Ford Transit 8 Bilder Zoom
Foto: Ford

Fahrbericht Ford Transit und Transit Custom

Ford macht blau

Ford rüstet seine Nutzfahrzeuge Transit und Transit Custom mit einem neuen Zweiliter-Dieselmotor aus. Der heißt Ecoblue, hält Euro 6 ein und soll trotz gesteigerter Leistung sparsamer sein.

Normalerweise läuft es ja andersrum: Die Hersteller packen ihre Pkw mit tollen Komfort- und Technikfeatures voll, um die Extras dann allenfalls in kleiner Dosis an die Nutzfahrzeuge weiterzugeben. Bei Ford sind jetzt die Nutzfahrzeuge Vorreiter. Noch vor den Pkw bekommen sie die neue Dieselmotoren-Generation Ecoblue eingebaut. Der Grund: Spätestens ab September müssen auch die Transporter die Euro-6-Norm einhalten. Drei Leistungsstufen mit 77, 96 und 125 kW Der 2.0 TDCi mit vier Zylindern ersetzt das 2,2-Liter-Aggregat. Die Leistungsstufen liegen bei 77, 96 und 125 kW (105, 130 und 170 PS). Das sind bis zu 11 kW mehr als beim Vorgänger-Aggregat. In den Pkw soll der Turbodiesel gar bis zu 240 PS leisten. Noch größer ist der Sprung beim maximalen Drehmoment, das die Ford-Ingenieure um bis zu 50 Nm auf nun beachtliche 360, 385 und 405 Nm steigerten. Auf unserer Testfahrt überzeugt der neue Zweiliter-Diesel. Er ist antrittsstark und kraftvoll beim Herausbeschleunigen aus dem Drehzahlkeller. Das Turbinenrad des neuen Turboladers ist mit einer hitzebeständigen Legierung auf Nickel-Basis beschichtet, die auch in Formel 1-Rennfahrzeugen eingesetzt wird. So konnten die Ford-Ingenieure den Durchmesser des Turbinenrads um zehn Prozent verringern. Was zur Folge hat, dass der Turbo höhere Drehzahlen erreicht, weniger Reibung hat und in Summe schneller anspricht. 360 Nm Drehmoment ab 1.500 TourenDas maximale Drehmoment von 360 Nm der Einstiegsmotorisierung steht somit bei 1.500 Touren bereit. Wobei der 77 kW starke Motor schon ab 1.250 Umdrehungen 20 Prozent mehr Drehmoment bereit hält als das Vorgänger-Aggregat. Genügend Ladedruck also, dass uns der Transit Custom selbst mit rund 500 Kilo im Heck mühelos aus dem Drehzahlkeller heraus beschleunigt. Dem größeren Transit reicht die 96-kW-Version völlig aus. Auch deren 385 Nm Drehmoment steht ab 1.500 Touren bereit. Der stärkere 125-kW-Motor bringt es zwar auf maximal 405 Nm, ruft diese aber erst ab 2.000 Umdrehungen ab. Ein Leistungsunterschied ist auf der Straße kaum auszumachen.Die Sechsgang Schaltung gefällt ebenfalls. Die Gänge flutschen sauber durch die kurzen Gassen. Und die Spreizung ist optimal auf den drehmomentstarken Motor ausgelegt. Schalten müssen wir nur selten, surfen stattdessen in den alltäglichen Fahrsituationen mit Geschwindigkeiten um 50, 80 und 100 km/h auf einer Drehzahlwelle von 1.300 bis 1.800 Touren druckvoll und sparsam zugleich. Im Laufe des Jahres bietet Ford für die beiden stärkeren Leistungsstufen mit Frontantrieb eine Sechsgang-Automatik zum Aufpreis von 1.700 Euro netto an. Die 96-kW-Version ist zudem mit Allradantrieb zu haben.

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3. Juni 2016
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