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Renault Master: Variabler Dauerbrenner

Zum dritten Mal in Folge gewinnt der Renault Master die Wahl zum KEP-Transporter des Jahres. Wir haben das Mittelschwergewicht mit 148-PS-Diesel getestet.

Nimmt man Radstand, Gesamtlänge, Laderaumhöhe und Motorisierung, so kann man sich den Renault Master im Online-Konfigurator aus insgesamt 300 möglichen Varianten zusammenstellen. Gerne hätten wir hier aus den Vollen geschöpft und nach Lust und Laune ein Modell ausgewählt. Im Renault-Pressefuhrpark gibt es allerdings nur einen Master. Nun steht das französische Mittelschwergewicht also in knalligem Rot, einer Gesamtlänge von 6,20 Metern und einer Laderaumhöhe von 1,80 Metern auf unserem Parkplatz. Die exakte Bezeichnung: Renault Master L3H2 3,5t dCi 150 FAP mit Heckantrieb und 146 PS.

Robust und praktisch

Bei der Gestaltung der Fahrerkabine hat Renault an die Wünsche der Insassen gedacht.  Zahlreiche Ablagen wie beispielsweise das dreiteilige Fach entlang der Windschutzscheibe, die Flaschenhalter an der Mittelkonsole und den Türverkleidungen sowie die Kleiderhaken hinter den Sitzen bieten genügend Stauraum. Positiv anzumerken sind auch die bequemen Stoffsitze. Vielfahrern empfehlen wir dennoch den gefederten Schwingsitz mit Lendenwirbelstütze (490 Euro).

Wer sich für das Laderaumpaket (ab 790 Euro) entscheidet, bekommt im Ladeabteil einen robusten Holzboden ausgelegt, der zugleich auch die Radkästen bedeckt. Die Seitenwände werden ebenfalls bis zum Dach mit Holz verkleidet. Ladegut und Karosserieblech sind so vor hässlichen Dellen geschützt. Neben den standardmäßigen Verzurrösen am Boden stehen dann noch weitere Ösen an den Wänden zur Verfügung. Über ein vergittertes Fenster in der Laderaumtrennwand (170 Euro) bleibt die Fracht immer im Blick.

Große zweigeteilte Außenspiegel, eine Rückfahrkamera und Parkpiepser hinten (beides je 310 Euro) schaffen zusammen mit einer hohen Sitzposition eine gute Rundumsicht. Kleiner Nachteil: Die Rückfahrkamera ist in die Fahrersonnenblende integriert. Um den Überblick nach vorne und hinten zu behalten, müssen groß gewachsene Personen beim Rangieren die Blende ständig hoch- und runterklappen. Außerdem verschmutzen die Außenspiegel bei starkem Regen leicht.

Businesskomfort im Transporter

In der umfangreichen Ausstattungsliste des Master finden sich auch viele Features, die man aus der Transporterwelt normalerweise nicht kennt. Dazu gehören unter anderem ein Navigationsgerät von Tom Tom (490 Euro), ein MP3-Radio mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung (550 Euro), ein Geschwindigkeitsbegrenzer (100 Euro) und eine Klimaanlage (1.000 Euro/Klimaautomatik 1.500 Euro).

Prima: Das Navi sitzt im Blickfeld auf Höhe des Rückspiegels. Weniger gut ist die Steuerung über die Fernbedienung. Jeder Buchstabe muss einzeln eingetippt werden. Etwas umständlich ist auch die Bedienung der Freisprecheinrichtung über das MP3-Radio und die Lenkradtasten. Renault beweist allerdings, dass man sich auch bei Transportern auf die neuen Kommunikationsmedien eingestellt hat. Über USB-/AUX-Anschlüsse lassen sich externe Geräte koppeln.

Durchzugsstarker Turbodiesel

Der 2,3-Liter-Diesel hält den Master in jeder Drehzahllage ordentlich auf Trab. Das maximale Drehmoment von 350 Nm liegt ab 1.500 Touren an. Dank kurz übersetztem ersten Gang des manuellen Sechsgang-Getriebes fährt das Mittelschwergewicht selbst im voll beladenen Zustand und an Steigungen spielend an. Der sechste Gang lässt sich problemlos ab rund 75 km/h einlegen, das drückt den Verbrauch deutlich. Die Fahrerkabine ist gut gedämmt und lässt keine Motorgeräusche durch.

Minuspunkte gibt es beim Antriebsstrang dennoch: Der Schalthebel der Sechsgang-Box gleitet nur schwergängig durch die Gassen. Auch das Lenkverhalten des Renault Master ist verbesserungswürdig. Das etwas klein geratene Lenkrad verzögert beim Einlenken und vermittelt ein indirektes Lenkgefühl. Das Steuerrad lässt sich zudem nur in der Höhe verstellen und nicht herausziehen, wodurch nicht jeder Fahrer die optimale Sitzposition findet.

Mit dem Master hat Renault einen grundsoliden mittelschweren Transporter im Programm, der bei Ausstattung und Motor keine Wünsche offen lässt. Vor allem in puncto Kommunikationsmedien bewegt sich der variable Lademeister auf Pkw-Niveau. Negativ anzumerken sind jedoch die indirekte Lenkung und die schwergängige Schaltung.

Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

12. Oktober 2012
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