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2018 mindestens 800 neue Lkw

Hegelmann setzt auf zeitkritische Transporte

Hegelmann Group, Fahrzeuge, Wachstum, Flotte Foto: Hegelmann Group

Der Logistikdienstleister Hegelmann wächst um 900 Prozent in den vergangenen sieben Jahren. Einer der Erfolgsfaktoren: die Spezialisierung auf zeitkritische Transporte und kurze Entscheidungswege.

12.02.2018 Franziska Nieß

Die Hegelmann Group mit Niederlassungen im beinahe gesamten europäischen Raum wächst um 900 Prozent in den vergangenen sieben Jahren: Diese Nachricht lässt aufhorchen. Geschäftsführer Siegfried Hegelmann liefert im Gespräch mit trans aktuell eine Erklärung: "Dieses Wachstum ist nur möglich, wenn alle dasselbe Ziel verfolgen, Projekte gemeinsam fokussieren und mit kurzen Entscheidungswegen umsetzen."

Vor 20 Jahren starteten die drei Brüder Hegelmann, darunter Siegfried Hegelmanns Vater, mit einem Lkw den eigenen Betrieb im badischen Bruchsal. Momentan fahren laut dem Gesellschafter rund 2.000 Lastwagen für die Firmengruppe, inklusive der der Subunternehmen – Tendenz steigend. In diesem Jahr sollen laut Hegelmann mindestens 800 Zugmaschinen hinzukommen. Mehr als 1.000 Einheiten kamen demnach bereits in den vergangenen beiden Jahren hinzu.

Fahrergewinnung bereitet keine Probleme

"Dementsprechend brauchen wir rund 1.500 neue Fahrer", erklärt Hegelmann. Doch die Fahrergewinnung bereite keine Probleme: "Wir finden vor allem in Osteuropa gute Fahrer und wir bezahlen sie anständig – andere Firmen können das genauso machen, die Möglichkeiten sind für jeden gleich." Zur Fahrergewinnung dienen laut dem 34-Jährigen auch die sogenannten Akquisitionszentren der Hegelmann Group. Ein Fahrer, der Erfahrung und entsprechende Qualifikationen mitbringe, verdiene regulär mehr als 2.000 Euro netto. Bei Automobiltransporten, bei denen die Beladung der Fahrzeuge besonders im Fokus steht, erhalten die Fahrer demnach sogar mehr als 3.000 Euro netto. "Das ist eine Meisterleistung, die wir entsprechend würdigen."

Mit den Fahrzeugtransporten startete Hegelmann im Jahr 2016, der Test bewährte sich. Die Automotive-Sparte ist allerdings nicht neu im Portfolio: Fahrzeugteile transportiert das Unternehmen schon lange für Kunden wie Mercedes, die VW-Gruppe, Volvo, Renault und deren Zulieferer. Ebenso realisierte der Logistikdienstleister nach eigenen Angaben im Weihnachtsgeschäft 2017 mehr als 2.000 Komplett­ladungen für E-Commerce-Kunden. Ein Hauptsegment zu nennen, fällt Siegfried Hegelmann schwer, zum Portfolio gehören verschiedene Bereiche.

Von Anfang an auf Lebensmittel gesetzt

Lebensmitteltransporte gehörten laut dem Diplom-Ingenieur, der direkt nach dem Studium in den Familienbetrieb eingestiegen ist, von Anfang an dazu. Pharmaprodukte, hochwertige Güter wie Parfüm oder Tabak sowie Gefahrgut stehen mittlerweile ebenfalls auf der Agenda. Der Silotransport befinde sich im Aufbau, ebenso wie die Luft- und die Seefracht. Lediglich beim Stichwort Kombinierter Verkehr sieht Hegelmann momentan keinen Schwerpunkt. "Wir sind spezialisiert auf zeitkritische Transporte und lange Distanzen – von Portugal und Spanien über Großbritannien und Skandinavien bis nach Kasachstan", erklärt der Geschäftsführer. Aufgrund des zeitkritischen Aspekts gestalte sich der Transport per Bahn eher schwierig.

