.

„Um die exakte Position des Fahrzeugs ermitteln zu können, müssen mindestens vier Satelliten vorhanden sein. Auf diese Weise kann die Position zentimetergenau bestimmt werden“, erklärt Horstmann im Gespräch mit trans aktuell. Ein Nachteil der aufwendigen Technologie ist allerdings der hohe Preis: „Die Maschinen sind aber schnell rentabel.“

Fahrer überwacht sämtliche Prozesse

Auf dem Feld fahren Landmaschinen vor allem geradeaus, aber auch Konturen und Kreise funktionieren per Autopilot. „Trotzdem sitzt immer ein Fahrer am Steuer, der die Prozesse überwacht und in einer Gefahrensituation eingreifen kann“, erklärt Horstmann weiter. So, wie es auf der Straße in naher oder fernerer Zukunft einmal sein soll. Der Fahrer könne dabei die Hände vom Lenkrad nehmen. Sobald er jedoch eingreife, schalte sich die automatische Lenkung aus. Fährt das Fahrzeug vom Acker auf eine öffentliche Straße, übernimmt der Fahrer. „Das vollautonome Fahren, ohne Fahrer an Bord, werden wir auch bei Landmaschinen nicht in den nächsten acht Jahren erleben“, erklärt Horstmann.

Anders sei das bei kleineren Maschinen oder Robotern, die mithilfe der sogenannten Schwarm­intelligenz auf den Äckern unterwegs und miteinander vernetzt sind: „Praktisch Platooning im Kleinen.“ Allerdings fahren diese fahrerlosen Transportsysteme (FTS) ebenfalls nicht auf öffentlichen Straßen.

Damit sich das irgendwann ändert, gründete Krone im vergangenen Jahr die Firma Datineo, deren Geschäftsführer Horstmann ist. Seit 2017 entwickelt die Firma digitale Lösungen fürs vernetzte Fahren und bedient damit beide Krone-Zweige: die Landtechnik und die Nutzfahrzeuge. Ein erstes Ergebnis ist zum Beispiel die Telemetrie-Hardware-Entwicklung, die jederzeit den Fahrzeugzustand übermittelt. „Eine Grundvoraussetzung fürs autonome Fahren“, sagt Horstmann. Das nächste Projekt sei eine Kamera­technologie zur Prozess- und Funktionsüberwachung. Und auch mit Sensoren, zum Beispiel zur Hinderniserkennung, beschäftigen sich die Datineo-Mitarbeiter in enger Zusammenarbeit mit der Krone-Entwicklungsabteilung. Es tut sich also einiges, damit es auch bei den Nutzfahrzeugen nicht beim Blick in die Glaskugel bleibt.

Kostenloser Newsletter
eurotransport.de Webshop
WhatsApp-Newsletter