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Foto: Andreas Wolf

Nissan Navara

Erste Fahrt mit dem neuen King-Cab

Im Januar 2016 kommt die nächste Generation des Nissan Navara auf den Markt. Mit dem Eineinhalb-Kabiner namens King-Cab war Eurotransport.de bereits unterwegs. 

"Der Trend geht zum Rassehund", war eine oft zu hörende Prognose auf der Haustiermesse Animal Mitte November in Stuttgart. Ganz anders die "Message" der Nissan-Marketingabteilung von Nissan, nach der sich der Pick-up-Markt seit einigen Jahren in Richtung "Crosssover" entwickelt. Wobei das jüngste Beispiel, der neue Nissan NP 300 Navara seine Entsprechung eher im Mix "eleganter Ridgeback mit muskulösem Rottweiler" finden dürfte als in einer Spitz-Pudel-Dachs-Kreuzung. Soll heißen, auch der neue, eigens auf den europäischen Markt zugeschnittenen Navara zeigt sich als in der Wolle gefärbtes Nutzfahrzeug, ist jetzt aber wesentlich ansehnlicher und komfortabler. SUV-Gene im Innenraum SUV-Anmutung legt besonders die Version als Doppel-Kabiner an den Tag, aber auch der von Eurotransport.de gefahrene Eineinhalb-Kabiner namens King-Cab. Insgesamt kommt der Navara stämmiger daher. V-förmiger Grill, weit nach unten gezogene Schürze und Tagfahrlicht in Bumerang-Form sorgen für Familienähnlichkeit zu anderen Nissan-Modellen. Die Stufe zwischen Kabine und Ladefläche ist nicht so stark ausgeprägt wie beim Vorgänger, was den Luftwiderstand und somit den Kraftstoffverbrauch reduzieren soll. Den Innenraum kennzeichnen ein komplett neu gestaltetes Armaturenbrett, ein aus dem Qashqai stammendes Multifunktionslenkrad, ergonomisch geformte Sitze, ein schlüsselloser Zugang, viel Beinfreiheit und ein neues audiovisuelles System mit üppigem Display. Überarbeitete Starrachse hinten mit Blattfederung Wieviel SUV letztendlich im Navara steckt, dürfte für gewerbliche Kunden - und die machen das Gros der Käufer aus – aber eher zweitrangig sein. Was wirklich zählt, sind Nutzlast, Ladeeigenschaften, Anhängerlast und Kosten. Und in diesen Disziplinen hat der Navara einiges zu bieten. Als da sind: eine Tonne Nutzlast, 3,5 Tonnen Anhängelast und eine Ladeflächenlänge (King-Cab) von 179 Zentimeter. Im Gegensatz zur Doppel-Kabine tritt der King-Cab nach wie vor mit klassischer Blattfederung an. Deren Aufhängung ist laut Nissan aber grundlegend überarbeitet. Das Resultat: Sieben Kilogramm weniger Gewicht als vorher, reduzierte Fahrbahngeräusche und ein günstigerer, hinterer Böschungswinkel. Zudem hat sich mit der neuen hinteren Radaufhängung der Radstand um 50 Millimeter auf 3.150 Millimeter verkürzt. 2,3 Liter-Direkteinspritzer von Renault Der 2,3 Liter-dCi-Dieseldirekteinspritzer stammt aus dem Renault Master. Es gibt ihn in zwei Leistungsstufen: mit einer Twin-Turbo-Variante für den Doppel-Kabiner, die 190 PS (118 kW) leistet und einer Leistungsstufe mit 160 PS (118 kW) sowie einem maximalen Drehmoment von 403 Nm zwischen 1.500 und 2.500 U/min. Für die Kraftübertragung stehen ein manuelles Schaltgetriebe mit sechs Gängen und eine Automatik mit sieben Schaltstufen zur Wahl. Angeboten werden beide Motorleistungsvarianten derzeit ausschließlich in der Lkw-Abgasstufe Euro 5 +. Nichts Genaues wollte man bei Nissan dazu sagen, wie