Dass sich DAF in Deutschland großer Beliebtheit erfreut , zeigen schon ein nüchterner Blick auf die Verkaufszahlen. Das Flagschiff XF 105 hält den Löwenanteil an den Verkäufen. Jetzt zeigt DAF was der XF in Sachen Sicherheit zu bieten hat. Kann die Fahrerassistenz die Kollegen überzeugen?
Urteil von Manuel Koch aus Bad Salzungen
Manuel hat erst vor ein paar Wochen von einem 500er Scania Topline auf einen Actros 1841 mit EPS-Schaltung und L-Fahrerhaus gewechselt. Beim Vergleich mit dem DAF hat er beide Fahrzeuge im Hinterkopf: „Sitzposition und Übersicht sind gut, wobei die Spiegel etwas größer sein dürften. Auch die Federung ist okay, die straffe Auslegung beim Scania hat mir aber noch etwas besser gefallen.“ Nur lobende Worte gibt es dagegen für Automatik und Motor („der zieht wahrlich nicht schlecht“), das Handling auf enger, kurviger Landstraße und den starken Retarder. Mit Blick auf die Sicherheitssysteme schneiden die Kamera für den toten Winkel („eine gute Sache“), der Abstandsregeltempomat (ACC) und das Stabilitätsprogramm, das er in einer Autobahnauffahrt kontrolliert antestet, am besten ab. Vollauf überzeugen kann der XF 105 schließlich mit dem aktuellen Super Space Cab: „Ein sehr guter Sitz, große Staufächer, angenehme Instrumente, viel Platz und dazu ein Bett, das sich richtig gut anfühlt – besser als daheim.“
Urteil von Joachim Merten aus Erfurt
Joachim ist „vom Fach“: Er fährt einen XF 95.480 mit Super Space Cab und 16-Gang-Handschaltung. „Ich bestehe auf einen Schalter, gerade im Winter“, meint er spontan, gibt aber nach einigen Kilometern zu: „Die Automatik schaltet schon sehr feinfühlig.“ Neben den Eingriffsmöglichkeiten via Lenkstockhebel und Fuß („mit etwas Übung kann man auch mit dem Gaspedal schalten“) schätzt er zudem die Rückrollsperre. Auf einen Spurwächter kann er gut verzichten, hoch im Kurs stehen dagegen Retarder („sollte ein Muss sein“), Seitenkamera („in vielen Situationen sieht man einfach mehr“) und ACC, nicht nur wegen der Sicherheit: „Du sammelst auch keine Punkte mehr bei Abstandskontrollen.“ Sein Eindruck vom überarbeiteten Super Space Cab: „Auch das Rollo am Schiebedach funktioniert jetzt elektrisch – nicht schlecht. Die Lenkradtasten sind gut, alles dran, was man braucht. Und die zwei Schubladen unter der Liege sind einwandfrei.“ Als „gute Idee“ wertet er auch die neue Blende zwischen Sonnenrollo und A-Säule. Sein Fazit ist ohnehin vorbelastet: „Der DAF ist das beste Auto, das ich kenne.“
Urteil von Josef Wichert aus Coesfeld
Aktuell fährt Josef einen Actros 2546 Megaspace, aus früheren Zeiten kennt er den XF 95. „Ich bin DAF-Fan“, gibt er gleich die Richtung vor. „Die Sitzposition ist gut. Innen hat sich nicht allzu viel geändert. Aber warum auch? Man hat viel Platz und Stauraum, es ist gut so, wie´s ist.“ Auch unterwegs bleibt das Bild positiv: „Der läuft mit 40 Tonnen schön den Berg hoch, die Automatik ist einwandfrei und der Retarder haut gut rein.“ Ganz nach seinem Geschmack sind zudem Federung („nicht zu weich, gefällt mir“), Lederlenkrad („könnt‘ ich grade ausbauen und mitnehmen“) und auch die DAF-Marotte mit dem stehenden Bremspedal: „Wenn du dran gewöhnt bist, willst du nix anderes mehr.