Dettendorfer Zoom
Foto: Karl-Heinz Augustin

Vorsitzender des DIHK-Verkehrsausschusses: Spediteur Georg Dettendorfer im Porträt

Mit Trompete und Lederhose posiert Georg Dettendorfer für den Fotografen. Umgeben ist er von fünf weiteren Musikern sowie einer prächtigen Alpenkulisse. Das Foto ziert das Cover einer CD, die den Titel "Betriebsmusik Dettendorfer" trägt. Die Kapelle spielt seit 1982 zu Unterhaltung und Tanz auf und ist weit über die Region Rosenheim hinaus bekannt, wo Dettendorfers Spedition ihren Sitz hat. "Sie ist eine super Marketingaktion für das Unternehmen", erklärt der Spediteur im Gespräch mit trans aktuell.

Wie in der Firma auch, macht in der Kapelle die Familie mit: sein Vater Johann, sein Bruder Johannes, seine Nichte – und darüber hinaus der Werkstattmeister an der Tuba und der Italien-Disponent am Akkordeon. Bei Dettendorfer ist eben Musik drin. Liebhaber von Polka, Marsch und Walzer können sich bei mehreren Auftritten davon selbst überzeugen – oder das Sextett über das Sekretariat der Firma für eigene Events buchen. "Etwa 30-mal im Jahr treten wir auf", berichtet Georg Dettendorfer. Und es sind nicht die kleinsten Bühnen: So sind auch Auftritte im Hofbräuhaus in München fester Bestandteil des Tourplans. Selbst während der Transport Logistic gab die Kapelle dort ein Gastspiel, was Dettendorfer nach einem anstrengenden Messe­tag auf dem eigenen Stand aber nicht als Last, sondern als willkommenen Ausgleich ansah.

Blutlinie der Dettendorfers geht bis auf das Jahr 1166 zurück

Wie in der Kapelle kann sich Dettendorfer auch in der Firma darauf verlassen, dass es in der Familie nicht zu Misstönen kommt. Sie steht voll hinter dem Unternehmen. Anders wäre die lange Tradition nicht zu erklären. "Unsere Blutlinie geht bis ins Jahr 1166 zurück", berichtet der 47-Jährige. Über Klosterbücher habe die Familie ihre Geschichte so weit zurückverfolgen können. Begonnen hatte sie ihr unternehmerisches Engagement als Inn-Schiffer und Besamer, 1825 taucht der erste Eintrag in der Gewerberolle der Gemeinde Nußdorf am Inn auf. 1929 schafften sich die Dettendorfers den ersten Lkw an – und legten damit den Grundstein für die heutigen umfangreichen Speditions- und Logistikaktivitäten. ­Aktuell beschäftigt die Firmengruppe mit ihren 13 Standorten knapp 580 Mitarbeiter und setzt jährlich mehr als 250 Millionen Euro um.

Schon als Kind wollte Georg Dettendorfer Spediteur werden

Da Georg Dettendorfer in der Spedition aufwuchs, kam für ihn kein anderer Berufswunsch infrage. "Wir sind ja schon als kleine Kinder mit auf dem Lkw gesessen", erinnert er sich. Das habe ihn geprägt. Genauso wie auch seine Kinder bereits auf den Geschmack gekommen sind: Die Tochter ist zwar noch auf dem Gymnasium. Einer der beiden Söhne beginnt zum neuen Lehrjahr aber eine Ausbildung bei DB Schenker. "Der andere überlegt noch, wo er seine Ausbildung macht – er will ebenfalls in die Spedition."

Bei so viel Rückhalt aus der Familie tut sich Georg Dettendorfer auch leichter, seine vielen Ehrenämter wahrzunehmen. Er ist Mitglied sowohl im Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) als auch im Landesverband Bayerischer Spediteure (LBS) sowie im Netzwerk Bayern Innovativ – auf dessen Stand sich die Firma auf der Transport Logistic beteiligte.

Dettendorfer ist Vorsitzender des Verkehrsausschusses beim DIHK

Andererseits räumt der Vollblutunternehmer auch ein: "Wenn ich etwas mache, dann gescheit." Er will sich nicht verzetteln und konzentriert sich bei seinem Engagement daher stark auf die Kammerarbeit. Dettendorfer ist Vizepräsident der IHK für München und Oberbayern und dort Vorsitzender des Verkehrsausschusses. Seit 2012 gehört er auch dem Verkehrsausschuss des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) in Berlin an – wo er seit einigen Wochen eine neue Funktion hat: die des Vorsitzenden.

Dettendorfer freut sich auf die neue Aufgabe. "Sie bietet die Möglichkeit, an die Machtzentralen heranzukommen, wo wichtige Entscheidungen gefällt werden", sagt er und baut darauf, zugunsten der Transport- und Logistikbranche Einfluss nehmen zu können. Die Politik brauche einen kompetenten Partner, wenn es um Zukunftsfragen wie das autonome Fahren oder die Digitalisierung, aber auch um die Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur gehe. Im Verkehrsausschuss habe die Politik diesen Partner. "Und ich will mich gerne mit meinem Wissen und meinem Netzwerk hier einbringen." Das Ehrenamt fordert Dettendorfer auch zeitlich – etwa einen Tag pro Woche fällt er im Unternehmen aus. Doch die Familie hält zusammen – und fängt es auf.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

Datum

30. Juni 2017
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