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Alternative Kraftstoffe

Klimafreundliche Verbrenner etablieren

Lkw und Pkw auf einer Autobahn Foto: Alev Atas/ETM

Die Landesregierung Baden-Württemberg, das Institut KIT sowie industrielle Partner wollen Alternativen zu fossilen Treibstoffen etablieren.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) gab in Karlsruhe den Startschuss für ein neues Projekt im Rahmen des Strategiedialogs Automobilwirtschaft (SDA). Der von fossilen Kraftstoffen getriebene Individual- und Schwerlastverkehr trägt nach Angaben des Stuttgarter Verkehrsministeriums deutschlandweit zu 20 Prozent zum Ausstoß von CO2 und damit wesentlich zum Klimawandel bei.

Synthetische Kraftstoffe lassen sich den Angaben nach auch aus nicht-fossilen Kohlenstoffquellen herstellen und können so helfen, das Klima zu schützen. Dazu zählt unter anderem auch die direkte Umwandlung von CO2 und erneuerbarem Wasserstoff in synthetische Kraftstoffe.

Mit dem Projekt „Re-Fuels – Kraftstoffe neu denken“ wird das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zusammen mit Partnern aus der Automobil-, Automobilzuliefer- und Mineralölindustrie sowie mit Förderung der Landesregierung Baden-Württembergs die Chancen dieser Kraftstoffe untersuchen.

Einsparungen beim CO2-Ausstoß

Auf dem Gelände der Mineralölraffinerie Oberrhein (Miro) in Karlsruhe erklärte dazu Verkehrsminister Hermann bei der Auftaktveranstaltung: „Mit dem Projekt ‚Re-Fuels‘ wollen wir das Potenzial synthetischer Kraftstoffe von deren Herstellung mit erneuerbaren Energien, über den Einsatz in Fahrzeugen bis hin zu den Szenarien einer Markteinführung, zum ersten Mal in seiner gesamten Bandbreite untersuchen. Für den Klimaschutz müssen wir alle Register ziehen, das heißt alle Technologien nutzen.“ Der Minister zeigt sich überzeugt davon, dass regenerative neue Kraftstoffe den Verbrennungsmotor klimafreundlich machen können.

Lücke beim Klimaschutz

„Die Lücke beim Klimaschutz lässt sich nicht allein durch den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel oder E-Mobilität, sondern nur durch ein Paket verschiedener Maßnahmen schließen“, erläutert Minister Hermann. Baden-Württemberg habe deshalb gemeinsam mit anderen Bundesländern vorgeschlagen, den Anteil erneuerbarer Energien im Kraftstoffmix deutlich zu erhöhen.

Nachhaltig zugängliche Rohstoffe

Im Projekt „Re-Fuels – Kraftstoffe neu denken“ werden Verfahren betrachtet, mit denen Otto- und Dieselkraftstoffe auf Basis erneuerbarer Energien und aus nachhaltig zugänglichen Rohstoffen auch in größerem Maßstab produziert werden können. Untersucht wird, wie sich die regenerativ erzeugten Kraftstoffe auf den Schadstoffausstoß der bestehenden Flotte und auf die Funktion der Fahrzeuge, sowie einzelner Komponenten auswirken. Parallel sollen Gesellschaft und Verbraucher schon heute die neuartigen Kraftstoffe akzeptieren.

Beitrag zu nachhaltigem Verkehr

„reFuels sind ein wichtiger Schritt hin zum Wirtschaften in einem geschlossenen CO2-Kreislauf“, erklärt Professor Thomas Hirth, Vizepräsident des KIT für Innovation und Internationales, der das Projektkonsortium leitet. „Regenerative Kraftstoffe können entlang der gesamten Wertschöpfungskette zukünftig ganz neue Geschäftsfelder eröffnen. Da Effizienzgewinne bei Benzin- und Dieselmotoren in den vergangenen Jahren durch die Zunahme des Verkehrs und größere Fahrzeuge ausgeglichen wurden, aber Verbrennungsmotoren bei der Beförderung schwerer Lasten und auf weiten Strecken auf absehbare Zeit weiter eine wichtige Rolle spielen werden, können umweltfreundliche und motorenverträgliche synthetische Kraftstoffe einen substantiellen Beitrag für einen nachhaltigeren Verkehr leisten“, sagt Thomas Hirth.

Schrittweiser Übergang

MiRO-Geschäftsführer Ralf Schairer sieht das Projekt als Chance, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten: „Die Herstellung synthetischer Kraftstoffe in vorhandenen Raffinerie-Infrastrukturen ermöglicht einen schrittweisen Übergang und perspektivisch sogar treibhausgasneutrale Kraftstoffe. Die bekannten Vorteile flüssiger Kraftstoffe wie hohe Energiedichte und einfache Speicher- und Transportierbarkeit bleiben erhalten. Gleichzeitig werden die Klimaziele erreicht.

Zwei Plattformen für „Re-Fuels“

Mit „bioliq“ und dem „Energy Lab 2.0“ verfügt das KIT über zwei Plattformen für die Herstellung von „Re-Fuels“. Für das bioliq-Verfahren, mit dem hochwertige Kraftstoffe aus biogenen Roh- und Reststoffen wie etwa Stroh erzeugt werden, existiert eine Pilotanlage, die Ottokraftstoffe liefert. Das Energy Lab 2.0 ist ein weltweiter Anlagenverbund, der moderne Technologien zur Erzeugung und Nutzung elektrischer, thermischer und chemischer Energie wie beispielsweise Gasturbinen, Power-to-Methan und Wasserelektrolyse verknüpft und in Kürze unterschiedliche Kraftstoffkomponenten wie Dieselkraftstoffe oder Jetfuels produzieren soll.

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