die ab kommendem September vorgeschriebene Euro-6-Norm erreicht werden soll. Ohne ein SCR-System mit Harnstoffeinspritzung, wie es auch Renault vorsieht, wird es aber wohl nicht gehen. Gute Geräuschdämmung Auf der Straße überrascht die King-Cab-Version des neuen Navara mit einem durchaus zivilisierten Auftritt. Er ist effektiv gedämmt, der Motor nur kurz nach Betätigen des Startknopfs vernehmbar, Unterhaltungen in der Kabine mit Beifahrer auf den hinteren Sitzen sind auch noch bei Reisegeschwindigkeit auf der Autobahn ohne Mühe möglich. Dort ist die 160 PS-Variante des 2,3 Liter-Diesels auch nie mit dem immerhin rund zwei Tonnen schweren Pick-up überfordert. Bei einem angemessenem Kraftstoffkonsum: nach gemischter Autobahn/Überlandfahrt zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 7,2 Liter an. Vibrationen von der Straßenoberfläche übertragen sich über das Fahrwerk nur schwach. Bei beengten Verhältnissen oder durch enge Innenstädte lässt sich der King-Cab problemlos rangieren, dank moderatem Wendekreis von 12,4 Meter aber auch der Kamera mit "Around-View-Monitor", die einen 360 Grad-Rundumblick um das Fahrzeug erlaubt. Pick-up-typische Bocksprünge Freilich kann der King-Cab sein Konzept mit blattgefederter, starrer Hinterachse nicht verleugnen. Größere Unebenheiten wie Querrillen oder Schlaglöcher quittiert der King-Cab bei leerer Ladefläche mit Pick-up-typischen Bocksprüngen. Im Gelände läuft der Navara hingegen zur Hochform auf. Den Zuschalt-Allradantrieb mit Untersetzung und Sperrdifferential über den Drehschalter in der Mittelkonsole aktiviert, und er lässt sich durch fast nichts mehr aufhalten. Nun zeigt sich deutlich, mit was für einem Fahrzeug man hier eigentlich unterwegs ist: Mit einem auf einen Leiterrahmen gesetzten, hoch potenten Geländewagen. Mit stoischer Gelassenheit durch steile Waldschneisen Selbst steilste Waldschneisen mit lockerem oder feuchtem Untergrund überwindet der neue Nissan Navara mit stoischer Gelassenheit. Sollte während der Fahrt dennoch ein ungeplanter Stopp notwendig sein, erleichtert die serienmäßige Berganfahrhilfe die Weierfahrt. Einen deutlich höheren Nutzwert hat aber der ebenfalls serienmäßige Bergabfahr-Assistent. Das gilt insbesondere dann, wenn es beispielsweise vom bewaldeten Berg mit schweren Baumstämmen auf dem Hänger zurück ins Tal geht. Garantie über fünf Jahre oder 160.000 Kilometer Ab Januar 2016 wird der neue Nissan Navara beim Händler stehen. Wer keinen Wert auf hohe Geländegängigkeit legt, bekommt den King-Cab mit 160 PS starkem 2,3 Liter-Diesel und reinem Heckantrieb für netto 21.088 Euro. Auf den 4x4-Antrieb entfallen weitere 1.933 Euro netto. Im Preis inbegriffen ist eine Zusatzleistung, die Mut beweist: Der Kunde darf sich auf eine Garantie über fünf Jahre oder 160.000 Kilometer berufen. Die Service-Intervalle liegen bei kostensparenden 30.000 Kilometer oder zwei Jahren. Was im Navara-Programm derzeit noch fehlt, ist ein reinrassiger Einzel-Kabiner, ein kompakter, durchtrainierter Rottweiler eben.

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Andreas Wolf lastauto omnibus

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Datum

13. November 2015
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