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Alle Teststationen auf einem Blick

Neue Schnelltestmöglichkeit in Richtung Italien

Foto: Thomas Küppers

Der Spedition Dettendorfer und den bayerischen Logistikverbände LBS und LBT ist es gelungen, ab heute für die Transporte in Richtung Italien eine Corona-Schnellteststation auf bayerischer Seite zu errichten.

Die Station soll ab dem frühen Montagmorgen, 1. März, in Betrieb gehen und befindet sich am Inntaler Autohof Raubling, Inntalautobahn A 93, Ausfahrt 57, Reischenhart. Dort besteht auch eine Parkmöglichkeit für 100 bis 130 Lkw. Die Tests sind für die Fahrerinnen und Fahrer kostenlos. Geöffnet ist die Station täglich von 5 bis 21 Uhr.

Nach Angaben der Verbände waren dem Start intensive Bemühungen von Unternehmerseite – insbesondere dem Autohof Raubling, Teil der Dettendorfer Unternehmensgruppe – sowie der Politik und der Regierung von Oberbayern vorausgegangen. Bisher habe es in Fahrtrichtung Süden an einer solchen Einrichtung gefehlt.

Bessere Transportabläufe möglich

"Wir hoffen, dass mit diesem Angebot die Situation für die Transportabläufe mit Tirol und Italien über die Inntal- und Brennerroute etwas entspannt werden kann. Hier hat dringender Handlungsbedarf bestanden, um die Versorgung der Verbraucher sicherzustellen und die Arbeitsbedingungen der Fahrerinnen und Fahrer zu verbessern“, so die Verbandsvertreter Sabine Lehmann, Geschäftsführerin des Landesverband Bayerischer Spediteure (LBS), und Sebastian Lechner, Geschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT).

Kritik an Test- und Nachweispflichten

Die Verbände betonen, dass sie die neue Corona-Schnellteststation unabhängig davon begrüßen, dass sie ihre Kritik an Test- und Nachweispflichten aufrechterhalten, die aus Branchensicht unverhältnismäßig sind. Gleichzeitig machen Lehmann und Lechner deutlich: „Ob ein dauerhafter Betrieb der Station gewährleistet werden kann, hängt unter anderem von der Frequentierung und den weiteren Gesprächen mit der Regierung von Oberbayern ab.“

Die Station ist daher vorerst von Montag bis Mittwoch 3.März geöffnet. „Dann möchte die Politik evaluieren und weitere Entscheidungen treffen“, sagt Spediteur Georg Dettendorfer von der Johann Dettendorfer Spedition Ferntrans. Der Autohf gehört seit 2020 zur Unternehmensgruppe. Persönlich wäre der Unternehmer für einen Weiterbetrieb, schon allein wegen des Bedarfes. "Jede Teststation kann maximal 500 Tests pro Tag ausführen; pro Tag sind aber tausende Lkw im Transit durch Österreich nach Italien unterwegs".

Laut dem Unternehmer entstand die Idee für die Teststation kurz nach der Ankündigung Bayerns, aufgrund der Corona-Mutationen die Grenze zu Österreich zu kontrollieren - denn es gab zum Beginn der Grenzkontrollen keine Testmöglichkeiten auf bayrischer Seite. „Wenn nicht in den ersten 14 Tage Österreich und Italien reagiert hätten, wüssten wir nicht, wie wir das Fahrpersonal testen lassen sollen“, sagt Dettendorfer auf Anfrage von eurotransport.de. „Apotheken und Arzt-Praxen haben in der Regel keine Lkw-Parkplätze!“

Fahrer ohne Nachweis müssen bei Verona Nord raus

Österreich kontrolliert selbst seine Außengrenzen und die Binnengrenzen zu seinem Bundesland Tirol. Unterwegs sein darf nur, wer einen negativen Corona-Test mit sich führt, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Nach Angaben des Betreibers der Brennerautobahn A22 werden aus Richtung Italien bereits bei Verona Nord jene Autobahnbenutzer herausgefiltert, die nicht über die notwendigen Dokumente für die Einreise nach Österreich verfügen. Dieselben Kontrollen werden auch an den Autobahneinfahrten nördlich von Verona durchgeführt. Diese soll Megastaus vor den Grenzen verhindern.

