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Wackler Spedition & Logistik: Lohnender Einstieg ins Internetgeschäft

Wackler Spedition & Logistik ist mit einer Beteiligung an Elektro-Plus in das E-Commerce-Geschäft eingestiegen. Inzwischen bietet die Plattform mehr als 28.000 Artikel an.

Ein traditionsreicher Mittelständler mit mittelständischer bis großer Kundschaft aus dem schwäbischen Kernland: So tritt Wackler Spedition & Logistik auf. Dass das Innovationen nicht ausschließt, zeigt der Einstieg des Göppinger Unternehmens in das Internetgeschäft. Seit September vergangenen Jahres ist das Unternehmen zu 51 Prozent an seinem Kunden Elektro-Plus beteiligt.
 
Volker Brucker, Prokurist Logistik bei Wackler, ist zugleich Geschäftsführer bei Elektro-Plus und fast überwältigt von dem jungen, exzellenten Start in das Internetgeschäft: "Das Wachstum im Endkundengeschäft ist wirklich phänomenal – inzwischen springen immer mehr Branchen auf." Dass die Marke Wackler  – das Unternehmen wurde 1846 gegründet – für Stabilität, Zuverlässigkeit und Service stehe, sei ein zusätzliches Pfund.

Elektro-Plus ist ein Shop-in-Shop-System

Die Plattform Elektro-Plus funktioniert als Shop-in-Shop-System: Hersteller und Händler nutzen das Format, um ihre Markenprodukte zu verkaufen. Dazu bedient sich Elektro-Plus unter anderem auch der Verkaufsplattformen E-Bay und der Preissuchmaschine Idealo. Mit dem Geschäftsmodell ist Wackler vertraut: Seit rund acht Jahren übernimmt die Spedition die Abwicklung der Logistik für den Anbieter, der seinen Sitz in Nördlingen hat. Für die Ware, die in Göppingen lagert, übernehmen die Wackler-Mitarbeiter die komplette Logistik des Onlineshops. Verschickt werden die dort verkauften Artikel meist über KEP-Dienstleister, bei größerer Fracht wie etwa Rasenmähern, Holzspaltern oder großen Kompressoren übernimmt der Cargoline-Partner Wackler die Zustellung zum Kunden.

So war es zumindest bisher. Mit der Übernahme hat Wackler nicht nur seinen Umsatz um rund zwölf Millionen Euro pro Jahr erweitert, sondern das Konzept weiter ausgebaut. Unter dem Namen Wackler Plus bietet die Spedition jetzt sowohl eigenen als auch externen Kunden Dienstleistungen für den Verkauf ihrer Waren über das Internet an.

Zusätzliche Dienstleistungen

Dazu gehören etwa Aufbau und Betrieb eines eigenen Onlineshops, inklusive aller notwendigen Anbindungen und Funktionen wie Bezahlsystem, Auftragsbearbeitungssystem, Analysesystem, Layout. Die Dienstleistungen rund um die IT wie Konzeption und Design, Webhosting oder technischer Support übernimmt das erfahrene Team von Elektro-Plus. "Kunden können so ihr eigenes Erscheinungsbild behalten", sagt Volker Brucker zu dem Service für Hersteller, die bisher noch keine Direktverkäufe über das Internet tätigen.
 
Wer bereits einen eigenen Webshop hat, seinen Absatz aber noch optimieren will, kann über die Shop-im-Shop-Lösung von Wackler im  Rahmen von Elektro-Plus seinen Vertrieb pushen. Wer das Komplettpaket will, lässt auch die Logistik – Kommissionierung, Versand, Retourenmanagement – von Wackler übernehmen.

E-Commerce als Zukunftsperspektive

Brucker hat nach eigenen Angaben das Thema E-Commerce schon länger verfolgt. "Letztlich haben wir uns hier im Haus überlegt, dass das durchaus eine Zukunftsperspektive sein kann", sagt er gegenüber trans aktuell. "Wir haben das Thema Onlineshop einfach mal bei unseren Kunden angesprochen. Schließlich sind sehr viele dabei, die ihre Waren schon übers das Netz vertreiben – oder es könnten." Durchaus vorausschauend hat Wackler damit für seine Kunden die Initiative ergriffen und das Internet für einige als neuen Vertriebsweg erschlossen. "Und siehe da: Die Kunden haben unseren Vorschlag relativ schnell umgesetzt."
 
Inzwischen habe Elektro-Plus eine Artikelvielfalt von 28.000 erreicht, berichtet Brucker. Um der Vielfalt der Wackler-Kunden gerecht zu werden und den Online-Nutzer einen besseren Überblick zu geben, hat Wackler neben der Plattform Elektro-Plus die Anzahl der Shops erweitert – und zwar um die Shops Garten-Plus, Möbel-Plus, Spielwaren-Plus, Gastron-Plus und Kaffee-Plus. "Wichtig ist uns, dass wir nur Markenartikel in den einzelnen Shops anbieten", sagt Brucker.

Internet ersetzt zunehmend stationären Handel

Warum das Endkundengeschäft so gut läuft? "Ich selber kaufe auch viel im Internet", sagt Brucker, "vor allem technisch anspruchsvolle Produkte." Dass sich Käufer im stationären Handel beraten lassen und dann günstig online kaufen, entspreche nicht der Realität. Vielmehr würden sich die meisten Kunden im Internet informieren – und zwar über alle Bereiche und Branchen –, weil sie im Fachhandel nicht mehr die Kompetenz wie früher vorfänden. "Deshalb steigen Hersteller, Großhändler und Händler auch auf den Onlinetrend ein."

Für das Unternehmen Wackler spielt das neue Geschäftsfeld auf jeden Fall bereits eine wichtige strategische Rolle. Im Kern stehen aber nach wie vor die klassischen Logistikaufgaben – die Shop-Abwicklung nutzt Synergien mit den Geschäftsbereichen Logistik und Spedition. Zwar wird die Mehrheit der Artikel direkt in Form von Drop Ship im Namen und in Rechnung von dem entsprechenden Plus-Webshop direkt ab Hersteller versandt. Rund 2.500 Artikel aber sind bei Wackler auf Lager. Geht eine Bestellung bei Elektro-Plus ein, geht diese über eine Schnittstelle ein und wird kommissioniert. Die Bestätigung über den Versand der Ware erhält der Kunden via Wackler vom Elektro-Plus-Server.

Möglich macht dies alles auch ein modernes IT-System auf der Seite von Wackler. Über das MMS (Material Management System) sind nahezu alle Logistikkunden von Wackler angebunden. Elektro-Plus verfügt zudem laut Brucker mit Magento Enterprise über eine moderne Shop-Software für den Onlinehandel.

30.000 Quadratmeter Lagerfläche hat Wackler in Göppingen – eine Erweiterung ist im Bereich des Möglichen. Positiv wirken sich die neuen Aktivitäten auch auf das Stückgutgeschäft aus: Wackler – dieses Jahr zum dritten Mal hintereinander  zum Cargoline-Partner des Jahres gekürt – könne so durch steigende Stückgutmengen profitieren, was bei dem konstant starken Margendruck in dem Bereich schon mehr als positiv ist. Auch eröffnen sich mehr Möglichkeiten für neue Produkte, etwa Zwei-Mann-Handling, Aufbau oder Verpackungsrücknahme – Dinge, die etwa KEP-Dienstleister als weitere Nutznießer des Onlinegeschäfts nur bedingt anbieten können.

Ilona Jüngst

Autor

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Ilona Jüngst

Datum

18. Juni 2014
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