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Foto: Jacek Bilski, Matthias Heerwagen

Wintercheck am Lkw

Kein Frust bei Frost

Deutschland wurde bislang vom großen Schnee verschont - doch spätestens jetzt sollte der Lkw mit einem kurzen Check auf den Winter vorbereitet werden. Das verringert das Ausfallrisiko.

Alle Jahre wieder kommt der Winter meist überraschend: Plötzlich liegt der ­erste Schnee, Lkw bleiben an Steigungen hängen, haben mit eingefrorenem Scheibenwaschwasser zu kämpfen oder springen einfach nicht mehr an, weil die Bat­terie leer ist oder der Diesel geliert. Doch mit nur wenig Aufwand lässt sich der Lkw winterfest machen. Kühlerfrostschutz Eine Mischung aus 50 Prozent Wasser und 50 Prozent Kühlerfrostschutz gibt Sicherheit bis minus 37 Grad. Für die meisten Einsatzzwecke reicht das aus. Wer den Frostschutzmittelanteil auf 55 Prozent erhöht, erhält eine Mischung, die auch bei minus 45 Grad nicht einfriert. Eine ­weitere Erhöhung der Konzentration würde die Wärmeleitfähigkeit des Kühlmittels senken und ist daher nicht empfehlenswert. Scheibenfrostschutz und Winscherblätter Kaum etwas ist schlimmer als schlechte Sicht. Friert das Scheibenwaschwasser ein, wird es gefährlich. Daher immer auf eine ausreichende Mischung achten, die bis ­minus 30 Grad reicht – damit ist man in unseren Breiten auf der sicheren Seite. Zum Winterservice gehört auch ein prüfender Blick auf die Wischerblätter – wenn nötig, austauschen. Kraftstoff Es passiert selten, aber wenn, dreht sich kein Rad mehr – ausflockendes Paraffin im Diesel legt den Lkw lahm. In Deutschland verkaufter Winterdiesel soll bis minus 22 Grad flüssig bleiben und nicht ausflocken. Für unsere Breiten reicht das in der Regel aus. Wer häufig in sehr kalten Gegenden wie Skandinavien oder Russland unterwegs ist, kann auf spezielle Additive zurückgreifen, die die Fließfähigkeit des Diesels selbst bei minus 30 Grad sicherstellen. Fahrer, die häufig in ­Spanien verkehren, sollten auf der Rücktour an rechtzeitiges Tanken von Winterdiesel denken. Natürlich sollte auch der Diesel im Kühlaggregat wintertauglich sein. Reifen Zwar beträgt die Mindestprofiltiefe in Deutschland lediglich 1,6 Millimeter, deutlich sicherer ist man aber mit mehr Profil unterwegs. Mindestens fünf Millimeter müssen es bei Lkw im Winter in Österreich sein, sogar sechs Millimeter in Tschechien und der Ukraine. Beim Reifenkauf sollte man auf das 3PMSF-Symbol (Berg mit drei Zacken und Schneeflocke, Three-Peak-Mountain-Snowflake-Symbol) achten. Nur damit ist sichergestellt, dass der Reifen einen besonders normierten Test bestanden hat. Jetzt ist auch die Zeit, um die Schneeketten wieder einzuladen beziehungsweise die Halter auf die Felgen zu montieren. Motoröl Beim Kaltstartverhalten haben dünnflüssigere Motoröle Vorteile, weil der Schmierstoff schneller an die zu ölenden Stellen gelangt. Gerade für Fahrzeuge, die häufig in Skandinavien unterwegs sind, kann der Umstieg etwa auf ein 5W-30-Öl ­sinnvoll sein, wenn ohnehin gerade ein Ölwechsel ansteht. Sowohl Liqui Moly als auch Mercedes-Benz bestätigen, dass dünnflüssige Öle bei wiederholtem und häufigem Einsatz bei Temperaturen tiefer minus 20 Grad sinnvoll sind. Batterie Kein anderes technisches Problem beschäftigt Fahrer und Spediteure im Winter so häufig wie schwache Batterien. Ladungsmangel und Tiefentladung sind laut Varta die häufigsten Ausfallgründe. Besonders beim Starten im Winter wird der Batterie viel abverlangt, unter anderem wegen des zähflüssigeren Öls. Ein Batteriecheck im Herbst gibt Aufschluss über den Zustand der Batterie. Weitere Infos zum Thema Batterien auf Seite 14. Bei Montage der neuen Batterie auf saubere Polklemmen achten, spezielles Polschutzfett ist aber nicht nötig. Lufttrockner Die durch den Luftpresser erzeugte Druckluft ist warm und feucht und muss getrocknet werden. Das geschieht mittels eines Granulats in der Trocknerpatrone. Zwar regeneriert sich das Granulat in gewissem Maße selbst, verschleißt aber mit der Zeit. Ein regelmäßiger Austausch der Patrone hält das Druckluftsystem trocken und vermeidet Korrosion

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11. Dezember 2015
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