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37 Radfahrer starben bei Lkw-Abbiegeunfällen

Keine Erfolge im Kampf gegen Abbiegeunfälle

Foto: Rui Cardoso/BMVI

Aller Bemühungen zum Trotz - beim Kampf gegen Lkw-Abbiegeunfälle hat es im vergangenen Jahr keine Erfolge gegeben. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor.

Die Diskussion um Lkw-Abbiegeunfälle und ihre Vermeidung kommt nicht von ungefähr. Zwar ist die Zahl der Verkehrstoten laut Statistischem Bundesamt (Destatis) 2017 auf 3.180 Menschen und damit den niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren gesunken – ein Rückgang um 26 Verkehrstote gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der Verletzten sank um 1,6 Prozent auf 390.312. Doch gibt es bei der Zahl der tödlich verletzten Radfahrer seit Jahren keine nennenswerten Erfolge.

Neue Gefahren durch Pedelecs

Das liegt einmal daran, dass Kommunen angesichts von Staus und Luftverschmutzung zunehmend den Radverkehr attraktiver machen, womit die Zahl der Radfahrer steigt. Zum anderen sind durch die hohe Nachfrage nach Pedelecs Radfahrer heute tendenziell mit höheren Geschwindigkeiten unterwegs als früher, was die Unfallrisiken erhöht.

Auch unabhängig von den Unfällen mit Radfahrern findet Destatis-Präsident Dr. Georg Thiel die Zahl der Verkehrstoten weiterhin zu hoch. „Es gibt keinen Grund zur Entwarnung“, betonte er und wies auf täglich durchschnittlich 7.200 polizeilich erfasste Verkehrsunfälle, 1.100 Verletzte und neun Todesopfer hin.

382 tödlich verletzte Fahrradfahrer im Jahr 2017

Unter den tödlich verletzten Verkehrsteilnehmern waren 2017 insgesamt 382 Radfahrer, mehr als 79.000 wurden verletzt. Jeder achte Verkehrstote und jeder fünfte Verletzte war damit ein Radfahrer. 3.100 Radfahrer verunglückten mit Beteiligung eines Lkw. Dabei ließen 76 Radfahrer ihr Leben. „Bei etwa jedem dritten Verkehrsunfall mit Personenschaden, an dem ein Fahrrad und ein Lkw beteiligt war, handelte es sich um einen Abbiegeunfall“, heißt es. Dabei wurden 37 Personen getötet. Allein im ersten Halbjahr 2018 kamen Medienberichten zufolge bundesweit bereits mehr als 20 Menschen bei Lkw-Abbiegeunfällen ums Leben.

Foto: ADFC
Ghostbike in München: Erinnerung an einen tödlich verunglückten Radfahrer - und gleichzeitig Mahnung zur Wachsamkeit.

Die ausbleibenden Erfolge beim Kampf gegen Abbiegeunfälle und vor allem die schwerwiegenden Folgen dieser Unfallart erklärt die Motivation aller Akteure, hier anzusetzen – und auch die von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ins Leben gerufene „Aktion Abbiegeassistent“. Erneut bekräftigte der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) nach Vorlage der Unfallstatistik 2017 seine Forderung nach einem verpflichtenden Einbau von Abbiegeassistenten. Die Entwicklung von Abbiegeassistenten muss für Hersteller und Zulieferer Priorität werden“, erklärte DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. Die Aktion von Scheuer sei ein richtiger und wichtiger Schritt. Deutschland müsse mit gutem Beispiel vorangehen, ehe entsprechende Regelungen auf EU-Ebene greifen.

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