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Zertifizierung nach TAPA: Vorsicht ist besser als Nachsicht

Die Sicherheitsvereinigung TAPA registriert immer mehr Diebstähle und bietet Hilfe an.

Der Diebstahl kostspieliger Ladung oder kompletter Lkw nimmt immer krassere Formen an. Im 2. Quartal verzeichnete die Sicherheitsvereinigung Transported Asset Protection Association (TAPA) in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) 310 Vorfälle, das ist im Vergleich zur Vorjahresperiode ein Anstieg um 24 Prozent. Zu 90 Prozent waren nur vier Länder betroffen: Holland, Belgien, Großbritan­nien und Deutschland. TAPA geht jetzt in die Offensive und bietet ein neues Einstiegsniveau für ihre Zertifizierungsstandards an. Transporteure und Verlader sollen im Rahmen einer groß angelegten Kampagne davon überzeugt werden, sich selbst nach festgelegten Kriterien zu zertifizieren. Ein Vorteil für die Fuhrunternehmen seien verbesserte Wettbewerbschancen, sagte TAPA-Vorsitzender Thorsten Neumann. Es gebe bereits Verlader, für die eine Sicherheitszertifizierung die Voraussetzung für eine Auftragsvergabe sei.


Zertifizierung bei Transporteuren gewünscht

Große Hersteller hätten den dringenden Wunsch nach Zertifizierungen bei den Transporteuren geäußert, sagt Neumann. TAPA versuche aber auch, die Verlader zu überzeugen, sich zu zertifizieren. Auch für ein Lager mache eine TAPA C oder je nach Situation eine höherstufige Zertifizierung viel Sinn. Das sei darüber hinaus auch ein Signal an die Fuhrunternehmen, die man nicht nur einseitig in die Pflicht nehmen könne. Beide Seiten müssten sich anstrengen, betonte Neumann. In Bezug auf das Thema Sicherheit müsse es einen Bewusstseinswandel geben. Weltweit will TAPA die Zahl der zertifizierten Lagerhäuser und Transportunternehmen in den kommenden drei Jahren auf 2.000 verdoppeln.

Programm zur Selbstzertifizierung eingerichtet

"Wir wollen den Eintritt in die TAPA-Welt leichter gestalten, und deshalb haben wir das Programm zur Selbstzertifizierung eingerichtet", erläutert Neumann. Zuvor sei mehrere Monate mit Mitgliedern getestet worden, wie die beste Lösung aussehen könnte. Grundsätzlich gibt es drei unterschied­liche Stufen der Zertifizierung, die niedrigste – eben die Selbstzertifizierung – kann ein Unternehmen ohne Zuhilfenahme von einem unabhängigen Zertifi­zierungsinstitut allein auf die Beine stellen. Der Standard heißt beim Lager FSR C (Facilities Security Requirements) und für Fahrzeuge TSR 3 (Trucking Security Requirements). Für viele Güter reicht der Standard C beziehungsweise 3 Neumann zufolge bereits aus.

Mit Versicherern im Gespräch

Derzeit sei TAPA in Erfolg versprechenden Gesprächen mit Versicherungen, um zu sondieren, ob ein Zertifikat nicht zu einer Vergünstigung der Versicherungsprämie führen könnte, sagt Neumann. Für eine Zertifizierung müsse man nicht TAPA-Mitglied sein. "Wir wollen das nicht mit einer Mitgliedschaft verknüpfen. Das wäre das falsche Signal." Es sei ja erwünscht, dass die TAPA-Standards erfüllt würden. Den Vorteil kostenfreier Sicherheitstrainings oder Konferenzen hätten allerdings nur Mitglieder.

Auch wer höher hinauswill und ein Zertifikat TSR 2 oder 1 oder FSR B oder A anstrebt, muss zahlen. Denn hier sind dann unabhängige Zertifizierungsinstitute wie Dekra gefragt. Grundsätzlich muss jedes Zertifikat alle drei Jahre erneuert werden. Bei der Selbstzertifizierung kommt – nach Voranmeldung und mit Einverständnis des Unternehmens – schon mal ein TAPA-Mitarbeiter vorbei, um die Umsetzung der Regularien in ­Augenschein zu nehmen.

TAPA ist eine globale Organisation und dementsprechend auf Englisch aufgestellt. Das sollte aber für niemanden eine Hürde sein, betont Neumann. Zwar werden auf der Internetseite www.tapa-emea.com nicht alle Informationen auf Deutsch angeboten, die Standards aber schon. Man könne sich im Wesentlichen auf Deutsch schlaumachen, das Audit sei aber auf Englisch. "Wir helfen aber wirklich überall", versichert Neumann. Bei Fragen könne man TAPA per E-Mail auf Deutsch anschreiben. Zwar komme zunächst eine englische Bestätigung zurück, aber die Anfrage würde dann an Deutsch sprechende Experten weitergeleitet.

Die Zertifizierung

Die Zertifizierung erfolgt in drei Stufen: für Transportunternehmen als Trucking Security Requirements (TSR) 1, 2, 3, für Lager­häuser als Facilities Security Requirements (FSR) A, B, C


Für die Selbstzertifizierung TSR 3 und FSR C muss ein Unternehmensvertreter einen ein- bis zweitägigen Kurs zu den TAPA-Sicherheitsstandards besuchen und eine Prüfung ablegen. Dann kann er für verschiedene Betriebsstandorte das Selbst-Audit vornehmen, das von der TAPA geprüft wird.

Die Organisation

Bei der Transported Asset Protection Association (TAPA) sind Hersteller, Frachtunternehmen, Logistikdienstleister und Strafverfolgungsbehörden organisiert. Ihr Ziel: Verluste in der internationalen Lieferkette zu verringern.
Die TAPA-Anforderungen sind als industrieller Standard für Cargo-Betriebe und Transportsicherheit anerkannt.
Die TAPA hat rund 600 Mitglieder, die für einen Beitrag von 2.000 Euro jährlich unter anderem von schnellen Informationen zu Kriminalitätsschwerpunkten und Sicherheitstrainings profitieren.

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Fotolia/Onidji

Datum

12. Oktober 2015
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