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Weltverkehrsforum: Gipfeltreffen der Verkehrsminister

Das 7. Weltverkehrsforum, das vom 21. bis 23. Mai in Leipzig stattfindet, beschäftigt sich mit dem demografischen Wandel. Dazu gehört auch die Landflucht und die damit verbundenen Herausforderungen für den Transport.

Frankreichs Verkehrsminister Frédéric Cuvillier fordert als Präsident des diesjährigen Weltverkehrsforums ein Verkehrsangebot ein, das dem demografischen und wirtschaftlichen Wandel Rechnung trägt. "Hier kann und hier muss der Verkehr Lösungen anbieten. Voraussetzung dafür ist, dass wir alle hier wirkenden Kräfte verstehen, uns auf sie einstellen und sie, wo möglich, antizipieren", betont Cuvillier. Und er sieht gerade in dem nächste Woche stattfindenden Weltverkehrsforum "eine exzellente Gelegenheit, über aktuelle und wichtige Fragen zu sprechen".

"Verkehr für eine Welt im Wandel"

Unter dem Tagungsmotto "Verkehr für eine Welt im Wandel" haben sich bis Anfang Mai 26 Minister und elf Staatssekretäre angemeldet. "Darunter sind auch Minister aus Nicht-mitgliedsstaaten", freut sich José Viegas, Generalsekretär des Internationalen Transport Forums (ITF). Diese kommen unter anderem aus Marokko, Singapur und den Vereinigten Emiraten. "Auch Vertreter vom Weltwirtschaftsforum und der OECD-Generaldirektor werden dabei sein", informiert Viegas.

2050 werden 70 Prozent der Menschen in Städten leben

Wie wichtig das Tagungsthema ist, verdeutlicht er an einigen Fakten. So wird 2050 mehr als die Hälfte der Weltproduktion aus Asien kommen und zum gleichen Zeitpunkt werden 70 Prozent der Weltbevölkerung in (Groß-)Städten leben. "Dafür müssen Entscheidungen getroffen werden", erklärt Viegas. Dieses prognostizierte Wachstum der Städte und Ballungsräume ist aber nur die eine Seite. "Die Entvölkerung der ländlichen Regionen ist auch eine große Herausforderung für die Logistik", unterstreicht Dorothee Bär (CSU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium.

China könnte USA überholen

Eine ITF-Dokumentation verdeutlicht, dass China bereits 2018 die USA als größte Volkswirtschaft überholt haben könnte. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Handelsströmen wider. Wurden 1990 immerhin 58 Prozent des Welthandels zwischen Indus­triestaaten abgewickelt, beträgt der aktuelle Anteil nur noch 38 Prozent –  mit sinkender Tendenz. Schon jetzt liegen die zehn größten Containerhäfen der Welt in China und dem Nahen Osten. So schlägt Schanghai allein mehr Container um als die drei größten europäischen Häfen zusammen. Angesichts dieser Tatsachen ist es der Staatssekretärin "sehr wichtig, dass auch die Wirtschaft kommt". So haben sich namhafte Großunternehmen – auch aus der IT-Branche – angesagt. Bär sieht in dem Weltverkehrsforum "eine gute Plattform, weil alle Themen angesprochen werden".
Neben den logistischen Herausforderungen werden aber auch alternative Antriebe, die Digitalisierung und der Klimaschutz in Leipzig diskutiert. "Denn die Erwartungen der mobilen Gesellschaft an einen vernetzten Verkehr der Zukunft sind hoch", erläutert Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Er appelliert, dass der Warentransport sicher, bezahlbar, gut zugänglich, intermodal sowie umwelt- und klimafreundlich gestaltet werden müsse. Gleichzeitig macht er klar, dass die Logistikbranche "ein möglichst reibungsloses Transportsystem zu erschwinglichen Preisen" erwarte.

Vier Studien werden präsentiert - etwa zur vernetzten Reise- und Transportwelt

Auf dem Weltverkehrsforum werden vier Studien vorgestellt. So präsentiert die OECD eine Untersuchung über die Kosten von Luftverschmutzung und die Gesundheitsfolgen. Das Weltwirtschaftsforum Davos erarbeitet gemeinsam mit der Boston Consulting Group eine Studie über die vernetzte Reise- und Transportwelt. Dekra stellt einen Report zur Verkehrssicherheit in Städten vor. Darin werden Strategien aufgezeigt, mit denen sich die Zahl der Verkehrstoten im Stadtverkehr auf null senken ließe. Und der IRTAD Road Safety Annual Report des ITF enthält Zahlen zur Verkehrssicherheit aus mehr als 40 Ländern.
"Jedes Jahr wird das Weltverkehrsforum etwas größer", bilanziert Viegas. Er erwartet mehr als 1.000 Teilnehmer aus rund 80 Ländern. Sie werden in Podiumsdiskussionen, Workshops und bilateralen Gesprächen die Verkehrsfragen der Zukunft erörtern. "Denn kein Land kann diese Aufgabe allein schultern", unterstreicht Dobrindt. Für die Lösung seien alle gefordert, um die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Insofern weise das Tagungsthema "Verkehr für eine Welt im Wandel" viele Facetten auf. Dabei spielen aber auch Aspekte der Konjunktur, der Beschäftigung, der Unternehmensentwicklung, Flächennutzungspläne oder die Lebensqualität der Menschen eine Rolle.

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19. Mai 2014
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