Messer Zoom

WMF will Lagerstandorte reduzieren: Kampf angesagt

Der Markenhersteller WMF will Lagerstandorte und Personal reduzieren, um seine Logistikaktivitäten zu verbessern. Die Proteste dagegen sind heftig.

Schickes und Praktisches für die Privatküche und die Gastronomie kommt aus dem schwäbischen Geislingen, dem Sitz des Markenhersteller WMF. Derzeit herrschen aber Misstöne in der beschaulichen Stadt. Das 1853 gegründete Unternehmen plant im Rahmen eines Sanierungsprojekts erhebliche Einsparungen. Auch in der Logistik.

Nach eigenen Angaben hat die WMF-Gruppe mit ihren weltweit 6.000 Mitarbeitern im vergangenen Geschäftsjahr bei einem Umsatz von etwas mehr als einer Milliarde Euro ein Jahresergebnis von etwa 25,3 Millionen Euro erreicht. Um mehr Wachstum und eine bessere Effizienz zu erzielen, will der Konzern im Rahmen eines Transformationsprogrammes seine Organisationsstruktur flacher aufstellen – etwa, indem "Personalkosten" um zehn Prozent reduziert werden. Insgesamt sollen jährliche Einsparungen in Höhe von 30 Millionen Euro realisiert werden.

Neues Logistikkonzept mit deutlichen Einschnitten

Mit einem neuen Logistikkonzept sollen Flexibilität und Servicelevel gesteigert und ein markenübergreifendes Versenden von Produkten ermöglicht werden. Zudem sollen die Kosten und Bestände auf Wettbewerbsniveau gebracht werden. Dazu "muss die WMF die Struktur ihres Logistiknetzes und ihrer -standorte anpassen", sagt ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von trans aktuell. Daher soll die Anzahl der Logistikstandorte in Europa von bislang 33 – darunter 13 selbst betriebene – auf insgesamt zwei reduziert werden: Als Süd-Standort fungiert dann das 2012 eröffnete Logistikzentrum in Dornstadt bei Ulm, das dafür erweitert werden soll. Ein fremdbetriebener Nord-Standort soll im Raum Rhein/Ruhr entstehen. Bislang ist die Logistik Aufgabe des eigenen Tochterunternehmens Pro Log – deren Mitarbeiter bangen jetzt um ihre Jobs.

Die Lokalpresse und die IG Metall berichten von 170 von insgesamt 250 Pro Log-Mitarbeitern, denen durch die Schließung der Logistikstandorte bis Mitte die 2015 die Entlassung droht. Ihr Protest dagegen ist scharf: Bei einer Betriebsversammlung sei die Geschäftsleitung mit Buh-Rufen und einem Pfeifkonzert empfangen worden.

Problemlose Verhandlungen sind ausgeschlossen

Wie viele Mitarbeiter von Pro Log tatsächlich von den Umstrukturierungen betroffen sind, dazu macht der WMF-Unternehmenssprecher keine Angaben, sagt aber: "Die WMF hat den derzeitigen Stand der Planungen am 8. Mai dem Konzernbetriebsrat vorgestellt und hat auf dieser Basis auch bereits die Verhandlungen aufgenommen." Der Konzernspitze sei es ein  Anliegen, für die betroffenen Mitarbeiter zeitnah Klarheit zu schaffen und gemeinsam mit dem Konzernbetriebsrat zügig eine sozialverträgliche Lösung zu finden. Problemlos werden die Verhandlungen sicher nicht verlaufen: Auf ihrer Webseite schreibt die IG Metall Göppingen-Geislingen "WMF – Der Kampf beginnt!"

Ilona Jüngst

Autor

Foto

WMF

Datum

5. Juni 2014
5 4 3 2 1 0 5 0
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Tests +++
+++ News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.