Fiat Doblò Cargo Kombi Maxi und Mercedes Vito Mixto 11 Bilder Zoom

Fiat Doblò Cargo Kombi vs. Mercedes Vito Mixto: Jeder auf seine Weise gut

Fiat Doblò Cargo Kombi Maxi und Mercedes Vito Mixto treten zum Konzeptvergleich an. Welcher verbindet Profi- und Freizeitnutzen am besten?

Sie stecken beide ordentlich was weg, könnten aber unterschiedlicher nicht sein. Die Rede ist vom Fiat Doblò und dem Mercedes Vito. Auf der einen Seite 
der geräumige, fünfsitzige Hochdachkombi mit Pkw-Komfort, auf der anderen Seite die schwäbische Mischung aus Kastenwagen und Personenbeförderer. 27 Zentimeter länger als der Fiat, mit längerem Radstand (plus zehn Zentimeter) und riesiger Ladefläche zeigt er sich im XXL-Format. Für Kleinunternehmer und Handwerker spielen sie meist eine Doppelrolle, sollen Business- und Freizeitnutzen vereinen. Unter der Woche transportieren sie Material, Werkzeug oder den Bautrupp, am Wochenende sollen sie den Chef samt Familie mobil machen.

Zwei Konzepte, zwei Preiswelten

Preislich spielen beide schon mal in ganz unterschiedlichen Ligen. Der Fiat Doblò startet in der Langversion Cargo Kombi Maxi SX mit dem 105 PS starkem Turbodiesel bei 18.100 Euro. Wesentlich mehr ruft Mercedes für den Vito Mixto auf. Der kostet als 110 CDI mit 95 PS in mittlerer Ausführung (normaler Radstand und längere Ladefläche) gleich 25.400 Euro. Wer noch mehr Platz braucht: Eine Langausführung ist ebenfalls erhältlich.

Bereits vor dem Kauf stellt sich die Qual der Wahl: Kurzer Radstand, langer Radstand, Normal- oder Hochdach, eine erhöhte Nutzlast, Trennwand oder Trenngitter – was darf’s sein? Da fällt die Entscheidung nicht leicht, denn sowohl der Fiat als auch besonders der Mercedes lassen sich ab Werk noch individueller auf die eigenen Bedürfnisse konfigurieren als manch eine exklusive Luxuslimousine.

Vielfalt ist Trumpf

Abweichungen ergeben sich hinsichtlich der Bestuhlung. Während der Doblò serienmäßig bereits über fünf Sitzplätze verfügt, ist der Mercedes Vito Mixto erst mal grundsätzlich ein Zweisitzer, allerdings mit entsprechend großem Laderaum. Drei weitere Sitzplätze kosten in der einfachsten Ausführung 878  Euro. Bei Bedarf lässt sich die mit Schnappverschlüssen befestigte Bank ausbauen, allerdings wiegt sie stolze 68 Kilo. Da ist ein zweiter Helfer gefragt.

Anders der Fiat. Seine geteilte Rückbank lässt sich im Verhältnis 60 zu 40 umklappen, der Beifahrersitz nach vorn umlegen. Ein schneller Ausbau ist nicht möglich.

Zurück zum Mercedes. Natürlich ist er das größere Fahrzeug und hat konzeptbedingt auch mehr Platz für Mensch und Gepäck. Man sitzt bequem und die gute Raumaufteilung sorgt dafür, dass man in Reihe zwei die Beine weit ausstrecken kann. Das in schlichtem Mausgrau gehaltene Cockpit erweist sich als funktional. Obwohl viele Bedienelemente  sowie das Lenkrad von dem Pkw-Bereich stammen, kann der Vito seinen robusten Nutzfahrzeugcharakter nicht verleugnen. Das offenbart vor allem der spärlich mit Pappverkleidungen ausstaffierte Fahrgastraum im Fond. Feine Materialien wie im Pkw-Bruder Viano darf man in diesem Arbeitstier eben nicht erwarten. Dafür zeigt sich der Laderaum des Mercedes seinen Anforderungen gewachsen. Hier gehört ein robuster Holzfußboden ebenso zur Serienausstattung wie die im Boden eingelassenen massiven Zurrösen. Weitere Sicherungspunkte befinden sich an Seitenwand und Dachrahmen. Und mit einem Ladevolumen von 3,5 Kubikmetern entpuppt sich der Mercedes Vito Mixto als unangefochtener Lademeister.

Da zieht der flachere und kompaktere Fiat den Kürzeren, wobei er mit einem Fassungsvermögen  von 3,2 Kubikmetern auch nicht gerade zu den Kleinen gehört. Für den sicheren Transport von Material und Werkzeug sorgen sechs massive Zurrpunkte. Auch sein Raumangebot kann sich sehen lassen. So verwöhnt der gut sechs Zentimeter flachere Fiat ebenso mit viel Bewegungsfreiheit und bietet dabei sogar noch mehr Kopffreiheit als der Mercedes.

Der Doblò grenzt sich ab

Während beim Doblò zwei Schiebetüren den Zugang in den Fond erleichtern, muss sich der Käufer des Vito Mixto mit einer, dafür riesigen Tür auf der rechten Seite begnügen. Die zweite Schiebetür kostet 660 Euro. Praxistauglicher erweist sich ebenfalls die Armada an Verstaumöglichkeiten des Italieners. Angefangen bei den vier Türtaschen bis hin zum riesigen Fach unter dem Dachhimmel. Keine Frage, in diesem Auto lässt sich wesentlich mehr Kleinkram unterbringen als im Vito.Dass der nicht minder zweckmäßige Doblò mehr sein will als ein schlichtes Nutzfahrzeug, erkennt man am nahezu vollverkleideten Innenraum und am freundlichen Zweifarben-Look von Cockpit und Sitzen.

Noch stärker zeigen sich die Unterschiede beim Fahren. Dank seiner direkten Lenkung  lässt sich der Doblò handlicher dirigieren. Wobei der Mercedes komfortabler abrollt als der Fiat. Der kontert, weil vollverglast, mit der besseren Rundumsicht.

Beim Thema Sicherheit kehrt Ernüchterung ein. ESP hat nur der Vito ab Werk, beim Doblò kostet es extra. Dafür punktet der Fiat wenigstens mit zwei Frontairbags, während Mercedes für den zweiten Luftsack immer noch 437 Euro kassiert. Dass Sidebags extra kosten, kann man noch durchgehen lassen. Nicht aber die happige Aufpreispolitik der Schwaben, die dafür fast 800 Euro kassieren. An der dürftigen Sicherheitsausstattung sollten beide Hersteller noch schnellstens nachbessern.

Welcher für wen?

Der Fiat mit seinen Pkw-artigen Fahreigenschaften richtet sich vorwiegend an den Handwerker, der eher Mensch als Material transportiert. Der nahezu vollverkleidete Innenraum im peppigen Zweifarben-Look vermittelt eine angenehme Atmosphäre und seine unzähligen Ablagemöglichkeiten lernt jedes Familienmitglied schnell zu schätzen.

Wer hingegen unter der Woche Baumaterial fährt und sich am Wochenende mit großem Gepäck zum Campen aufmacht oder seine Mountainbikes einpacken will, ist mit dem robusteren Mercedes besser bedient. Sein Ladeboden ist widerstandsfähiger und verschleißfester ausgelegt, darüber hinaus lässt sich der schwäbische Lastesel noch spezifischer auf die beruflichen Anforderungen aufrüsten als der Doblò. So ist jeder auf seine Weise eine Empfehlung wert.

Autor

Foto

Guido Borck

Datum

11. Oktober 2012
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