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Iveco Eurocargo 120 E25 EEV 12 Bilder Zoom

Iveco Eurocargo 120E25 EEV: In Würde gereift

Als Zwölftonner mit Doppelkabine hat der 252 PS starke Iveco Eurocargo die Anlagen zum Alleskönner in Kommune, Bauwirtschaft oder Gala-Gewerbe.

Mit Nutzfahrzeugen ist es ein wenig wie mit Wein. Mit den Jahren geraten sie zu hoher Güte – zumindest, wenn sie die richtigen Anlagen mitbringen. Der Dauerbestseller Iveco Eurocargo ist ein Beleg dafür, wie man eine Fahrzeug-Baureihe, die vor gut 20 Jahren ihr Debüt gegeben hat, konsequent auf dem Stand der Technik halten kann. Der europäische Kunde dankt es mit anhaltend hohen Marktanteilen, die in Deutschland sogar auf Augenhöhe mit den Lokalmatadoren von MAN und Mercedes liegen.

Ein Grund für die Beliebtheit des Eurocargo ist sein dynamisch-jugendlicher Charakter. Der Lkw tritt mit einer Leichtfüßigkeit zur Arbeit an, die manchen Mitbewerber neidisch werden lässt. Als ob er an der Tankstelle neben Diesel gleich auch noch einen Schluck aus dem Jungbrunnen genommen hätte.

Einsatzmöglichkeiten je nach Geschmack

Vielfältigkeit gehört daneben zu den ausgewiesenen Stärken des Eurocargo. So kann die getestete Doppelkabine im leichten Bau-Outfit sowohl im Kommunaleinsatz als auch als leichter Baustellenkipper oder als Arbeitstrupptransporter die Euros verdienen.

Und als mautbefreiter Zwölftonner eilt der 4x2-Eurocargo mit bis zu sechs Mann Besatzung abgabefrei auf Autobahn und Schnellstraße zum Einsatz. Bei Bedarf lassen sich weitere neun Tonnen Anhängelast an die Maulkupplung hängen. Im Falle des Testfahrzeugs macht der Eurocargo davon Gebrauch und spannt einen Zentralachser – samt Minibagger auf der Ladefläche – an.

3,5 Tonnen wiegt dieser, rund drei Tonnen Leergewicht sind für den grundsoliden Fliegl-Transporter zu veranschlagen. In der Summe kommt der Bau-Zug so auf ein Gesamtzug­gewicht von gut 17 Tonnen, die von einem 252 PS starken Sechszylinder bewegt werden. Die Antriebs-leistung leitet der 5,9 Liter ­große Common-Rail-Antrieb über ein manuell zu schaltendes Achtganggetriebe plus Crawler an die Hinterachse weiter.

Cockpit hat sich rausgeputzt

So viel zur Papierform, nun heißt es "aufsitzen". Über zwei Stufen erreicht man das Eurocargo-Cockpit, das im Laufe des bisherigen Produktlebens einen hohen Qualitätsgrad erreicht hat. Relikte wie die manuelle Lenksäulenverstellung per Handhebel erinnern an die Jugend­jahre des Eurocargo, ansonsten fühlt man sich auf ­Anhieb wohl hinter dem Steuer.

Der Schaltknüppel für das Doppel-H-geschaltete Getriebe sitzt bedienfreundlich in der Armaturenbrettbrüstung und lässt sich nach kurzer Eingewöhnung leicht und präzise bedienen. Dessen bedarf es im Hängerbetrieb natürlich ­öfter als im Soloeinsatz.

Dabei kann man dem Tector-Triebwerk unter der Großraumkabine beste Absichten attestieren. Er geht drehfreudig und engagiert zu ­Werke, auch wenn man mit dem ganz großen Schub aus knapp sechs Liter Hubraum nicht rechnen darf. Für den normalen Arbeitseinsatz reicht die Leistung aber aus, zumal der so ausstaf­fierte Eurocargo mit seiner kurzen 5,57er-Hinterachsübersetzung sowieso kein Freund ausgedehnter Autobahnetappen ist.

Funktionierendes Paket

In seinem Metier auf dem Weg zum Arbeitseinsatz in Kommunen, Autobahnmeisterei und Baustelle passt der Charakter des Reihensechszylinders gut zur Fahrzeugkonfiguration mit Kippbrückenaufbau und gelegentlicher Mitnahme eines Anhängers.

Die ungewöhnlich großen 10R 22,5-Zoll-Räder mit Traktionsprofil und ein Sperrdifferenzial helfen der Doppelkabine auch durch leichtes Baustellengelände. Wobei die Ausrüstung mit Halbelliptik-Federpaketen für ­konventionelle Einsätze ein wenig zu viel des Guten scheint. Mit den überlastfähigen Trapezfedern bockt der Eurocargo deutlich mehr als mit einer Parabelfederung. Dafür erfreut der Universal-Italiener mit einer präzisen Lenkung und insgesamt angenehm problemlosen Fahreigenschaften.

Scheibenbremsen lassen Gefühl vermissen

Während die kräftige Motorbremse gut zur Sache geht, wünscht man sich bei den Scheibenbremsen rundum dagegen etwas mehr Feinfühligkeit im Ansprechverhalten. Das muss die Männer – und auch Frauen – im hinteren Bereich der Eurocargo-Kabine nicht stören.

Dort finden vier Mitfahrer nebeneinander auf der Sitzbank genügend Platz und Beinfreiheit vor. Was die Crew stört, sind nur Kleinigkeiten: Die fehlenden Haken für den Schutzhelm, der nicht vorhandene Feststeller zum Beschicken des Stauraums unter der Sitzbank und der etwas zu kurze Handlauf beim Entern der Kabine. So geriert sich die gereifte Eurocargo-Doka als Universaltalent – wie ein Wein, der zu vielen Gelegenheiten schmeckt.

Autor

Foto

Oliver Willms

Datum

5. September 2013
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