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Fahrbericht Toyota Proace: So gut ist der neue Transporter von Toyota

Mit dem neuen Proace hat Toyota wieder ein leichtes Nutzfahrzeug im Programm: Der Proace bietet reichlich Stauraum und bringt auf Wunsch einige Fahrassistenten mit. Was er kann, klärt der Fahrbericht.

Mit dem neuen Proace möchte Toyota im leichten Nutzfahrzeuggeschäft endlich Fuß fassen. Dazu haben die Japaner ihren Neuen ordentlich herausgeputzt und ihm einige Annehmlichkeiten mit auf den Weg gegeben. Zwar gab es bereits schon vom alten Proace einen Van-Ableger, der war aber nur recht minimalistisch und ihm fehlte es an einem Pkw-ähnlichen Komfort. Das ist mit dem Neuen nun völlig anders.

Auch die zweite Generation des Proace entstand wieder in Zusammenarbeit mit Citroën und Peugeot und rollt im französischen Valenciennes vom Band. Nach dem Ausstieg von Fiat aus der PSA-Kooperation übernahm Toyota die Position und durfte auch bei der Entwicklung des Fahrzeugs stärker mitwirken. Ausstattungsbereinigt liegt der Proace mit dem Citroën Jumpy sowie dem Peugeot Expert nahezu auf einem Preis-Level. Los geht’s bei Toyota mit dem 70 kW starken Proace bei 20.900 Euro (alle Preise netto). Der Hauptunterschied zu seinen baugleichen Brüdern liegt, neben optischen Label-Retuschen, im Detail: Während es bei den beiden französischen Transportern nur zwei Jahre Garantie gibt, bringt der Japaner gleich ein dreijähriges Versprechen mit. Das könnte für den ein oder anderen Kunden bereits schon ein ausschlaggebendes Kaufargument sein.

Unterschiedliche Karosserievarianten

Wie auch bei Citroën und Peugeot bietet Toyota den Proace in verschiedenen Ausführungen an. Es gibt ihn als Kastenwagen, verglasten Kastenwagen, mit Doppelkabine, als Kombi-Modell sowie als reines Fahrgestell. Darüber hinaus stehen drei Fahrzeuglängen und zwei Radstände im Programm. Der kürzeste Kastenwagen kommt in den Außenabmessungen auf gerade einmal 4,60 Meter. Der sogenannte Proace Kompakt kann bis zu einer Tonne Nutzlast befördern. Das Ladevolumen beträgt 4,6 Kubikmeter im 2,16 Meter langen Laderaum. Noch längere Gegenstände können mit dem optionalen Smart Cargo System transportiert werden. Dann befindet sich an der werksseitigen Stahltrennwand rechts unter dem Beifahrersitz eine breite Stauklappe. Wird sie geöffnet, nimmt es der Proace Kompakt mit Rohren oder Elektroleitungen bis zu einer Länge von maximal 3,32 Metern auf.

Wer dagegen noch mehr Stauraum benötigt, wählt die Variante L1. Die kommt auf eine Länge von 4,95 Metern und schluckt 5,3 Kubikmeter, während die dritte Ausführung (L2) exakt 5,30 Meter misst und mit integrierter Cargo-Klappe bis zu 6,6 Kubikmeter befördert. Die Nutzlast beträgt maximal 1,4 Tonnen. Zudem besteht beim Proace die Wahl zwischen einer geteilten oder einer klassischen Heckklappe mit bis zu zwei seitlichen Schiebetüren und beim Kombi-Modell stehen, je nach Variante, bis zu neun Sitzplätze zur Verfügung. Allen Karosserievarianten gemeinsam ist eine geringe Außenhöhe von nur 1,90 Metern. Damit passt der Proace noch problemlos in Tiefgaragen oder Parkhäuser hinein ohne mit seinem Dach anzuecken. Eine Hochdach-Version gibt es dagegen nicht.

