Fehlt noch eine Maschine? Wo steckt das Werkzeug? Und wann muss das nächste Gerät zur Prüfung? Würth will solche Fragen künftig direkt im Transporter beantworten. Auf der IAA Transportation 2026 zeigt das Unternehmen eine vernetzte Fahrzeugeinrichtung, die Werkzeug, Material und Fahrzeug digital zusammenführt.
Mehr als ein rollendes Lager
Der Transporter als rollendes Lager gehört für Handwerks- und Servicebetriebe zum Alltag. Nur weiß der Fahrer nicht zwangsläufig, ob auch tatsächlich alles an Bord ist, was er beim nächsten Kunden benötigt. Würth will dieses Problem mit einer Kombination aus digitaler Fahrzeugeinrichtung, Trackern, einem Gateway und Software lösen. Auf der IAA Transportation vom 15. bis 20. September 2026 in Hannover zeigt das Unternehmen in Halle 13, Stand C44, wie aus einer klassischen Fahrzeugeinrichtung ein vernetzter Arbeitsplatz werden soll. Technische Grundlage ist das neue W-Connect-System. Es verbindet Fahrzeug, Maschinen, Geräte und Behälter mit digitalen Verwaltungs- und Bestellprozessen. Das Gateway im Fahrzeug fungiert dabei als zentrale Schnittstelle für die W-Connect-fähigen Geräte.
Transporter erkennt fehlendes Werkzeug
Der praktische Nutzen beginnt bereits vor der Abfahrt. Das System soll erkennen können, ob die dem Fahrzeug zugeordneten Geräte tatsächlich an Bord sind oder etwas fehlt. Damit könnten Mitarbeiter bemerken, dass beispielsweise eine benötigte Maschine noch in der Werkstatt liegt, bevor sie beim Kunden ankommen. Würth verspricht sich davon kürzere Suchzeiten, weniger unnötige Fahrten und eine höhere Einsatzsicherheit. Auch kurzfristig benötigte Dokumente lassen sich über das System abrufen. Interessant ist das gerade für Unternehmen mit mehreren Servicefahrzeugen, wechselnden Fahrern und einem größeren Bestand an Werkzeugen und Maschinen. Aus der reinen Fahrzeugeinrichtung wird damit zunehmend ein kleines Asset-Management-System auf Rädern.
Material direkt aus dem Fahrzeug bestellen
Auch Verbrauchsmaterial bezieht Würth in das System ein. Fehlt ein Artikel, kann dieser gescannt und der Bestellprozess direkt aus dem Fahrzeug angestoßen werden. Gleichzeitig lassen sich beispielsweise Prüfnachweise digital verwalten und bei Bedarf abrufen. Bedient werden die Funktionen unter anderem über den ORSY-Controller mit integriertem Scanner. Auf ihm bündelt Würth mehrere bestehende Anwendungen: ORSY-Online dient zur Verwaltung von Betriebsmitteln und Prüfterminen, „isi!!“ dem Gefahrstoffmanagement, die Würth App mobilen Bestellungen und das ORSY-Cockpit der Überwachung von Lager- und Bestandsdaten. Damit versucht Würth letztlich, Prozesse zusammenzuführen, die in vielen Betrieben bislang getrennt voneinander laufen.
W-Connect verfolgt Maschinen und Geräte
Dafür erweitert Würth zugleich seine Möglichkeiten zur Ortung von Betriebsmitteln. Zum W-Connect-Portfolio gehören unterschiedliche Tracker, die einzeln oder miteinander kombiniert eingesetzt werden können. In Verbindung mit ORSY-Online sollen damit Geräte, Maschinen und Behälter digital verwaltet werden. Der W-Connect Tracker A kann dabei mehr als lediglich einen Standort übermitteln. Er misst nach Herstellerangaben Temperaturen, erkennt Bewegungen und Erschütterungen sowie das Öffnen von Türen oder Deckeln. Wird eine Maschine eingeschaltet, kann außerdem deren Nutzungsdauer erfasst werden. Bei einer unerlaubten Bewegung soll der Tracker warnen und damit auch als Diebstahlschutz dienen. Für kleinere Betriebsmittel gibt es den W-Connect Tracker E. Der Minitracker misst lediglich 27 Millimeter im Durchmesser und zwölf Millimeter in der Höhe.
Gateway bucht Geräte automatisch um
Spannend für Flotten mit wechselnden Einsatzorten ist eine weitere Funktion. Das W-Connect Gateway Fahrzeug erfasst Standortwechsel kompatibler Geräte automatisch. Die Betriebsmittel sollen dadurch ohne manuelle Umbuchung dem jeweils richtigen Einsatzort zugeordnet bleiben. Über das Gateway können Unternehmen sowohl die Position der W-Connect-Geräte als auch die unterstützter IoT-Geräte überwachen. Die Kommunikation erfolgt bei der smarten Fahrzeugeinrichtung über eine integrierte 4G/LTE-Verbindung samt eSIM; Standort- und Statusinformationen werden laut Würth in Echtzeit und DSGVO-konform übertragen. Ergänzt wird das Portfolio durch den W-Connect Button Smart. Er kombiniert unter anderem Szenensteuerung, Statusrückmeldung sowie akustische und optische Signale und lässt sich außer in Fahrzeugen auch in Containern und Lagerbereichen einsetzen.
Vom Regalsystem zum digitalen Arbeitsplatz
Die eigentliche Neuheit liegt damit weniger in einem einzelnen Tracker als im Zusammenspiel der Komponenten. Würth überträgt nach eigener Darstellung seine Erfahrungen aus der professionellen Lagerlogistik auf den mobilen Einsatz und verknüpft Fahrzeuge, Maschinen, Verbrauchsmaterial und digitale Prozesse. Das ist auch aus Flottensicht interessant. Bei Service- und Handwerkerflotten entsteht Produktivität schließlich nicht allein durch möglichst niedrige Fahrzeugkosten. Fehlt beim Einsatz ein Werkzeug oder Material, kann eine zusätzliche Fahrt schnell teurer werden als die eingesparte Minute bei einem anderen Prozess.
In Kürze: die Key Facts
- Unternehmen: Adolf Würth
- Messe: IAA Transportation 2026 in Hannover
- Termin: 15. bis 20. September 2026
- Würth-Stand: Halle 13, Stand C44
- Neuheit: smarte und vernetzte Fahrzeugeinrichtung
- Technische Plattform: Würth W-Connect
- Zielgruppen: Handwerksbetriebe und Serviceflotten
- Gateway: W-Connect Gateway Fahrzeug
- Datenverbindung: 4G/LTE mit integrierter eSIM
- Asset Tracking: W-Connect Tracker A und Tracker E
- Tracker A: Ortung, Temperaturmessung, Bewegungs- und Erschütterungserkennung, Laufzeiterfassung und Diebstahlschutz
- Tracker E: Minitracker mit 27 mm Durchmesser und 12 mm Höhe
- Bedieneinheit: ORSY-Controller mit Scanner
- Software: ORSY-Online, „isi!!“, Würth App und ORSY-Cockpit
- Funktionen: Geräteortung, Bestandskontrolle, Materialbestellung, Prüfmanagement und automatische Zuordnung von Betriebsmitteln
- Nutzen laut Würth: weniger Such- und Verwaltungsaufwand, weniger unnötige Fahrten und höhere Einsatzsicherheit







