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Winkler in Ludwigsburg: Reparatur von Hydraulikzylindern

Hydraulikzylinder können im Laufe der Jahre undicht werden – Öl läuft aus, die Maschine funktioniert nicht mehr richtig. Doch nicht immer muss ein teures Neuteil her: Bei Winkler in Ludwigsburg werden Hydraulikzylinder repariert.

Josef Gregotsch zerlegt gerade einen Hydraulikzylinder, der wegen einer Undichtigkeit am Führungskopf angeliefert wurde. Innerhalb weniger Minuten liegen die Einzelteile auf der Werkbank, doch alles ist schmutzig und verölt – Gregotsch bringt die Teile in die Teilewäsche, wo sie mit 80 Grad heißem Reiniger vom Schmutz befreit werden. "Oft sieht man Schäden erst nach dem Waschen", berichtet Gregotsch. Er arbeitet seit mehr als 30 Jahren in der Instandsetzung und sieht sofort, wenn etwas nicht stimmt. Gregotsch ist einer von vier Mitarbeitern, die bei Winkler in Ludwigsburg defekte Hydraulikzylinder instandsetzen. Bei kleineren Schäden ist die Instandsetzung oft der günstigere und schnellere Weg. Besonders bei seltenen Zylindern oder solchen, die nicht mehr produziert werden, lohnt sich die Instandsetzung durch den Nachbau einzelner Komponenten oder des ganzen Zylinders.

"Bei modernen Frontpressen von Kippmulden lohnt sich eine Reparatur dagegen kaum noch, da die Neuteile relativ preiswert sind. Da bemerken wir einen hohen Preisdruck", sagt Teamleiter Peter Reuschle. Der Zylinder ist mittlerweile gereinigt, mittels Messuhr prüft Gregotsch, ob der Kolben einen Schlag hat – maximal ein Zehntelmillimeter ist erlaubt.

Rund 50 Prozent Ersparnis gegenüber Neuteilen sind möglich

Auch das Zylinderrohr prüft er und sieht sofort, dass es im Bereich des Kopfes nicht mehr exakt rund, sondern leicht oval ist. Die Dichtflächen liegen nicht mehr plan aneinander. Vermutlich hat der Zylinder einen Schlag abbekommen, ein typischer Gewaltschaden bei Baumaschinen. Demontage, Reinigung und Begutachtung inklusive Kostenvoranschlag dauern je nach Bauteil rund zwei Stunden. Etwa acht bis zehn Zylinder werden pro Woche angeliefert. Viele davon werden zunächst nur demontiert und bleiben im Lager, bis der Kunde dem Kostenvoranschlag zustimmt. Erst dann wird repariert. Als häufigste Schäden nennt Teamleiter Reuschle Undichtigkeiten durch beschädigte Kolbenstangen, Rost oder Schmutz.

Auch Gewaltschäden, etwa an Baumaschinen, kommen oft vor, ebenso wie ausgeschlagene Gelenklager. Für das Team gehören solche Reparaturen zum Alltag. Für alle gängigen Zylinderdurchmesser sind Ersatzteile und Dichtungen auf Lager. Oft sind neue Kolben nicht mehr erhältlich, Winkler fertigt dann einfach neue. "Das Material haben wir als Stangen-Meterware auf Lager, das wird auf die korrekte Länge gesägt und auf einer Drehmaschine bearbeitet", sagt Peter Reuschle. Selbst der recht hohe Aufwand lohnt sich fast immer: Rund 50 Prozent Ersparnis gegenüber einem Neuteil sind möglich. Damit der reparierte Zylinder nicht bald wieder beschädigt wird, ist ein Wechsel des Öls und der Filter sowie eine Reinigung des Schlauch- und Leitungssystems unbedingt erforderlich. "Sonst sind unter Umständen noch Späne oder Schmutz im System und der Zylinder hält nicht lange", erklärt der Hydraulik-Experte.

Im Schnitt alle fünf Jahre Service am Zylinder

Im Schnitt kann man etwa alle fünf Jahre mit einem Service am Zylinder rechnen. Zwar sei die Chromschicht der Kolben sehr hart, aber nicht salzresistent – im Laufe der Jahre entstehen kleine Löcher, in denen der Rost blüht und durch die Öl austritt. In solchen Fällen kann Material auf den Kolben aufgetragen und abgedreht werden. Bei einer Reparatur erneuern die Monteure grundsätzlich alle Dichtungen und Führungen, je nach Zylinder können es bis zu 15 Stück sein. Nach der Montage wird jeder Zylinder mit bis zu 600 bar abgedrückt und auf Dichtheit geprüft.

So auch der Zylinder, den Josef Gregotsch repariert: Das Zylinderrohr wurde im Kopfbereich bearbeitet und es wurde ein komplett neuer Führungskopf gefertigt – der Zylinder ist wieder dicht. Reparaturen sind zwar das Kerngeschäft, doch nicht jeder angelieferte Zylinder ist auch defekt. Hin und wieder kürzen Peter Reuschle und seine Kollegen auch zu lange Zylinder, etwa wenn ein neuer Gabelstapler angeschafft wurde und er wegen einer anderen Höhe des Hubmastes nicht mehr durch die Halleneinfahrt passt. In solch einem Fall werden einfach Kolben und Zylinder in der Drehbank gekürzt und neue Endstücke angeschweißt.

Autor

Foto

Mathias Heerwagen

Datum

17. Oktober 2016
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