Gediegener Innenraum

Dass der Proace eigentlich ein Transporter ist, davon ist in der voll verkleideten Fahrerkabine nur wenig zu spüren. Es geht ausgesprochen wohnlich zu, man sitzt auf bequemen Polstern und die hohe Sitzposition gewährt einen erhaben Blick auf den Verkehr. Platz gibt es reichlich und wer noch einen dritten Kollegen befördern muss, bestellt die optionale Beifahrerdoppelsitzbank mit hinzu. Das Cockpit, mit seinen klar strukturierten Instrumenten, ist schick gestaltet und die verwendeten Kunststoffe hinterlassen einen robusten Eindruck.

Auch an reichlich Ablagen wurde gedacht. Oberhalb des Cockpits befindet sich ein Fach, direkt vor dem Fahrer gesellen sich weitere Möglichkeiten und in den Türen stehen besonders breite Fächer bereit, die es locker mit 1,5 Liter großen Getränkeflaschen aufnehmen. Gefallen findet zudem der sieben Zoll große Touchscreen-Monitor, der logisch aufgebaut ist und Smartphones via Mirror Link einbindet. Und die Audioanlage mit Digitalradio (DAB) verwöhnt die Insassen mit einem guten Klang. Auf Wunsch gibt es für den Touchscreen eine 3-D-Navigation oder eine Rückfahrkamera. Selbst ein Head-up Display direkt vor dem Fahrer ist optional für den Toyota für den Proace lieferbar.

Fünf Diesel mit 95 bis 177 PS

Das Motorenportfolio besteht beim Proace aus fünf Adblue-Turbodieseln mit einer Leistung von 95 bis 177 PS. Bei der stärksten Motorisierung ist das Automatikgetriebe schon serienmäßig an Bord und bis auf den Basismotor verfügen alle Antriebe über eine leichtgängig zu schaltende Sechsgangbox.

Die gefahrene mittlere Motorenvariante mit 122 PS entfaltet ihre Kraft zwar etwas verzögert, aber anschließend geht es munter voran und die Fahrleistungen reichen vollkommen aus. Was aber am meisten gefällt, ist die hohe Laufkultur des Motors, der auch unter Last angenehm leise bleibt. Auch insgesamt ist die Geräuschkulisse niedrig. Die elektromechanische Lenkung könnte um die Mittellage gefühlvoller ansprechen, ansonsten fährt sich der Proace einfach und für seine Größe recht handlich. Der Fahrkomfort geht in Ordnung, einzig auf derbem Untergrund spricht der Proace, zumindest ohne Zuladung, etwas bockig an.

Optional auf gutem Sicherheitsniveau

Fahrerassistenzsysteme, wie man sie inzwischen längst vom Pkw her kennt, sind optional auch für den Proace erhältlich. Es gibt sie zusammen im Safety Sense-Paket für 1.008 Euro. Dazu zählen die City-Notbremse mit Fußgängererkennung, der Totwinkelwarner, die Verkehrszeichenerkennung und die adaptive Geschwindigkeitsregelung. Serienmäßig ist dagegen ESP mit Anhängerstabilisierung. An den Haken nehmen darf der Proace übrigens maximal bis zu 2,5 Tonnen.

Telematik-System soll Flottenkosten senken

Damit die Betriebskosten überschaubar bleiben, muss der Proace nur alle 40.000 Kilometer zur Wartung. Darüber hinaus führt Toyota im nächsten Jahr ein europaweites Telematiksystem ein, um die Fahrzeugkosten weiter zu senken. Über das sogenannte Pro Business Fleet Telematics System können Flottenmanager vom Schreibtisch aus den Fahrzeugstandort via GPS lokalisieren, den Kraftstoffverbrauch oder Wartungsmeldungen abrufen. Selbst Fahrstil-Analysen für eine besonders wirtschaftliche Fahrweise lassen sich mit dem Telematikdienst erstellen. Alle Daten stehen auf dem Computer, Tablet oder Smartphone zur Verfügung. Was das für kleine oder mittlere Flotten entwickelte Telematiksystem letztendlich kosten wird, bleibt allerdings noch offen.

Autor

Foto

Toyota

Datum

19. September 2016
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