60 Jahre Unimog: John Wayne und der Ritt auf dem Giftpfeilfrosch

Unimog

Auch das ist noch möglich: Der Stern fiert eine seiner stärksten Marken - und die Nutzfahrzeug-Sportabteilung feiert ganz selbstverständlich mit. 

Daimler-Chef Dieter Zetsche steht die Freude am Fahren mit einem Unimog über die Teststrecken-Hindernisse ins Schnauzbartgeschmückte Gesicht geschrieben: „Für mich ist der Mercedes-Benz Unimog weit mehr als ein allradgetriebener Lkw. Er ist der John Wayne unter den Nutzfahrzeugen der sagt:  Ich brauch’ keine Straße, ich brauch’ nur einen Auftrag.“

Persönlich nicht anwesend, grüßte Zetsche so die Geburtstags-Festgemeinde in Wörth via Videobotschaft. Und der wurde einiges geboten: Von Fahrvorführungen und Testfahrten für Händler und Aufbaupartner im Testareal Ötigheim, einem Jubiläums-Korso mit 60 Mogs von Gaggenau zum Werk Wörth, einer festlichen Geburtstagsgala, bei der sich die Unimog-Gemeinde ungewohnt im Edelzwirn versammelte bis zum Riesen-Treffen mit mehr als 12.000 (in Worten: Zwölftausend) „Moggern“ aus aller Herren Länder. Stolz präsentierten die Unimog-Verantwortlichen dabei auch verschiedne Sportgeräte auf Basis des motorisierten Schweizermessers: Rallye Breslau-Sieger Andreas Hellgeth verblüffte die Gäste in Ötigheim mit der schieren Kraft des grauen Mittelmotor-Monsters und aus der „Dakar-Fraktion“ waren das Team Walcher und der KS Tools-Unimog von Thomas Wallenwein dabei. Sahara-Masters 2010-Gewinner Marc Disselhoff eskortierte stilecht mit seiner Pritsche/Plane-Version eine wiedererstandene Rallye-Ikone: den Nachbau des Dakar-Siegerautos von 1985, damals chauffiert vom Vater-Sohn-Team Karl Friedrich und Jost Capito aus Kassel. Einer Initiative von GORM-Veranstalter und Motorjournalist Jörg Sand ist es zu verdanken, dass der U 13400 L unter Mitwirkung von Daimler und fast aller damals unterstützenden Partner rekonstruiert werden konnte. 

Wie sportlich auch optisch die Zukunft des Unimog sein könnte präsentierte Daimler mit einem spektakulären Prototyp. Auf dem Fundament des U 5000, hier allerdings mit Rahmen in Aluminium-Ausführung, samt Portalachsen, Schraubenfedern und allem, was den Unimog so extrem geländegängig macht. Avantgardistisch der offene, zweisitzige Aufbau mit einer Schnauze, die sich klar an das Gesicht des aktuellen, sportlichen SLS anlehnt. „Wir haben uns vom südamerikanischen Pfeilgiftfrosch inspirieren lassen,“ erklärte Designer Betrand Janssen nicht nur die giftgrüne Farbe. Befragt nach den roten Federn in der auffälligen Sternfelge meinte er lächelnd: „Das hat keine Funktion, sieht einfach nur geil aus!“ Das der Unimog-Prototyp aber durchaus funktioniert bewies Wörth-Werksleiter Yaris Pürsün am Samstag. Da „ritt“ er nämlich sichtlich stolz mit dem Giftpfeilfrosch an der Spitze des Jubel-Korsos ins Werksgelände ein.

Die betont sportliche Optik der Studie passt zum Selbstverständnis des Alleskönners, dessen Karriere ganz selbstverständlich, selbstbewusst und einzigartig vom unermüdliche Ackerschlepper bis zum erfolgreichen Hochleistungssportler reicht - überall dort, wo Ausdauer, Flexibilität, Nehmerqualitäten und Höchstleistungen gefragt sind. Seit nunmehr 60 Jahren und damit fast der Hälfte des automobilen Zeitalters - Ende nicht absehbar!

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Klaus-Peter Kessler

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