ASA-Verband Immer mehr Assistenzsysteme

Foto: Spedition Brucker

Die Zahl der Assistenzsysteme im Lkw steigt. Welche neuen Herausforderungen damit für Nfz-Werkstätten verbunden sind, erklärt der Experte des ASA-Verbands, Bernhard Hoffmann.

Der Trend lässt sich seit Jahren beobachten: Immer mehr Fahrerassistenzsysteme werden in Lkw verbaut. Aus guten Gründen. So hat der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) mit der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft und der Versicherung Kravag bereits vor Jahren in einem Feldversuch mit mehr als 1.000 Fahrzeugen nachgewiesen, dass mit Fahrerassistenzsystemen ausgestattete Lkw eine um 34 Prozent niedrigere Unfallwahrscheinlichkeit aufweisen als gleichartige Referenzfahrzeuge.

Foto: WabcoWürth
Durch immer mehr Assistenzsysteme wird der Austausch von Teilen zunehmend komplexer. WabcoWürth hat daher eine fahrzeugübergreifende, mobile Lösung zur Kalibrierung der Assistenzsysteme realisiert.

Fahrerassistenzsysteme in modernen Lkw

Gesetzlich vorgeschrieben sind der Notbremsassistent und die Spurverlassenswarnung. Der Abbiegeassistent ist zwar noch nicht gesetzlich vorgeschrieben, doch in einigen Lkw-Modellen ist er inzwischen serienmäßig verbaut. Ein weiteres für viele Lkw verfügbares Fahrerassistenzsystem ist das topografiebasierte Adaptive Cruise Control (ACC) über GPS und Cloud. Beim ACC handelt es sich um eine automatische Distanzregelung und damit um einen intelligenten Tempomaten. Eine vom Fahrer eingestellte Geschwindigkeit wird vom ACC nicht nur gehalten, sondern in Abhängigkeit vom vorausfahrenden Verkehr via Bremsen und Beschleunigen im Rahmen der Systemgrenzen auch angepasst.

Das Thema Fahrerassistenzsysteme wird auch für Werkstätten künftig immer wichtiger werden. „Systeme, die es bereits in Pkw gibt, werden künftig auch in Nfz und Lkw Einzug halten, oder es gibt sie dort bereits“, erklärt Bernhard Hoffmann, Mitglied im Vorstand des Werkstatt­ausrüsterverbands ASA, gegenüber ­WERKSTATT aktuell. „Nfz-Werkstätten müssen darauf vorbereitet sein, die Fahrerassistenzsysteme zu kalibrieren, zum Beispiel nach einem Tausch der Windschutzscheibe oder nach einem Unfall“, sagt der Experte.

Bernhard Hoffmann ist seit vielen Jahren Leiter des ASA-Fachbereichs Reifendienst und Achsmessgeräte und als solcher auch Mitglied im ASA-Vorstand. Foto: ASA-Verband
"Bei der Kalibrierung haben freie und vertragsgebundene Nfz-Werkstätten die gleichen Voraussetzungen", sagt Bernhard Hoffmann, Leiter des ASA-Fachbereichs Reifendienst und Achsmessgeräte und Mitglied im ASA-Vorstand

Equipment für die Kalibrierung der ­Fahrerassistenzsysteme notwendig

Für die Kalibrierung der Fahrerassistenzsysteme müssen die Betriebe entsprechendes Equipment anschaffen. In der Regel handelt es sich hierbei um ein System, das die fahrzeugspezifischen Kalibriertafeln enthält; und auch ein Diagnosegerät, das an die OBD-Schnittstelle im Fahrzeug angeschlossen wird. „Ein Achsmessgerät für Nfz macht zusätzlich Sinn, da es zur Ausrichtung der Kalibriertafeln verwendet werden kann und zusätzlichen Umsatz in der Werkstatt generiert“, führt der Experte weiter aus.

Haben freie und vertragsgebundene Nfz-Werkstätten hier die gleichen Voraussetzungen? „Prinzipiell ja, denn es gibt hersteller­unabhängige Systeme und Diagnosegeräte zum Kalibrieren auf dem Markt“, erläutert Hoffmann.

Fahrerassistenzsysteme künftig Teil der HU

Was die Hauptuntersuchung (HU) betrifft, so wirkt der ASA-Verband auf Neuerungen hin. „Um die Überprüfung der Fahrerassistenzsysteme während der Hauptuntersuchung einzuführen, arbeitet der ASA-Verband mit der Europäischen Kommission und den Prüforganisationen zusammen“, berichtet Hoffmann. In welchem Zeitrahmen dies allerdings geschehen werde, sei noch nicht klar.

Nach den Beobachtungen Hoffmanns bedürfen besonders Frontkameras häufig einer Kalibrierung. Schließlich muss die Frontkamera bei jedem Tausch der Windschutzscheibe entfernt werden. Und damit wird die Verbindung der Kamera zur ECU unterbrochen. Lohnt es sich, grundsätzlich bei Assistenzsystemen immer Originalteile zu verbauen? „Definitiv ja“, meint der Experte des ASA-Verbands. Denn: „Bei den Fahrerassistenzsystemen geht es immer um Sicherheit.“

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