Zeitkritische Transporte, das ist das Stichwort, wenn man doch ein Hauptsegment der Unternehmensgruppe mit insgesamt 18 Standorten ausmachen will. "Wir transportieren 24/7, das ganze Jahr hindurch." Vor allem in der Zustellung über Nacht könne die Firma punkten. Der Erfolg gibt Hegelmann recht: Um 65 Prozent ist das Unternehmen 2017 im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. 300 Millionen Euro betrage der Umsatz saldiert.

Neues Logistikzentrum im litauischen Kaunas

In diesem Jahr eröffnet Hegelmann im litauischen Kaunas ein neues Logistikzentrum mit einer geplanten Fläche von 21.000 Quadratmetern und einer Bürofläche von 4.000 Quadratmetern. In Erfurt sei derzeit ein weiterer Standort mit 30.000 Quadratmetern geplant. Neben dem deutschen Hauptsitz in Karlsdorf-Neuthard bei Karlsruhe und einer Niederlassung in Bochum wäre das der dritte Standort. In Frankreich wurde ebenso eine Niederlassung übernommen, weitere sind in Planung. "Wir wollen uns flächendeckend in Zentraleuropa etablieren", sagt Hegelmann.

Trotz des Wachstums vergesse er die Wurzeln des Erfolgs nicht. "Der regionale Aspekt ist uns ebenso wichtig, daher engagieren wir uns zum Beispiel in Bruchsal und Umgebung in örtlichen Sportvereinen oder bei anderen sozialen Projekten." Bodenständigkeit sei ihm wichtig, darum zähle jeder Mitarbeiter gleich viel. "Wir leiten das Talent einer Person nicht an einem Zertifikat ab", erklärt Hegelmann. Viele Geschäftsführer der einzelnen Firmen oder die Standortleiter starteten demnach bei Hegelmann als Quereinsteiger und haben sich mit der Zeit weiterentwickelt. "Wir geben jedem eine Chance."

Startschuss für den Erfolg: EU-Osterweiterung

Ständige Anpassung an die aktuellen Gegebenheiten als Erfolgsrezept für Wachstum – das habe bisher immer geklappt. "Los ging es so richtig mit der EU-Osterweiterung im Jahr 2004 im litauischen Kaunas." Der Einschnitt kam jedoch in den Jahren 2008 bis 2010, Hegelmann spricht von einem signifikanten Einschlag: "Stellenweise verzeichneten wir einen Umsatzeinbruch von bis zu 30 Prozent." Siegfried Hegelmann selbst ist seit 2010 ein Mitgesellschafter des Familien­unternehmens. Nach der Krise startete er sofort mit der Neustrukturierung und der Expansion des Unternehmens. "Ich bin mir jedoch bewusst, dass die Vorzeichen sich jederzeit wieder ändern können. Wir sind noch nie linear gewachsen." Darum möchte er mit seinem Team jetzt so richtig loslegen, solange die Zeichen auf Wachstum stehen.

Das Unternehmen

  • 1998 von den Gebrüdern Hegelmann gegründet, Siegfried Hegelmann führt die Firma nun in der zweiten Generation
  • Rund 1.600 Fahrer, insgesamt 2.500 Mitarbeiter (ohne Subunternehmen)
  • Momentan etwa 2.000 Zugmaschinen (inklusive Subunternehmen), in diesem Jahr kommen knapp 800 hinzu
  • Niederlassungen unter anderem in Deutschland, Spanien, Tschechien, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Rumänien und Kasachstan
  • Spezialisiert auf zeitkritische Transporte, auch über lange Distanzen
  • Sparten: Lebensmittel, Pharma, Automotive (Fahrzeugteile und -transporte), Gefahrgut, High Value, Containerlogistik, Abfall- und Sondertransporte, Lagerservice
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