Alles über Volvo FH
Neuer Volvo FH – Technik, Globetrotter 6 Bilder Video Zoom

Volvo FH – Technik: Auf Nummer sicher

Crashsicherheit, Kurvenlicht, Streckbremse und Telematik-Gateway – nicht nur in den Triebstrang haben die Schweden viel Hirnschmalz investiert.

Sicherheit hat sich Volvo schon immer ganz groß auf die Fahnen geschrieben. Und dazu gehört beim neuen FH nicht nur ein außergewöhnlich crashfestes Fahrerhaus, sondern auch ein neuer Frontunterfahrschutz (FUPS). Der bietet gleich mal 20 statt wie bisher nur zehn Zentimeter Weg zum Absorbieren von Energie, wiegt aber trotzdem weniger als das Pendant beim bekannten FH. Möglich macht es unter anderem der Werkstoff Aluminium statt des bisher verbauten Stahls. 500 Mal hat ­Volvo dem neuen FUPS in Computersimulationen und ein Dutzend Mal im realen Crashgeschehen auf den Zahn gefühlt. Ergebnis: Er steckt ordentlich was weg.

Mehr als die gesetzlichen Anforderungen

"Wir wollten mit diesem System über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen", erklärt Sicherheitsentwickler Peter Rundberget. "Deshalb haben wir viele neue Varianten der Tests entwickelt und decken jetzt mehr als 20 weitere unterschiedliche Kollisionssituationen ab."

Weiteres Novum nicht nur beim kommenden FH, sondern generell im Lkw: optional erhält­liches Kurvenlicht. Das Abblendlicht folgt damit dem Straßenverlauf, so gut es kann. Biegt das Fahrzeug um scharfe Ecken, dann hat der neue FH als erhellendes Moment für solche Fälle ein vergrößertes statisches Abbiegelicht zu bieten.

Gefahr gebannt dank Impuls-Steckbremse

Sollte der Fahrer an das scharfe Eck mit zu viel Tempo heranbrausen, bannt der neue FH die heraufziehende Gefahr per Impuls-Streckbremse. Das hat mit der guten alten – und hierzulande schon lange verbotenen – Streckbremse nur noch wenig zu tun. Zwar streckt sie weiterhin den Zug durch Aktivierung der Hängerbremsen. Doch geschieht diese Impulsbremsung der gezogenen Einheit automatisch und ist auf klappmesserverdächtige Situationen beim Bergabfahren sowie Abbiegen beschränkt. Generell arbeitet das System nur bei Geschwindigkeiten bis 50 km/h.

Weite Voraussicht in jeder Hinsicht ist überhaupt ein charakteristischer Zug am neuen Volvo. So gibt es beim neuen FH eine Art Online-Unterstützung auf der Straße, für die der Druck auf die mit "VAS" beschriftete Taste genügt. Automatisch werden Fahrgestellnummer, Position und die Codes möglicher Fehler übermittelt. Der Fahrer bekommt umgehend Verbindung mit einem Ansprechpartner, der seine Sprache spricht. Das System orientiert sich dazu an der Landeseinstellung im digitalen Tachografen. Natürlich hilft der Volvo Action Service (VAS) auch, wenn der Fahrer krank geworden ist oder wegen eines Notfalls schnell nach Hause muss.

Drahtloser Zugriff auf Fahrzeugdaten

Über das sogenannte Telematik-Gateway kann die Werkstatt beim neuen Volvo sogar drahtlos auf alle Eckdaten des Fahrzeugs zugreifen und sich so optimal auf das vorbereiten, was sie beim Einlaufen des Lkw erwartet. Umgekehrt kann die Werkstatt auch warnen, um es zu einer Panne erst gar nicht kommen zu lassen. Per "Fahrzeugparameter online" können die Serviceleute generell auch aus der Ferne auf den Lkw zugreifen, um zum Beispiel gewisse Parameter zu kalibrieren.

Obendrein wird Volvo diese Telematik-Plattform nutzen, um der Software der vielen elektronischen Helferlein im neuen FH bei Bedarf und aus der Ferne ein regelmäßiges Update angedeihen zu lassen. Das Spektrum reicht von der I-Shift-Schaltstrategie bis hin zur Motorsteuerung. Insgesamt verspricht und garantiert ­Volvo sogar jedem, der den Servicevertrag Gold abschließt, eine hundertprozentige Fahrzeugverfügbarkeit in den ersten sechs Jahren, ein Ersatzfahrzeug im Pannenfall eingeschlossen.

Drahtlos funktioniert beim neuen FH nicht zuletzt auch die Fernbedienung, die viel mehr kann,  als nur Luft in die Federbälge pumpen oder ablassen. Sie ist eines der eher verborgenen, aber dennoch ganz großen Highlights im neuen Volvo. "Die Reaktion auf den Prototyp war in Fahrertests sehr positiv", resümiert Komponenten­spezialist Markus Olsson. "Daher haben wir das System zur Serienreife gebracht."

Chassis heben per Fernbedienung

Diese Fernbedienung kann das Chassis heben und senken, startet auf Wunsch zudem den Motor oder bringt ihn zum Schweigen. Sie lässt eine Ladebordwand bei Bedarf auf- und niederfahren oder hochklappen und hat zugleich Zugriff auf die Beleuchtung. Damit nicht genug: Auch den Lkw zur Seite neigen und zu verriegeln gehört zu den vielen Kunststücken, die das kleine Wunderwerk zu vollführen in der Lage ist.

Für den Fahrer von Wechselbrücken bedeutet das obendrein: Statt bisher nur zwei kann er jetzt drei Standardhöhen für die Brücken speichern. Beim Anfahren an die Rampe wiederum macht sich das neue Volvo-System dadurch besonders nützlich, dass es vier verschiedene Höhen für die Laderampen speichern und auf Knopfdruck abrufen kann. Vor Augen führen kann sich der Fahrer obendrein ständig, wie es um die Achslasten bestellt ist.

Um Überladung oder ungleichmäßige Achslastverteilung zu verhindern, muss der Fahrer also nicht mehr ständig zwischen Lastanzeige in der Kabine und Laderaum hin- und herturnen, sondern kann die entsprechenden Eckdaten bequem vom Laderaum oder von der Rampe aus checken. Was das Gesamtgewicht angeht, kann er das System problemlos jeweils im Fahrerhaus mit der Lastanzeige des Lkw kalibrieren. Speicherbar sind maximal 20 verschiedene Auflieger oder Anhänger.

Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin, Volvo

Datum

5. November 2012
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