Auch in die andere Richtung gibt es für Lkw-Fahrer Schwierigkeiten: Italien kontrolliert inzwischen bei der Einreise auch Fahrer des Güterverkehrs auf Covid-19; Fahrer, die sich in den vergangenen 14 Tagen länger als zwölf Stunden in Österreich aufgehalten haben, müssen bei der Kontrolle einen maximal sieben Tage alten negativen Antigen- oder PCR-Test sowie eine Eigenerklärung vorlegen.

Station testet auch Pendler

Die mobile Station am Inntaler Autohof wird von demnach von dem Anbieter Centogene im Auftrag der Regierung von Oberbayern betrieben. Es können PCR und Antigen-Schnelltests gemacht werden. Die Beteiligten rechnen mit rund 200 bis 400 Tests täglich. Positiv: Nicht nur Lkw-Fahrer können sich testen lassen ­ die Station steht auch Pendlern und weiteren Bürgern zur Verfügung.

"Es kann nicht sein, dass man die Grenzen wegen Corona schließt, aber keine Testmöglichkeiten anbietet", sagt Georg Dettendorfer. Dessen Unternehmen mit Sitz in Nußdorf/Inn ist von den jüngsten Regelungen zum Grenzübertritt ebenfalls betroffen, rund 150 Lkw sind demnach täglich in Richtung Tirol und Italien und zurück unterwegs. Ohne Tests bleibe den Unternehmen im Alpentransit nur übrig, die Fahrer auf lange Umwege zu schicken entweder über die Tauernstrecke oder die Schweiz. "Als Folge passt für viele Unternehmen die ganze Lieferkette nicht mehr", sagt Dettendorfer.

Teststationen in Italien

Teststationen befinden sich in Richtung Deutschland aus Italien kommend am Autohof Sadobre in Sterzing sowie im Güterverkehrszentrum in Trient, diese Schnelltests sind ausschließlich für Lkw-Fahrer, die über die Grenze nach Österreich fahren wollen. Fahrer müssen dabei in der Regel laut Dettendorfer 25 bis 75 Euro für einen Test zahlen.

Teststationen in Österreich

In Österreich können sich Fahrer am Autobahnparkplatz Münster-Nord (Richtungsfahrbahn Innsbruck) testen lassen, seit dem 1. März gibt es auch eine Teststation am Parkplatz „Nößlach“ der Brennerautobahn, die von beiden Fahrtrichtungen anfahrbar ist. Laut österreichischen Medien stehen damit am österreichischen Abschnitt des Brennerkorridors drei Teststationen (Münster, Angath, Nößlach) speziell für Lkw-Fahrer zur Verfügung. "Das ist vor allem für die Fahrer empfehlenswert, die über Norditalien hinaus noch weiter in den Süden fahren müssen und daher ein länger gültiges Testergebnis brauchen", sagt Dettendorfer.

Aktualisierung am 10. März: Nach Auskunft von LBS und LBT hat die Regierung von Oberbayern jetzt den Betrieb der Corona-Schnellteststation am Inntaler Autohof in Raubling wegen der starken Nachfrage „unbefristet“ verlängert.

Aktualisierung am 31. März: LBS und LBT teilen mit, dass die Corona-Schnellteststation für Lkw-Fahrer/innen und Pendler/innen am Inntaler-Autohof in Raubling gemäß Mitteilung der Regierung von Oberbayern bis auf Weiteres auch über die Oster-Feiertage hinaus in Betrieb bleibt.

Die Öffnungszeiten sind wie folgt:

  • Kalenderwoche 13:
    Montag bis Donnerstag von 05:00 Uhr bis 21:00 Uhr;
    Karfreitag geschlossen;
    Karsamstag von 05:00 Uhr bis 13:00 Uhr;
    Ostersonntag und Ostermontag geschlossen.
  • Kalenderwoche 14:
    Dienstag bis Freitag von 06:00 Uhr bis 21:00 Uhr;
    Samstag 05:00 Uhr bis 13:00 Uhr.

LBS und LBT danken allen beteiligten Ministerien und Behörden für deren Bereitschaft, unabhängig von der Risikoeinstufung der Nachbarländer den Betrieb der Teststation weiterhin aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig äußern sie die Bitte, dies auch über die kommenden Wochen hinaus zu tun.

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