Weber Data Service Zoom

Weber Data Service: Temmeyers Weg vom Schüttgut zur IT

Als Geschäftsführer von Weber Data Service hat Mathias Temmeyer nach wie vor mit Logistik zu tun. Begonnen hat alles in der Schüttgut-Spedition seines Vaters.

Mit der Logistik kam Mathias Temmeyer schon in jungen Jahren in Berührung. Kein Wunder, hatte seine Familie doch eine Schüttgut-Spedition in Osnabrück. "Ich wollte schon damals in der Logistikbranche Arbeiten", sagt Temmeyer. Nach der Realschule habe er deshalb die Berufsfachschule Wirtschaft besucht, die zumindest damals unter dem Namen Handelsschule bekannt war. Ein Praktikum bei der Spedition Koch in Osnabrück bekräftigte seinen Entschluss, in die Logistikbranche zu gehen. Auch wenn seine Klassenkameraden, die sich für eine Lehre in der Industrie entschieden hatten, mehr Geld verdienten, erzählt er. "Danach folgte meine Ausbildung zum Speditionskaufmann bei Munsberg in Osnabrück."

Keine offenen Stellen in der Disposition

Im Anschluss zog die Bundeswehr Temmeyer zum Grundwehrdienst ein. "Nachdem ich meinen Wehrdienst abgeleistet hatte, gab es bei der Spedition allerdings keine offenen Stellen in der Disposition", sagt er. Also habe er sich dafür entschieden, für acht Jahre bei der Bundeswehr als Zeitsoldat zu unterschreiben. "Dort hatte ich übrigens auch einiges mit Logistik zu tun. So war ich unter anderem für die Truppenversorgung und den Nachschub zuständig", berichtet Temmeyer. Als sich auch diese Zeit dem Ende neigte, dachte er darüber nach, ins Familienunternehmen einzusteigen. "Zum Glück war mein Vater umsichtig und zeichnete mir ein realistisches Bild über die Zukunftschancen des kleinen Unternehmens", erzählt er. Sprich: Sein Vater riet ihm, sich nach etwas anderem umzusehen.

Da er sich davon bessere Wiedereinstiegschancen versprach, entschied er sich auf Anraten des Verkehrsverbands für ein Studium der Betriebswirtschaft an der Deutschen Außenhandels- und Verkehrsakademie (DAV) in Bremen. Da er bis zum Studienbeginn noch zwei Jahre Wartezeit zu überbrücken hatte, machte er zunächst ein Praktikum bei der Spedition Soestmeier in Osnabrück und stieg dann als Assistent der Geschäftsleitung bei Dachser in Bielefeld ein. Die wiederum hatte kurz zuvor die ebenfalls dort ansässige Weber & Weber Spedition übernommen, die Wiege von Weber Data Service. Denn der IT-Bereich hatte in diesem Unternehmen schon immer einen großen Stellenwert gehabt. Kein Wunder also, dass das Team mit der Einführung einer neuen IT bei Dachser betraut war.

Dachser brachte den Kontakt zu Weber Data Service

"Mein dortiges Büro war quasi Tür an Tür mit den Kollegen von Weber Data Service", erzählt Temmeyer. Zudem sei es von Anfang an klar gewesen, dass die Assistentenstelle bei Dachser in Bielefeld zeitlich befristet war. Da sei ihm die Anfrage, ob er nicht als Außendienstler Speditionssoftware vertreiben möchte, gerade recht gekommen. Auch wenn er einen Job von Dachser angeboten bekam. Der war allerdings in Hof und Temmeyer konnte sich nur bedingt vorstellen, dort zu leben.

Also wagte er im Jahr 1992 den Wechsel zur IT. "Schließlich wusste ich als Speditionskaufmann selbst genau, was es in der Praxis für Lösungen braucht", erklärt er. Der Wechsel in die IT sei für ihn recht überraschend gekommen. "Aber zumindest war ich bei Weber Data Service nach wie vor der Logistik verbunden."

