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Ford Transit Custom Limited 310: Auftakt nach Maß

Ford will mit dem Transit Custom Maßstäbe setzen im Segment der Transporter mit einer Tonne Nutzlast. Der erste Test des neuen Modells mit 155 PS verlief vielversprechend.

Ford gibt sich selbstbewusst – der Transit Custom setze künftig die Maßstäbe in seiner Klasse, trommelt der Kölner Autobauer. Das ist ambitioniert, schließlich tummelt sich der Lieferwagen in einem Segment mit dem Jahrzehnte lang unangefochtenen Marktführer – dem VW Transporter.

Transit Custom kommt neu auf die Bühne

Der Transit Custom ist neu auf der Bühne der leichten Nutzfahrzeuge. Ford hat bislang mit nur einem Fahrzeug als einziger Hersteller die Gewichtsklassen von 2,6 bis 4,6 Tonnen bedient. Mit dem Transit Custom gibt es nun ein eigens zugeschnittenes Modell, das unterhalb der 3,5- Tonnen-Grenze Marktanteile für Ford holen soll.

Zum Test tritt der kleine Transit mit langem Radstand an. Damit misst der Kastenwagen stolze 5,34 Meter. Das verspricht viel Platz im Laderaum, rund 6,2 Kubikmeter sind es. Auf die Ladefläche passen bequem drei Europaletten, die der Fahrer sowohl durch die Seiten- als auch die Hecktür einladen kann. In den meisten Fällen begrenzt deshalb eher die – in der Klasse übliche – Nutzlast von 1,1 Tonnen die Ladungsmenge als der verfügbare Platz.
Die sichere Befestigung der Ladung gewährleisten acht Verzurrösen im Laderaum. Praktisch ist zudem, dass Ford auf eine Trittstufe an den Schiebetüren verzichtet. Die rund 50 Zentimeter zur Ladekante sind auch ohne Tritt machbar.

Keine leichte Parkplatzsuche

Mit seiner Länge gehört der Transit nicht zu den handlichen Vertretern seiner Art. So richtig fällt das aber nur bei der Parkplatzsuche ins Gewicht. Aber selbst damit kommt der Fahrer zurecht. Zumindest, wenn er bei der Sonderausstattung an Parksensoren (450 Euro bei Ausstattungsvariante Basis, 300 Euro bei Trend) gedacht hat. Die sind beim Ford so gut, dass sie die ebenfalls optional erhältliche Rückfahr­kamera (900 Euro beziehungsweise 750 Euro) verzichtbar machen.

Und das ist gut, denn in Sachen Anschaffungskosten schadet es nicht, gelegentlich den Rotstift anzusetzen. Das Testfahrzeug kostet inklusive Ausstattungspaket Limited und reichlich Extras 37.415 Euro (Grundpreis 33.600 Euro). Damit ist der Transit Custom kein Schnäppchen.

Wer bereit ist, den Premium-Preis zu bezahlen, bekommt dafür aber auch ein Premium-Produkt. Ford will in den Transit Custom die Nützlichkeit von Transportern mit dem Komfort von Pkw verbinden. Und das gelingt den Kölnern, nicht nur weil das Cockpit aussieht wie im ­Focus oder Mondeo. Das gelingt vor allem, weil der Fahrkomfort auf hohem Niveau liegt. Die Geräuschkulisse in der Fahrgastzelle ist auch bei hohen Geschwindigkeit angenehm niedrig.

Bequeme Sitze im Custom

Die Sitze sind auf kurzen wie langen Strecken bequem und bieten einen guten Halt. Auch an zahlreiche Ablagefächer hat Ford gedacht. Etwas nachbessern sollten die Konstrukteure beim Ablagefach über dem Lenkrad. Dort fehlt eine Arretierung für den geöffneten Deckel, was eine Zweihandbedienung notwendig macht.

Auf ganzer Linie überzeugt das Fahrwerk des Custom. Der Transporter kombiniert hohen Federungskomfort auf schlechten Straßen mit der nötigen Straffheit für flotte Fahrten. Dabei übersteuert das Fahrzeug nur selten, was bei einem Frontlenker keine Selbstverständlichkeit ist. Zumal der Testwagen es mit 155 PS auf ein maximales Drehmoment von 385 Newtonmetern bringt.

Mehr Leistung steht für den Transit Custom nicht zur Verfügung. Ford verbaut in allen Varianten des Transporters nur ein Aggregat mit 2,2 Liter Hubraum. Das leistet je nach Konfiguration 100, 125 oder eben 155 PS. Dabei liegt der Normverbrauch kombiniert für alle drei Leistungsstufen bei 6,7 Litern. Grund dafür ist eine Schwäche des Messverfahrens für den Normverbrauch. Die getesteten Motoren fahren nur im Teillastbereich und der Tester beschleunigt das Fahrzeug nur bis 120 km/h. Das bietet allen Herstellern die Möglichkeit, Fahrzeuge auf den Test hin zu optimieren. Der Verbrauch auf dem Prüfstand weicht deshalb nicht selten zwei oder drei Liter vom tatsächlichen Verbrauch ab. So ist es auch beim Testfahrzeug. 9,4 Liter braucht der Custom je 100 Kilometer auf der Testrunde. Damit rangiert er im Umfeld der Wettbewerber mit vergleichbarer Motorleistung und ähnlicher Getriebespreizung.

Zäher Anzug im ersten Gang

Apropos Getriebe: Wenig Freude bereitet der erste Gang. Trotz des sonst recht agilen Motors wirkt der Anzug des Transporters im kleinsten Gang zäh. Darüber tröstet der zweite Gang hinweg. Kurz nachdem die Drehzahlanzeige die 1.500er-Marke überschritten hat, schiebt der Dieselmotor dann mit der schon im ersten Gang erhofften Kraft. Damit sie auf der Straße bleibt, hat Ford einiges in die Sicherheitstechnik investiert. Zu ABS und ESP gesellt sich nun auch eine Stabilitätskontrolle für Anhänger. Außerdem gibt es einen Fahrspurassistenten (600 Euro im Sicht-Paket). Wie gut der Custom in Sachen Sicherheit unterwegs ist, zeigt auch der kürzlich veröffentlichte Euro-NCAP-Test, in dem Ford die Konkurrenz deutlich auf die Plätze verweist.

Fazit: Der Ford Transit Custom hinterlässt einen überwiegend positiven Eindruck. Vor allem in Sachen Sicherheit sendet Ford mit der neuen Baureihe ein Signal an die Wettbewerber. Kaum erschrecken dürfte die Konkurrenz allerdings der Preis des Transporters. Der setzt keine neuen Maßstäbe.

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Portrait

Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

9. April 2013
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