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Aktion Abbiegeassistent

BMWI fördert Nachrüstungen

Foto: Wüllhorst

Weiterentwicklungen machen Abbiegeassistenten fit – Förderprogramm des BMVI startet.

Schüttsteine oder Sand transportieren die beiden Lkw des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Meppen beispielsweise zur Instandhaltung des Dortmund-Ems-Kanals. Dazu befahren der MAN TGS und ein Mercedes-Benz Atego häufig die schmalen Wirtschaftswege direkt am Kanal. Und beide Fahrzeuge sind mit Abbiegeassistenten ausgestattet – nachgerüstet im Jahr 2018 von der Fahrzeugbaufirma Wüllhorst in Selm. Und weil das WSA Meppen eine nachgeordnete Behörde des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ist, zählen die Fahrzeuge zu den elf Lkw des BMVI-eigenen Fuhrparks, die im Jahr 2018 mit Abbiegeassistenzsystemen nachgerüstet wurden. Bis Ende des Jahres 2019 will das BMVI seinen kompletten Fuhrpark entsprechend ausgestattet haben.

WSA Meppen hat nachgerüstet

Damit auch andere Unternehmen ihren Fuhrpark umrüsten und Neufahrzeuge gleich mit der lebensrettenden Zusatzfunktion beschaffen, hat Minister Scheuer die „Aktion Abbiegeassistent“ ins Leben gerufen. Seit dem Start im Juli 2018 mit elf Sicherheitspartnern sind es mittlerweile 44 Betriebe, die sich beteiligen. Im niedersächsischen Meppen jedenfalls sind die beiden Abbiegeassistenten in den Tagesbetrieb integriert. Klares Resümee für Alfred van Dülmen, der beim WSA Meppen für Bau und Unterhaltung der Maschinentechnik zuständig ist: „Das von uns verwendete System eines Abbiegeassistenten mit Sieben-Zoll-Flachbildschirm im Fahrerhaus, Kamera am Windabweiser rechts, Sensoren und mitblinkenden Seitenmarkierungsleuchten funktioniert gut.“ Nur: Auf den sehr schmalen Leinpfaden entlang des Kanals erkannte der Abbiegeassistent zunächst jeden Baum und löste den Warnton aus. „Das war für den Fahrer kontraproduktiv“, sagt van Dülmen weiter. Also habe man sich mit Wüllhorst zusammengesetzt, der das ursprünglich von Anton Klott, Edeka Südbayern, erfundene System weiterentwickelte.

„Wenn unser Lkw im Schritttempo mit eingeschalteter Warnblinkanlage auf dem Wirtschaftsweg fährt, dann wird der Abbiegeassistent deaktiviert“, berichtet van Dülmen. Das geschieht mittels einem nachträglich eingebauten Relais. Wer dagegen im Stadtverkehr mit Schritttempo unterwegs sei, könne das System nicht deaktivieren, denn er habe bei diesen Normalfahrten keine Warnblinklichter eingeschalten. Wenn im kommenden Jahr die Ersatzbeschaffung eines Lkw ansteht, dann werde dieser gleich mit diesem Abbiegeassistenten ausgeschrieben. Den Abbiegeassistenten bietet Fahrzeugbauer Wüllhorst als Bausatz zum Preis von 690 Euro an. Dazu komme der Einbau, der je nach Fahrzeugtyp etwa einen Tag Arbeitszeit in Anspruch nehme, so Geschäftsführer Heinrich Wüllhorst. „Wer als Unternehmer seinen Fahrern alles gönnt, was Sicherheit angeht, bietet ihnen einen sicheren Arbeitsplatz“, sagt er. Von seinem System, das alle Anforderungen zur Förderung erfüllt, ist er überzeugt. Der Bildschirm, an dem sich der Abstand des Radfahrers digital ablesen lässt, ist nahe des großen Spiegels angebracht, immer im Blickfeld des Fahrers. Vorne am Windleitblech wird die Kamera installiert: „So kann ich dem Radfahrer in die Augen sehen.“

Das BMVI-Förderprogramm

Schon vor dem verbindlichen Einführungsdatum auf ­EU-Ebene sollen Unternehmen auf Abbiegeassistenten setzen. Für Nutzfahrzeuge ab 3,5 Tonnen können sie ein Förderprogramm des BMVI in Anspruch nehmen, für das voraussichtlich fünf Jahre lang jährlich fünf Millionen Euro bereit stehen. Förderfähig sind Abbiegeassistenzsysteme, welche die am 15. Oktober 2018 im Verkehrsblatt veröffentlichten technischen Kriterien erfüllen. Die administrative Umsetzung erfolgt über das Bundesamt für Güterverkehr (BAG).

Anträge können ab dem 21. Januar 2019 gestellt werden.

Weitere Informationen unter www.bag.bund.de

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
trans aktuell 02-03 2019 Titel
trans aktuell 02-03 / 2019
18. Januar 2019
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