ADAC testet Kleintransporter Vans als Sicherheitsrisiko

NCAP - Vergleichstest Transporter bis 3,5t Foto: ADAC/Uwe Rattay

Vernichtendes Ergebnis vom ADAC: Keines der 19 getesteten Modelle in Deutschland hat serienmäßig einen Notbremsassistenten.

Mehr Sicherheit gibt es auch im Jahr 2022 immer noch nur gegen Aufpreis. Zu diesem vernichtenden Urteil kommt der Autoclub ADAC und verweist auf aeine aktuelle Untersuchung von 19 in Deutschland erhältlichen Modellen an Kleintranportern bis zu 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht.

Nur ein Transporter empfehlenswert

Transporter mit deutscher Serienausstattung Foto: ADAC

Kleintransporter bis 3,5 Tonnen prägen das Straßenbild in Deutschland: Vor allem KEP-Dienste sowie Handwerker sind mit den Vans unterwegs. In einem ersten Test hatten der ADAC und Euro NCAP – die Gesellschaft europäischer Verkehrsministerien, Automobilclubs und Versicherungsverbände mit Sitz in Brüssel – im Jahr 2020 wissen wollen, wie es um die Sicherheit diese Fahrzeuggattung bestellt ist. Nun gab es ein Update, mit verheerendem Ergebnis: Bei den 19 Modellen, die die Experten unter die Lupe nahmen, hieß es 18-mal nicht empfehlenswert! Nur ein Modell, der Mercedes-Benz Vito kann Bronze erreichen.

Nur mit Sonderausstattung sicher unterwegs

Transporter mit deutscher Serienausstattung Foto: ADAC

Dabei ist es nicht so, dass die Sicherheitsausstattung nicht verfügbar wäre. Allerdings gibt's diese immer nur als Sonderausstattung – und damit kostenpflichtig. Doch nach Einschätzung des ADAC werden bei dieser Fahrzeugklasse eher die Standardmodelle ohne aufpreispflichtige Extras gekauft. Steckt man hingegen alle erhältlichen Sicherheitsfeatures, ergibt sich ein anderes Bild. Dann sieht das Ergebnis schon erheblich besser aus. In dem Fall ist nur noch der Nissan Interstar nicht empfehlenswert, während alle anderen Fahrzeuge mit Gold, Silber oder Brone bewertet sind. Der Fiat Ducoto erreicht hier sogar den Platin-Status.

ADAC mahnt Handlungsbedarf an

Die Unfallzahlen mit Kleintransportern zeigen laut ADAC aber einen dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Sicherheitsausstattung. Laut Statistischem Bundesamt waren Kleintransporter 2019 in über 14.000 Unfälle mit Personenschaden verwickelt, in 66 Prozent der Fälle, bei denen 126 Menschen starben, waren sie Hauptverursacher. Besonders Auffahrunfälle oder Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern, wie sie im Stadtverkehr häufig vorkommen, könnten laut ADAC durch einen Notbremsassistenten verhindert oder zumindest abgemildert werden.

Gesetzlliche Änderung kommt dieses Jahr

Ab Juli 2022 sind viele der Sicherheitsassistenten für neue Typgenehmigungen gesetzlich vorgeschrieben. So müssen Transporter und Busse bis 3,5 Tonnen im Rahmen der sogenannten General Safety Regulation ab Juli 2022 (Neufahrzeuge ab Juli 2024) mit einem autonomen Notbremssystem ausgestattet sein, jeweils zwei Jahre später auch mit einem Erkennungssystem für Fußgänger und Radfahrer.

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