“ Der Spurwächter ist nicht sein Ding („viele Autobahnen haben ja jetzt auch schon diese Rüttelstreifen“), im Gegensatz zum ACC: „Ein schönes System, gerade in Deutschland mit den vielen Überholverboten.“ Weitere Pluspunkte gibt es für die übersichtlichen Instrumente, die Achslastkontrolle im Display, Mikrowelle und Kühlschrank, sowie die Nachtverriegelung: „Ich sag mal so: Ich versuche, sicher zu stehen. Aber das ist auf jeden Fall gut und auch schnell gemacht.“
Urteil von Thorsten Präcklein aus Kirburg
Das automatisierte ZF-Getriebe im DAF kennt der 32-Jährige aus seinem TGX 18.440 XXL. Allerdings ohne integrierten Retarder: „In meinem MAN habe ich nur die Motorbremse. Ein Retarder ist auf jeden Fall sinnvoll und auch für die Bremsen am besten.“ Er geht in Startposition („die Lenkradverstellung ist okay, die Instrumente sind übersichtlich und der Sitz ist bequem. Aber die Spiegel hätten sie größer machen können“), dann geht es auf Tour: „Mit 40 Tonnen geht der gut ab, ist recht hart gefedert – gut für die Kurvenlage – und vom Motorgeräusch her ziemlich leise.“ Die Seitenkamera würde er vorzugsweise im Innenstadtverkehr einschalten, auf der Autobahn schätzt er das ACC („ich kenne das System aus einem früheren TGA und find´s prima“) und auch den Spurwächter. Sinnvoll findet er außerdem die Rückrollsperre und die Nachtverriegelung („im Ausland sowieso“). „Der Kühlschrank ist größer als im TGX und die Mikrowelle gefällt mir. Auch der Tisch in der Mitte ist schön und der Aschenbecher ist mal groß genug. Etwas vermisse ich aber doch: einen Becherhalter in der Armatur.“ Das sollte DAF auch noch hinbekommen …
Urteil von Bernd Ostheimer aus Birnbach
Bernd steigt aus einem XF 105.460 mit Super Space Cab und macht aus seinen Vorlieben keinen Hehl: „Ich fahre lieber CF. Ich bin ein Freund des Motortunnels, um Laptop und so weiter draufzustellen. Außerdem fehlt mir im XF der Becherhalter.“ Er ist meistens eine Woche unterwegs, das große Stauvolumen im Super Space Cab nutzt er kaum („die Hälfte der Fächer ist leer“). Ein durchaus berechtigter Einwand: „Ich würde mir eine verschiebbare Leiter am zweiten Bett wünschen. Wenn mein Sohn oben schläft und ich unten, komm ich nicht mehr raus.“ Er hätte zudem lieber ein Handschaltgetriebe („ich kann mich mit Automatik nicht so recht anfreunden“), ansonsten gibt´s unterwegs nichts auszusetzen: „Fahrverhalten und Straßenlage sind gut beim DAF.“ Eher skeptisch steht er den verschiedenen Assistenzsystemen gegenüber, räumt aber ein: „Abstandsregler: In Deutschland ja, im Ausland braucht man das nicht so. Die Seitenkamera, die ist schön. Und die Nachtverriegelung ist auch nicht schlecht, eine gute Idee.“
Urteil von Andreas Schwan aus Landstuhl
