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100 Years Edition: Man Lion's Coach als Sondermodell

Der MAN Lion’s Coach gehört seit Jahren zum alltäglichen Erscheinungsbild auf europäischen Straßen. Mit einem besonders effizienten Sondermodell begeht MAN nun das 100-jährige Produktjubiläum.

Es gibt Autos und Busse, ohne die kann man sich die Autobahn kaum noch vorstellen: Der VW Bulli oder der Golf sind solche Modelle, die kaum noch wegzudenken sind aus dem Straßenbild. Und was hat MAN im Busbereich zum Thema anzubieten? Neben den allgegenwärtigen Stadtbussen in den europäischen Metropolen ist es vor allem der Lion’s Coach, der seit über zehn Jahren mit fast 7.000 verkauften Einheiten zu einer festen Größe im Reisebus-Bereich geworden ist. Keine Fernlinie kommt ohne den optisch dezenten und robusten Vertreter Münchener Understatements aus, den es in drei Längen gibt, darunter zwei Dreiachser.

Dabei begann seine Familiengeschichte Anfang der 2000er-Jahre mit dem Luxusmodell Lion’s Star, das im MAN-Werk Salzgitter endgefertigt wurde und einige herausragende technische sowie optische Leckereien bot. Zwar wurde die Produktion dieses exklusiven Modells mit der Einführung von Euro 4 eingestellt, aber einige Design-Zutaten wie die Edelstahl-Schwinge und die hinteren Radlaufabdeckungen haben sich in der Wahrnehmung der Kunden derart eingeprägt, dass sie heute noch gerne als "Supreme"-Sonderausstattung geordert werden.

Schwarz lackierte Bugmaske haucht dem Wagen Persönlichkeit ein

So wundert es kaum, dass sich auch die Sonderedition zum 100-jährigen Produktjubiläum mit diesen Details schmückt. Ebenso wenig sollte es in Zeiten von CO2-Reduktion und TCO-Betonung verwundern, wenn dieses auf 100 Stück limitierte Sondermodell in der besonders verbrauchsarmen "Efficient-Line" zum exklusiven Fahrbericht vorfährt. Neben der mittleren Version des Euro-6-Common Rail-Motors mit 440 PS gehören in unserem Fall auch die automatisierte 12-Gang-TipMatic und die neue, belastbarere 1350er-Hinterachse dazu, die besonders lang übersetzt ist. Dank der zwölf fein abgestuften Gänge und seiner 2.100 Newtonmeter an maximalem Drehmoment ab 930 Umdrehungen kann diese Übersetzung auch direkt in reduzierten Verbrauch umgemünzt werden. Schon seit der Euro-4-Ära überzeugt dieser 12,4-Liter-Motor gleichermaßen durch Laufruhe und Durchzugskraft. Dazu trägt auch ein Zweimassenschwungrad an der Kurbelwelle bei. Spurüberwachung und EBA gehören heute ebenso zur Effizienzphilosophie wie die automatische Reifendrucküberwachung.

Schon von Haus aus hat dieser Löwe also fast alles an Bord, was einen modernen und sicheren Reisebus ausmacht. Das ohnehin aufgewertete Design der Sonderedition wird zusätzlich mit den letzten Neuerungen an der Front komplettiert: Hat man sich an die edel verchromte Spange mit dem Marken-Löwen direkt unterhalb der Frontscheibe bereits gewöhnt, haucht die neue, schwarz lackierte Bugmaske, die dem MAN-Lkw nachempfunden ist, dem Wagen genau die Prise an Persönlichkeit und Würze ein, die ihn optisch besonders hervorhebt. Zudem ist das neue Bauteil nun auch für den Radarstrahl des Abstandsreglers durchlässig, dessen Notbremsfunktion bei Bedarf auch bis zum Stillstand abremst. Und das schon nach der gesetzlichen Vorgabe, die erst 2018 voll greifen wird. Doch ums Bremsen geht es uns vorerst weniger, haben wir erst einmal hinter dem Multifunktionslenkrad Platz genommen, das ebenso gut in der Hand liegt, wie es die wichtigsten Funktionen für den Fahrer vereint. Der wird zudem vom neuen Isri NTS 2-Sitz verwöhnt, welcher neben unzähligen Verstellfunktionen auch eine integrierte Gurt-Höhenverstellung bietet. Entspannt am Ziel ankommen, lautet daher die Devise.

Mit leisem Grummeln erwacht der Sechszylinder zum Leben

Das über die Jahre optimierte und mit hochwertigen Materialien gefertigte und fahrerzentriert ausgelegte Cockpit ist ergonomisch durchdacht und sehr bedienungsfreundlich. Der Bildschirm des Multimediacenters reagiert selbsterklärend auf Fingertippen. Die Schalter für die wichtigen Assistenzsysteme haben die Interieurdesigner sinnvoll auf einer Ebene zusammengefasst. Die Sichtverhältnisse für den Fahrer sind sehr gut, die Spiegel ausreichend groß und beinahe vibrationsfrei. Dann kann es ja losgehen! Mit einem leisen Grummeln erwacht der Sechszylinder im Heck zum Leben. Er wird sich auch während der Fahrt immer feiner Manieren befleißigen, gehört er doch zu den dezenten Gesellen auf dem Markt.

