Alles über ZF Friedrichshafen
IAA Hannover 2012 Zoom

ZF Friedrichshafen: Den Kunden im Blick

Zu den Zielen und Aktivitäten des globalen Zulieferers stehen Wolfgang Schilha, Leiter Omnibusantriebe, und Andreas Moser, Leiter Achssysteme Nutzfahrzeuge, Rede und Antwort.

IAA aktuell online: ZF liefert Getriebe für den Antrieb, komplette Fahrwerke samt Lenkung, was bleibt denn noch übrig für neue Zielsetzungen?

Schilha: Aus der Verknüpfung unserer Business-Units ergeben sich neue Chancen. Neue Aufgabenstellungen ergeben sich im Zuge der Verfeinerung von Konzepten, denken Sie an die reduzierten Motorengeräusche. Jetzt müssen auch Nebenaggregate leiser arbeiten.

Moser: Das betrifft auch das Fahrwerk, wo wir jetzt mit geräuschoptimierten Lagern arbeiten.

Schilha: Wir beschäftigen uns vor allem mit den Problemen unserer Kunden. Vielleicht ein Beispiel aus Singapur: Dort messen Studenten in den Omnibussen mit ihren Smartphones die Geräuschkulisse und weisen die Medien auf unzulässige Werte hin. Wir sind unseren Kunden beigesprungen und haben die Fahrzeuge exakt vermessen.

Moser: Wir betrachten die Fragestellung vielleicht zu sehr aus unserem europäischen Blickwinkel. Der größte Omnibusmarkt ist China, da gibt es sehr viel zu tun. Hier geht es um die Einführung neuester Technologie. Wir können es uns dort nicht mehr erlauben, mit Technik von gestern zu kommen.

Hybridantriebe sind gerade jetzt in aller Munde. Wo steht ZF und wie schätzen Sie die aktuelle Lage ein?

Schilha: Zuerst möchte ich den Volvo-Verantwortlichen zu der mutigen Entscheidung, die Linienbusbaureihe 7900 nur noch mit Hybridantrieb anzubieten, gratulieren. Doch wenn wir das Thema wirtschaftlich betrachten, kann sich heute kein Hybridantrieb rechnen. Jedenfalls nicht bei diesen Kraftstoffpreisen und ohne öffentliche Subvention. Mit der Einführung einer CO2-Steuer ändert sich das Szenario – aber erst zum Ende dieses Jahrzehnts.

In den nächsten Jahren stehen einige Neuvorstellungen an. Mit welchen Fahrwerkskomponenten möchten Sie da mitspielen?

Moser: Unsere Portalachse wird weiter überarbeitet, mit neuen Übersetzungen und neuen Werkstoffen wird sie 40 Kilogramm leichter. Mit unserer Elektroportalachse gehen wir 2013 in Serie. Damit sind wir für serielle Hybride und reinelektrische Omnibusantriebe gerüstet. Und als führender Anbieter von Einzelradaufhängungen für Schwerfahrzeuge rechnen wir uns auch bei Lkw-Herstellern gute Chancen aus.

Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

23. September 2012
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