Quereinstieg fiel Temmeyer leicht

Der Quereinstieg fiel ihm leicht. Zum einen, weil ihm die Arbeit von Beginn an Spaß machte. Zum anderen, weil alles im Entstehen begriffen war. "So konnte man selbst Akzente setzten und sich auch als Neuling gut in das neue Themenfeld einfinden."Mit dem Produkt Disponent 2000 im Gepäck stellte Temmeyer seine verkäuferischen und beratenden Fähigkeiten unter Beweis. "1995 wurde mir dann die Vertriebsleitung bei Weber Data Service übertragen", sagt er.

Doch dann entschloss sich der Unternehmensgründer Karl-Friedrich Weber krankheitsbedingt dazu, seine Firma zu verkaufen. Der neue Eigner Transflow geriet allerdings schon bald in finanzielle Probleme und musste Insolvenz anmelden. Das wiederum war die Chance: Astrid Weber, Dirk Begemann und Mathias Temmeyer nutzen 2003 die Gelegenheit zu einem Management-Buy-out. Die Tochter des Unternehmensgründers übernimmt 80 Prozent der Anteile, die beiden anderen Geschäftsführer je zehn Prozent. Denn bei Weber Data Service liefen die Geschäfte gut – anders als bei dem Interimseigentümer.

Meyer & Meyer war Pilotkunde

Denn bereits rund zwei Jahre zuvor hatte man die Lösung Disponent plus einigen Interessierten vorgeführt. "Schon damals handelte es sich dabei um eine hochflexible Standardsoftware", erklärt Temmeyer.

Zu den Pilotkunden gehörte damals der Textillogistiker Meyer & Meyer aus Osnabrück. Weitere Kunden folgten – auch jenseits der Straße, wie etwa Rail Cargo Austria. Heute sind es rund 110 Kunden aus verschiedenen Branchen und von unterschiedlicher Größe. "Und ich verstehe mich nach wie vor als Dolmetscher zwischen IT  und Logistik", erklärt Mathias Temmeyer lachend. Wobei das nicht nur bei ihm der Fall sei. Denn bei Weber Data Service hätten die weitaus meisten Mitarbeiter zuvor in der Speditions- und Logistikbranche gesammelt. "Die eigentlich einzige Ausnahme sind hier unsere Programmierer."

Temmeyer liebt Wald und Garten

Da er aufgrund seines Berufs viel Zeit im Büro verbringt, versucht Temmeyer seine Freizeit nach Möglichkeit im Freien zu gestalten. Gerne pflegt er den Garten oder hält sich im Wald auf. Kein Wunder, ist er doch passionierter Jäger. "Ich genieße die Zeit in der freien Natur", erklärt er. Um richtig entspannen zu können, gehöre der Samstagmorgen daher ihm allein. Das restliche Wochenende verbringt er gerne mit seiner Frau Gudrun beim Bummeln oder Spazierengehen. Aber auch für eine Auszeit in einem Café oder für einen Kinobesuch ist er zu haben. Eher seltener mit von der Partie sind mittlerweile die beiden Söhne.

Ob wiederum einer seiner beiden Söhne in seine Fußstapfen tritt, vermag er nicht zu sagen. Eike, der ältere der beiden, studiert gerade internationales Management in Tübingen. Sein Sohn Adrian macht im kommenden Jahr sein Abitur. Einen unumstößlichen Berufswunsch habe jedoch noch keiner. Nach einer Laufbahn in der Logistik sehe es aber eher weniger aus. Das ist Mathias Temmeyer aber auch nicht wichtig. "Sie sollen ihren eigenen Weg machen", erklärt Temmeyer. Schließlich habe ihn sein Vater auch nicht dazu angehalten, die Familientradition fortzuführen.

Portraits

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Weber Data Service

Datum

16. Mai 2012
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Prof. Dr. Dudek ist Studiengangsleiter für das Wirtschaftsingenieurwesen an der DHBW Ravensburg… Profil anzeigen Frage stellen
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