Trotzdem ist das Aggregat in allen Situationen als höchst souverän zu erleben. Für den zwölf Meter langen Zweiachser reichen die 440 PS für die meisten Einsatzgebiete sicher aus. Freilich steht den beiden repräsentativen Dreiachsern, die rund 40 Prozent des Gesamtabsatzes bisher ausmachten, die 480-PS-Variante dann für manche Einsatzzwecke noch besser zu Gesicht. Die Paarung mit der leicht überarbeiteten, automatisierten MAN TipMatic mit zwölf Gängen weiß zu gefallen, die Anschlüsse passen und die Schaltvorgänge gehen jetzt noch flotter vonstatten. Zudem ist die Schaltung noch intelligenter geworden als bisher: Mit der neuen,"Efficient Cruise" genannten Tempomat-Funktion, die MAN als Sonderausstattung anbietet, schaltet das Getriebe in Abstimmung an die Topografie und spart so noch mal richtig Diesel. Was heißt das genau? Nun, bei gesetztem Tempomaten variiert die Automatik die Geschwindigkeit und die Leistungsanforderung individuell und ist auf das aktuelle Fahrprofil abgestimmt. Das heißt, vor dem Berg holt der Bus Schwung, kuppelt genau vor dem Gipfel aus und nutzt die träge Masse von bis zu 26 Tonnen zum Sparen aus. Durch dieses clevere Vorgehen, das vom Fahrer zudem in vier Stufen angepasst werden kann, lässt sich der gute Verbrauch des Lion’s Coach nochmals um mindestens drei Prozent reduzieren und so unter 20 Liter auf der Autobahn drücken. Wer partout selbst Herr des Geschehens bleiben will, kann immer noch manuell eingreifen. Aber die Fälle, in denen das wirklich sinnvoll ist, sind derart selten und somit vernachlässigbar.

Lion's Coach beweist sich als echter Longrunner

Zu erwähnen sind zudem der feine, zentimetergenaue Rangiermodus in beide Richtungen und die Bremsautomatik, die auf einfaches Anbremsen bergab reagiert – ein typisches MAN-Komfortmerkmal, das man kaum missen will. Komfortabel zeigt sich auch das MAN- eigene Fahrwerk mit Einzelradaufhängung vorne. Die Achse bietet eine gute Mischung aus Komfort und verhaltener Sportlichkeit, zudem versagt sie sich Geräusche jeder Art. Auch für den Fahrgast – im Testwagen sind es bis zu 45 Personen – bietet der MAN den bekannten Langstreckenkomfort, nicht zuletzt wegen des traditionell ebenen Bodens und der guten Stehhöhe im Innenraum. Zwar sind die Gepäckfächer nicht geschlossen, aber sie bieten umso mehr Platz und mit ihrem abgerundeten Abschluss aus Aluminium und den farbigen LED-Leisten sind sie auch optisch gelungen. Wie auch das hochwertige Gestühl vom türkischen Hersteller Brusa.

Für die 100-Jahre-Edition schmückt sogar der Löwe in der Stofftextur die vielfach verstellbaren Sitze. Deren Klapptische bleiben immer in der gleichen Position, auch wenn sich der Vordermann mal reckt und streckt, und der heute obligatorische Tabletcomputer findet auch seinen rutschfesten Platz. Die Zeiten ändern sich eben doch sehr, auch im Reisebusbereich. Wie gut, dass es da so eine feste Größe auf der Straße gibt wie den Lion’s Coach, der sich rundherum gereift als einer der wenigen echten Longrunner im Markt beweist.

100 limitierte Busse

Was liegt näher, als das 100-jährige Produktjubiläum mit einer auf 100 Fahrzeuge limitierten Sonderedition zu begehen? Auf der Busworld 2015 im Oktober wird das Modell "100 Years Edition" der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt. Die Sonderedition kann mit einer vorgegebenen Grundausstattung und wählbaren Sonderausstattungen ganz nach Wunsch des Kunden konfiguriert werden. Die Basis für das exklusive Modell bildet der MAN Lion’s Coach "Efficient-Line" und ist als Zwei- und Dreiachser mit einem 440 PS starken D26-Common-Rail-Motor und dem zwölfstufigen MAN TipMatic-Getriebe samt lang ausgelegter Achse ausgestattet. Darüber hinaus wird der seit Kurzem erhältliche, GPS-gestützte Tempomat "Efficient-Cruise" und weitere sicherheitssteigernde Assistenzsysteme wie der Notbremsassistent EBA und der Spurverlassenswarner LGS sowie eine automatische Reifendrucküberwachung im Paket mitgeliefert. Der abstandsgeregelte Tempomat ACC ist als Option erhältlich.

Äußerlich ist das Modell an den "Supreme"-Elementen der Aluminium-Schwinge auf der C-Säule, der Radhausabdeckung an der Hinterachse sowie dem Farbton "MAN Texas Grey Metallic" zu erkennen. Noch mehr Noblesse verleihen auch die serienmäßigen Alufelgen des Busses. Ein speziell designter Stoff mit dem MAN-Löwen für die hochwertigen "Dorado"-Sitze von Brusa werten die Edition weiter auf. Wahlweise sind auch die luxuriöseren Erino-Modelle bestellbar, die über Ledersitzwangen und -kopfteile verfügen. Der Fahrer wird vom neuen Fahrersitz Isri NTS Pro 2 verwöhnt, der über umfangreiche Verstellmöglichkeiten und Lederanteile verfügt. Es bestehen viele Möglichkeiten der individuellen Anpassung der Grundvorgaben für den Kunden. Etwas beeilen sollten sich Interessenten dann aber schon, denn am 31. Dezember ist Schluss mit der vergünstigten Sonderedition, dann geht MAN ja schließlich schon ins 101. Jahr der Busproduktion.

Autor

Foto

Alexandra Gerrard

Datum

25. Juli 2015
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