VW Amarok Canyon 2.0 TDI, Waldarbeiter 5 Bilder Zoom
Foto: Thomas küppers

VW Amarok Canyon 2.0 TDI

Waldarbeiter mit Stil

Mit dem Sondermodell Canyon stylt VW den Amarok zum Hingucker. Ob Optik und 
Technik beim Pick-up auf Augenhöhe sind, hat die Redaktion im Wald ausprobiert.

Der Amarok Canyon garantiert einen großen Auftritt, vor allem in der Stadt. Beim Blick in die Außenspiegel sieht der Fahrer kaum einen Passanten, der sich nicht den Hals nach dem Pick-up verrenkt. Kein Wunder! Das Sondermodell Canyon rollt nicht nur hochbeinig auf All-Terrain-Reifen (AT) vor. Die vier Dachscheinwerfer, Unterfahrschutz in Wagenfarbe und Zierrohre in glänzendem Schwarz ziehen die Blicke auf den VW. Aber ist das Gefährt trotz Hochglanzoptik ein echtes Arbeitsgerät? Die Redaktion hat den Test gemacht und den vermeint­lichen Lifestyle-Pick-up in den Wald geschickt. Ledersitze zum Wohlfühlen Um sich im Inneren des Testfahrzeugs wohlzufühlen, braucht es nur wenige Augenblicke. Auf den lederbezogenen Sitzen ist die richtige Position schnell gefunden. Die ­Bedienelemente im Fahrzeug sind übersichtlich angeordnet und fordern auch von einem VW-Neuling keine ­besondere Einarbeitung. Nach dem Betätigen des Zündschlüssels sinkt der Arm auf die Mittelkonsole und die Hand greift zum Wählhebel der Achtgangautomatik. Los geht’s! Auf den ersten Metern ist bereits klar, dass der Amarok Canyon nur archaisch anmutet. Der Vierzylinder-Dieselmotor schnurrt leise vor sich hin. So rollt das rund 2,3 Tonnen schwere Fahrzeug unaufgeregt zunächst befestigte Straßen entlang und verbraucht dabei für einen Pick-up dieser Leistungsklasse standesgemäße 9,7 Liter Diesel je 100 Kilometer.Bei Fahrten auf Asphalt ist von der AT-Bereifung mehr zu hören als vom Motor. Wer das Fahrzeug nur in der Stadt einsetzen will, sollte auf die ­ohnehin optionalen Geländereifen verzichten. Die Offroad-Pneus sind nicht nur laut, sondern machen in Sachen Traktion auf Asphalt eine wesentlich schlechtere Figur als Standardreifen. Da stößt auch das ansonsten sehr gut abgestimmte Fahrwerk in engen Kurven an seine Grenzen. Nordschwarzwald als Testgelände Das tritt aber fortan in den Hintergrund. Der Amarok Canyon soll sich als Arbeitsgerät im Wald beweisen. Vor der Reise in den nörd­lichen Schwarzwald müssen die Tester noch die beiden Kettensägen, einen Kanister Benzin und ­Sicherheitsequipment auf der 2,5 Quadratmeter großen Ladefläche des Pick-up sicher verstauen. Dank vier Verzurrösen und rutschhemmender Unterlage ist das schnell erledigt. Auf der Landstraße soll der Amarok einen Lkw überholen. Das sollte mit einem Kick-down bei einem maximalen Drehmoment von 420 Newtonmetern schnell erledigt sein. Unglücklicherweise schaltet die Automatik bei maximaler Lastanforderung so weit zurück, dass nur wenige hundert Umdrehungen bis zur ­maximalen Drehzahl bleiben. Deshalb muss der Automatikwandler direkt wieder eingreifen und eine Stufe hochschalten. So verlängert die Lastunterbrechung nach wenigen Metern die Überholzeit unnötig. Im Wald angekommen, muss der Fahrer auf den meisten Strecken nur beschleunigen und bremsen. Der permanente Allrad verrichtet in Kombination mit den AT-Reifen zuverlässig ­seine Arbeit. Der weiche Boden bereitet dem Amarok auch an größeren Steigungen keine Probleme. Zudem hat der VW eine schaltbare Differenzial­sperre für die blattgefederte Hinterachse und kann so noch eine Schippe Traktion drauflegen. Amarok mag Kurven nicht besonders Weniger souverän verhält sich der Amarok an engen und kurvigen Abschnitten. 5,25 Meter Länge und rund zwei Meter Breite gehen zulasten der Wendigkeit. Dank der guten Rundumsicht gelangt der Pick-up aber unbeschadet zu seinem Bestimmungsort tief im Wald. Dort herrschen am späten Nachmittag bereits schlechte Lichtverhältnisse – ein guter Moment, um die Dachscheinwerfer zu testen. Einen eigenen Schalter gibt es für die vier zusätzlichen Lampen nicht, die Dachscheinwerfer ersetzen das Fernlicht und hängen am Fernlichtschalter. Plötzlich ist es im Wald taghell und Baumstämme in handliche Stücke zu sägen stellt uns vor keine Probleme. Auf der Straße sollte der Fahrer das Fernlicht mit Bedacht einsetzen. Die Leuchtmittel sind zwar zugelassen für den Straßenverkehr, können andere Verkehrsteilnehmer aber empfindlich blenden. Tipp: Nutzlast per Auflastung erhöhen Nach getaner Sägearbeit muss das Holz noch auf die Pritsche. VW hat ein LED-Arbeitslicht über der Ladefläche installiert, das allerdings nur eine überschaubare Lichtausbeute bietet. Aber besser als nichts. Beim Beladen mit Baumstämmen ist die Nutzlast von 485 Kilogramm schnell ausgereizt. Für einige Holzstücke mehr ist die werksseitig verfügbare Auflastung um 220 Kilogramm also sinnvoll. Fazit: Bis auf Kleinigkeiten macht das Amarok-Sondermodell eine sehr gute Figur. Das Fahrzeug eignet sich bestens für den Einsatz abseits befestigter Straßen. Dank hohem Komfort und gut abgestimmtem Fahrwerk ist der Canyon aber auch auf geteertem Untergrund ein prima Partner. Für den schmalen Geldbeutel ist er ­allerdings nichts. In der Grundversion ruft VW 37.075 Euro auf. Für das attraktiv ausgestattete Testfahrzeug sind es noch mal rund 17.000 Euro mehr. Dafür gibt es dann auch ­einen großen Auftritt.

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7. Juli 2014
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