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Mercedes-Benz Vito E-Cell: Leise, abgasfrei, praxistauglich

Im Alltag haben sich die 100 batterieelektrisch angetriebenen Mercedes-Benz Vito E-Cell bewährt. Nach einem Jahr Testbetrieb haben sie gezeigt, dass sie für den innerstädtischen Betrieb gut geeignet sind.

Seit etwa einem Jahr sind 50 der batterieelektrisch angetriebene Mercedes-Benz-Transporter unter anderem für Paketdienstleister in Berlin und 50 in Stuttgart unterwegs. Die Städte wurden aufgrund der ihrer unterschiedlichen Topografie ausgewählt. Bereits nach einem Jahr lässt sich sagen, dass die Berichte positiv ausfallen. Mit dem Vito E-Cell sei die Vision vom emissionsfreien Fahren im Wirtschaftsverkehr Wirklichkeit geworden, heißt es in einer Mitteilung des Herstellers.

Batteriekapazität weiter verbessern

"Mit ihm zu fahren, macht außerdem richtig Spaß", sagt Volker Matter, Geschäftsführer Gesellschafter des Kurierdienstes Alpexx aus Düsseldorf. Seit November vergangenen Jahres setzt er einen Elektro-Vito im Stadtverkehr ein. Zwei Touren legt das Fahrzeug am Tag zurück. Dazwischen muss er an die Ladestation, die Alpexx auf dem Betriebsgelände eingerichtet hat. Nach drei Stunden ist die Batterie wieder voll und der Transporter erledigt die Nachmittags-Tour. "Das mit den von Daimler angegeben 100 Kilometern Reichweite haut nicht ganz hin", sagt Matter.

Alpexx erledigt mit dem Vito E-Cell im Stadtverkehr Posttouren, leert Postfächer und liefert Post bei der Deutschen Post an. Doch die täglichen Kilometerleistungen des Kurierdienstes liegen eher doppelt so hoch. "Die Batteriekapazität müsste Mercedes noch verbessern", lautet Matters erstes Fazit. Nichtsdestotrotz ist der Alpexx-Chef ganz angetan vom Praxisbetrieb. Und das, obwohl er monatlich etwa 300 Euro mehr für den Vito E-Cell bezahlen muss als für einen herkömmlich angetriebenen Transporter. Das Fahrzeug kostet ihn rund 1.360 Euro pro Monat. "Wir wollen damit einen Beitrag zur Emissionsreduzierung und Luftreinhaltung in Düsseldorf leisten", begründet der Geschäftsführer.

80 Kilometer pro Batterieladung

Im Gegensatz zur Meinung des Alpexx-Chefs haben sich laut Mercedes-Benz die Befürchtungen über eine zu geringe Reichweite nicht bestätigt. Trotz Winterbetrieb schaffen die Fahrzeuge mindestens 80 Kilometer pro Batterieladung. Das sei in den meisten Fällen ausreichend wie dem Einsatz bei KEP-Diensten mit festen Routen sowie generell bei Fahrten Innenstädten oder innerbetrieblichen Bereichen. Bei einer Befragung während des Tests in Stuttgart zum Beispiel beurteilten die Fahrer die Reichweite des Vito E-Cell als gut oder befriedigend, heißt es in einer Mitteilung des Herstellers.

Auch anspruchsvolle Topografie wie man sie in Stuttgart vorfindet schränken die Alltagstauglichkeit des Vito E-Cell nicht ein. Ein Indiz für die Reichweite ist der Ladezustand der Batterien. Er pendelte zum Beispiel in Berlin meist zwischen 95 und 25 Prozent der verfügbaren Kapazität. Das deutet darauf hin, dass die maximale Reichweite selten genutzt wird. Damit einher gehen vergleichsweise kurze Ladezeiten von ein bis drei Stunden in beiden Regionen.

Das Maximaltempo wird nicht ausgenutzt

Zugunsten einer maximalen Reichweite wird die Geschwindigkeit des Transporters bei 89 km/h elektronisch abgeregelt. Damit schwimmt der Transporter bei gelegentlichen Autobahnfahrten bequem im Lkw-Verkehr mit. Meistens wird das Maximaltempo jedoch nicht ausgenutzt. So erreichten in Berlin nur in 30 Prozent der Elektro-Vito täglich die Höchstgeschwindigkeit. Auswertungen ergaben, dass die Fahrzeuge in beiden Städten überwiegend bis maximal 55 Stundenkilometer schnell unterwegs sind. Die Geschwindigkeiten konzentrierten sich in einem Bereich zwischen 15 und 30 Stundenkilometer.

Die Stromversorgung erfolgt wie bei dem Kurierdienst Alpexx über Ladestationen auf den Betriebshöfen der Fuhrparks, die die Energieversorger Vattenfall und EnBW zur Verfügung stellen. Die Batterien des Vito E-Cell werden am 380/400-Volt-Netz geladen und dauert maximal sechs Stunden. Bei Bedarf kann später auch am 230-Volt-Netz geladen werden. Darüber hinaus werden die Batterien während der Fahrt durch Rekuperation gespeist, dabei wird Bremsenergie in Strom umgewandelt.

Der Transporter verfügt über einen hohen Sicherheitsstandard

Der Vito E-Cell ist mit einem vollwertigen Sicherheitspaket einschließlich ESP ausgestattet. Die Batterien werden durch ein Crash-Element geschützt. Löst der Airbag aus, legt das System die Hochvolttechnik automatisch still. Dass der Transporter über einen hohen Sicherheitsstandard verfügt, hat er in Crashtests nachgewiesen.

Der Feldversuch in Berlin und Stuttgart geht weiter. Er ist auf vier Jahre und bis zu 80.000 Kilometer pro Fahrzeug ausgelegt. Aufgrund der großen Nachfrage und der hohen Akzeptanz fahren inzwischen im Rahmen der Fördermaßnahmen durch das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz (BMU) sowie das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) in Deutschland insgesamt 230 Vito E-Cell. Sie haben bisher rund 650.000 Kilometer zurückgelegt.

An Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen dürfen nur Elektrofachkräfte arbeiten

Von Eutin im Norden bis München im Süden, von Duisburg im Westen bis Dresden im Osten – mehr als 30 Niederlassungen und Handelspartner der Daimler AG übernehmen jetzt den Vertrieb und Service des Mercedes-Benz Vito E-Cell. Er ist damit bereits fast flächendeckend zu bekommen. Jeder herkömmliche Vito ist auch der elektrisch angetriebene in die Standardprozesse wie die Star-Diagnose integriert. Daher kann sich jede Werkstatt für den Vito E-Cell qualifizieren. Dazu muss sie ihre Mitarbeiter schulen, denn an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen dürfen nur Elektrofachkräfte arbeiten. Spezifische Ersatzteile sind im zentralen Ersatzteillager des Unternehmens in Germersheim/Pfalz abrufbereit.

Besonders günstig ist der Vito E-Cell nach Angaben des Herstellers bei der Wartung. So muss er nur einmal im Jahr oder alle 20 000 km zum Service. Die Mechaniker kontrollieren neben Funktion und Dichtigkeit alle Hochvolt-Komponenten und -leitungen. Die Kosten für den Wartungsdienst fallen niedrig aus, da beim Elektrotransporter kein Öl gewechselt und kein Ölfilter ersetzt werden muss.

Autor

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Alpexx

Datum

13. April 2012
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