Notbrems-, Spurhalte- und Abbiegeassistenten gehören bei modernen Lkw und Bussen zunehmend zur Serienausstattung. Mit der wachsenden Zahl solcher Systeme stellt sich allerdings auch die Frage, wie sich ihre Funktion während der gesamten Lebensdauer eines Nutzfahrzeugs überprüfen lässt.
MAHA arbeitet deshalb an einer Prüftechnik für Fahrerassistenzsysteme schwerer Nutzfahrzeuge. Am 17. August 2026 begann am Unternehmenssitz im bayerischen Haldenwang der Bau einer neuen Forschungshalle. Der Hersteller von Fahrzeugprüf- und Hebetechnik investiert nach eigenen Angaben mehr als eine Million Euro in das Vorhaben.
ADAS-Prüfung soll auf schwere Nutzfahrzeuge ausgeweitet werden
ADAS steht für „Advanced Driver Assistance Systems“ und umfasst unterschiedliche Fahrerassistenzsysteme. Dazu gehören beispielsweise Notbrems- und Spurhalteassistenten sowie Systeme, die Fahrer beim Abbiegen unterstützen. Ein Teil dieser Technik ist bei neuen Nutzfahrzeugen inzwischen gesetzlich vorgeschrieben. Während die Systeme bei der Typgenehmigung berücksichtigt werden, lässt sich ihre zuverlässige Funktion im Rahmen der späteren periodischen Fahrzeugüberwachung bislang nur eingeschränkt kontrollieren.
Genau hier setzt MAHA an. In der neuen Forschungshalle sollen Verfahren und Technik entwickelt werden, mit denen sich Fahrerassistenzsysteme von Lkw und Omnibussen überprüfen lassen. Dabei unterscheiden sich schwere Nutzfahrzeuge deutlich von Pkw. Neben den erheblich größeren Fahrzeugabmessungen müssen bei der Entwicklung unter anderem unterschiedliche Sensoranordnungen und Prüfabläufe berücksichtigt werden.
MAST 2.0 bildet technische Grundlage
Erfahrungen mit der ADAS-Prüfung sammelt MAHA bereits im Pkw-Bereich. Mit dem MAST 2.0 hat das Unternehmen einen Prüfstand für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge entwickelt. Die erste Installation des Systems in Deutschland soll im Oktober 2026 in Ulm in Betrieb gehen. Zuvor präsentiert MAHA den MAST 2.0 auf der Automechanika vom 8. bis 12. September 2026 in Frankfurt.
Die Arbeiten für schwere Nutzfahrzeuge bauen auf dieser Entwicklung auf. Ziel ist es, die ADAS-Prüfung auf weitere Fahrzeugklassen zu übertragen. „Wir sind davon überzeugt, dass ADAS-Systeme auch in diesem Bereich geprüft werden müssen“, sagt MAHA-Geschäftsführer Dr. Peter Geigle.
Neue Forschungshalle entsteht in Haldenwang
Die dafür vorgesehene Halle entsteht direkt am MAHA-Stammsitz in Haldenwang. Mit der Investition erweitert das Unternehmen seine dortige Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur. Das Projekt ist Teil eines größeren Investitionsprogramms. Nach dem Geschäftsjahr 2025/26 hatte MAHA angekündigt, unter anderem den Standort Haldenwang sowie die Entwicklung neuer Produkte und die eigene Forschung auszubauen.
Mit der neuen Halle rückt nun insbesondere die Prüfung elektronischer Sicherheitssysteme schwerer Nutzfahrzeuge in den Fokus. Langfristig will MAHA damit Prüfverfahren für Fahrerassistenzsysteme über verschiedene Fahrzeugklassen hinweg anbieten.