Der überzeugte Scania-Fahrer, unterwegs mit einem 500-PS-V8, begutachtet den XF erst mal von außen: „Schön beim DAF sind die Scheinwerfer oben. Ich finde, die sollten auch unten ähnlich geformt sein.“ Andreas kennt die Strecke, inklusive der circa fünfprozentigen Steigung südlich vom Kreuz Landstuhl: „Bei 40 Tonnen 70 km/h? Das ist gut“, nickt er anerkennend.“ Von elektronischen Assistenzsystemen hält er nicht allzu viel („für was sitzt der Fahrer drin?“), auf einen Retarder würde er aber nicht verzichten wollen. Was das betrifft, könnte er sich mit dem Bremstempomat im XF anfreunden: „Funktioniert gut und sehr ruhig.“ Bei Sitzposition, Spiegeln und Einstieg („beim DAF zu steil“) sieht er seinen Scania vorn, außerdem sind ihm die Luken der Außenstaufächer zu klein. Andererseits findet er beim XF auch überzeugende Details: zum Beispiel die elektrisch verstellbaren Weitwinkelspiegel, den Ausziehtisch, die Mikrowelle („heißt bei uns sowieso ‚holländische Ausstattung’“), die Achslastkontrolle („wir laden auch manchmal Holz“) und den großen Kühlschrank. Kurz gefasst: „Also, ich bleib bei Scania, aber Spaß hat´s schon gemacht.“
Urteil von Andreas Peters aus Warendorf
Andreas hat Pause mit seinem vollluftgefederten TGA 18.480 XXL. Bei der abendlichen Testfahrt im DAF fallen ihm zunächst die bernsteinfarbene Nachtbeleuchtung und die Xenon-Scheinwerfer angenehm auf: „Viel heller als normale Lampen, hab´ ich auch bei meinem MAN nachgerüstet.“ Der Arbeitsplatz im XF passt: „Handling und Fahrverhalten sind gut. Die Lenkung spricht direkt an und das Lenkrad liegt gut in der Hand. Auch die Rundinstrumente sind okay, aber nicht gut zu putzen. Ich fände eine einzige Scheibe als Abdeckung besser.“ Überblick und Spiegel bewertet er bis auf einen kleinen Wermutstropfen („der Holm in den geteilten Scheiben nervt“) ebenfalls positiv. „Vom Schalten her geht das recht sanft und die Berganfahrhilfe ist sehr bequem. Ich würde mir aber wünschen, dass der Retarder beim Gasgeben
automatisch wieder rausgeht und wie im Scania oder MAN die angebremste Geschwindigkeit hält.“ Für seinen Geschmack dürften das linke und rechte Staufach vorn genauso tief sein wie das mittlere, vom Platzangebot her würde ihm das Super Space Cab aber reichen. Beim Stichwort Assistenz hat er einen klaren Favoriten: „Der Abstandsregler ist eine super Sache.“
Urteil von Sieglinde Ferchof aus Hattert
Sieglinde fährt einen TGA 18.440 XXL mit AS-Tronic. Vom Start weg gefallen ihr im DAF vor allem die Seitenkamera, der bequeme Fahrersitz („mit dem Leder, das passt schon“), die Berganfahrhilfe und auch das stehende Bremspedal: „Für mich mit den kleinen Füßen ist das gerade günstig, da bin ich ganz drauf.“ Fahrverhalten, Federung und Antritt („der geht richtig gut den Berg hoch“) sorgen ebenfalls für gute Laune. „Ich fahr´ die meiste Zeit und am liebsten in Frankreich. Zum Kolonnefahren in Deutschland ist der Abstandsregeltempomat aber eine gute Sache. Ganz ehrlich: Den Spurwächter würde ich meistens ausmachen.“ Bei Retarder und Bremstempomat sieht die Sache anders aus: „Vor allem hält der bergab auch das Tempo, anders als nur die Motorbremse bei mir.“ Im Super Space Cab könnte sie vom Fleck weg einziehen: „Die Einrichtung gefällt mir gut, das Bett ist breit und der Kühlschrank groß genug. Hier hat man mal helle Gardinen und nicht immer die ollen grauen. Ich find‘s auch gut, dass sich beide Sideflaps einklappen lassen.“ Klarer Fall: „Schon nicht schlecht, so einen könnte mir mein Chef besorgen.“






