Mercedes Sprinter 316 CDI 4x4 6 Bilder Zoom
Foto: Daimler

Mercedes Sprinter 316 CDI 4x4

Arbeitstier mit Allrad

Jüngstes Derivat des Mercedes Sprinter Euro 6 ist eine 4x4-Ausführung mit zuschaltbarem Allradantrieb und dem Traktionssystem 4ETS. Wir haben den hochbeinigen Transporter schon um die Pylonen gezirkelt.

Hier in Tirol gibt es noch den echten Winter: Schneegestöber bei minus sechs Grad. Die schmale Hochalpenstraße hinauf zum Timmelsjoch ist schneebedeckt. An vielen Stellen kommt blankes Eis zum Vorschein. Neben der niedrigen Leitplanke geht es an manchen Stellen mehrere hundert Meter in den Abgrund. Das ideale Revier also, in dem Mercedes den neuen Allrad-Sprinter vorstellt. Genau hier wird das Arbeitstier gebraucht: entlang schlechter Straßen, auf Baustellen und im Wald sowie in ähnlich unwegsamem Gelände. Kein Wunder, dass die Alpenländer Deutschland, Österreich sowie die Schweiz die Hauptabsatzländer sind.

Hochbeinige Karosserie

Schon von Weitem sieht man dem Sprinter an, dass er sich fürs Grobe eignet: Die Karosserie ist vorn um 110 und hinten um 80 Millimeter angehoben. Derart hochbeinig beträgt der Böschungswinkel vorn bis zu 28 Grad statt 18 Grad beim konventionellen 3,5-Tonnen-Sprinter, die Steigfähigkeit soll bei rund 100 Prozent beziehungsweise 45 Grad liegen.

Auf einen permanenten Allradantrieb verzichtete Mercedes, um den Kraftstoffverbrauch so niedrig wie möglich zu halten. Bei Bedarf schaltet der Fahrer bei stehendem Fahrzeug oder bis Tempo zehn den Allrad zu. Mercedes verzichtet also auf einen starren Durchtrieb und setzt auf eine variable Kraftübertragung. Alle Elemente des serienmäßig verfügbaren adaptiven ESP bleiben auch beim Allradbetrieb erhalten, ebenso wie die Antriebsschlupfregelung ASR.

Die Antriebskraft verteilt sich im 4x4-Betrieb bei einheitlicher Traktion im Verhältnis von 35 zu 65 auf Vorder- und Hinterachse. Mechanische Differenzialsperren gibt es am Sprinter nicht. Diese Aufgabe übernimmt das elektronische Traktionssystem 4ETS. Über die ABS-Sensoren erkennt das System Schlupf an den Rädern und bremst diese mit kurzen Impulsen ab. Gleichzeitig erhöht sich das Antriebsmoment an den Rädern mit guter Traktion.

Elektronik springt als Sperre ein

Auf der schneebedeckten Dynamikfläche lässt sich der Sprinter erstaunlich sicher und schnell um die Pylonen zirkeln, die Kombination aus Allrad und Elektronik überzeugt. Mit 4ETS ersetzt die Elektronik bis zu drei mechanische Sperren: Längs-, Hinterachs- und Vorderachssperre. Das trägt zum vergleichsweise geringen Zusatzgewicht bei, je nach Ausführung wiegt der Allradantrieb im neuen Sprinter zwischen 115 und 135 Kilogramm.

In schwerem Gelände oder bei Fahrten mit voller Auslastung lässt sich das optional erhältliche Untersetzungsgetriebe (Low Range) wiederum per Tastendruck im Stand zuschalten. So verkürzt sich die Übersetzung um den Faktor 1,42. Mit dann 42 Prozent mehr Zugkraft erklimmt der Sprinter auch steilere Berge. Laut Mercedes ordert jeder zweite Allrad-Kunde das Untersetzungsgetriebe. Optional erhältlich ist auch die Bergabfahrhilfe (364 Euro). Sie wird beim Einschalten der Untersetzung automatisch aktiviert und hält in Verbindung mit dem Tempomaten bergab die Geschwindigkeit konstant.

Entweder 129 oder 163 PS aus vier Zylindern

Als Motorisierung bietet Mercedes drei Dieselmotoren nach Euro 6 an. Der Vierzylinder mit 2,15 Liter Hubraum ist in zwei Leistungsstufen erhältlich: einmal mit 129 PS und 305 Newtonmeter Drehmoment im Sprinter 313/513 und als Ausführung mit 163 PS und 360 Newtonmetern für den 316/516. Wer meist mit voller Zuladung und in steilem Gelände zum Kunden unterwegs ist, greift besser zum Sechszylinder mit drei Liter Hubraum, 190 PS und 440 Newtonmeter Drehmoment. Serienmäßig sorgt ein Sechsgang-Schaltgetriebe fürs Vorankommen, optional steht eine Fünfgang-Wandler-Automatik zur Verfügung.

Der Allrad-Sprinter ist ein Arbeitstier, mit dem der Betreiber Geld verdienen will. Doch vorher muss er erst einmal bezahlt werden, und das nicht zu knapp: Zusätzlich zu den 34.650 Euro Grundpreis für die heckgetriebene Basisversion werden für den Allradantrieb 8.391 Euro Aufpreis fällig. Dagegen sind die 534 Euro Aufpreis für das Untersetzungsgetriebe fast schon günstig, die 1.417 Euro für das Automatikgetriebe zumindest angemessen. Das Fahrerassistenzpaket mit Totwinkel-, Spurhalte-, Fernlicht- und Abstandswarn-Assistent ist für 1.190 Euro zu haben, ab Sommer 2014 wird das System durch den Seitenwind-Assistenten ergänzt, der für die herkömmliche Ausführung des neuen 3,5-Tonners in den meisten Varianten bereits verfügbar ist.

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Datum

20. März 2014
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