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Verkaufsstart des Abbiegeassistenten beginnt: Daimler will Lkw-Abbiegeunfälle verhindern

Der Fahrzeugbauer Daimler macht einen weiteren Schritt in Richtung Lkw-Sicherheit. Er bietet seinen Kunden mit dem Abbiegeassistenten (Sideguard  Assist) erstmals ein Fahrerassistenzsystem zum Schutz vor Unfällen mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern an. Daimler Trucks-Chefentwickler Sven Ennerst erläutert die Vorteile des Systems.

Die Transportwirtschaft will den oft verheerend endenden Lkw- Abbiegeunfällen einen Riegel vorschieben. Die BG Verkehr etwa wirbt für den Einbau von Kamera-Monitor-Systemen (KMS). Sie hat einige Systeme in der Praxis getestet und die positiven Ergebnisse in einer Broschüre zusammengefasst. Am 9. November stellt sie ihre Erkenntnisse auch auf einer Konferenz zum Thema Abbiegeunfälle in Hamburg vor.
Einen großen Beitrag für mehr Sicherheit möchte auch der Fahrzeughersteller Daimler leisten. Er bietet seinen Kunden mit einem auf der IAA Nutzfahrzeuge vorgestellten Abbiegeassistenten (Sideguard  Assist) erstmals ein Fahrerassistenzsystem zum Schutz vor Unfällen mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern an.
"Der Markt hat lange auf ein solches System gewartet", sagt Sven Ennerst, weltweiter Entwicklungschef bei Daimler Trucks, im Gespräch mit der Fachzeitschrift trans aktuell. "Das wissen wir aus den vielen Gesprächen mit unseren Kunden", ergänzt er. Der offizielle Verkaufsstart hat bereits begonnen.

Abbiegeassistent anfangs noch nicht für alle Varianten

Den Abbiegeassistenten gibt es zunächst für mehrere, noch nicht aber für alle Varianten. "Das liegt daran, dass wir die Systeme erst auf verschiedene Fahrzeuge anpassen müssen – zum Beispiel auf den Radstand und den jeweiligen Einsatzzweck", erläutert Ennerst. "Das braucht noch etwas Zeit." Als Nachrüstlösung werde Daimler das System nicht anbieten. Eine solche wäre nach Ansicht des Chefentwicklers sehr aufwändig zu realisieren.
Was die Technologie angeht, fiel die Wahl der Daimler-Verantwortlichen auf eine Radarsensorik. "Es gab in der Branche unterschiedliche Technologieversuche mit Kameras und Ultraschallsensorik", berichtet Ennerst. Die arbeiteten jedoch längst nicht so präzise und zuverlässig. "Mit der gewählten Radarsensorik warnt das System sehr zuverlässig und stabil", betont der Daimler-Mann. Darüber hinaus verhalte sich der Abbiegeassistent sehr unauffällig – und zeigt einie drohende Kollision in Form von roten Leuchtsignalen an der A-Säule und entsprechenden Warntönen an. "Wir glauben, dass sich das System mit dieser Technologie sehr schnell durchsetzen wird", sagt Ennerst. Der Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern käme das in jedem Fall zugute.

Laut Daimler gleich mehrere Vorteile

Mit der Entscheidung für einen Abbiegeassistenten profitieren Fuhrparkbetreiber laut Daimler von mehreren Vorteilen auf einmal
• Warnung und Unterstützung beim Abbiegen, falls eine Kollision mit Fußgängern oder Radfahrern droht
• Berechnung der Schleppkurve des Trailers – der Fahrer wird vor mobilen oder stationären Gegenständen gewarnt
• Abbiegeassistent detektiert die gesamte Länge des Fahrzeugs und unterstützt den Fahrer beim Einscheren in den Verkehr
• Intelligentes und  selbstlernendes System: Wird der Trailer gewechselt, lernt sich das System neu ein

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

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Daimler AG - Global Communications Commercial Vehicles

Datum

31. Oktober 2016
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