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Vergleichstest Zwölftonner: Iveco, MAN, Mercedes und Volvo treten an

Das Segment der Zwölftonner steht vor dem Umbruch. Ab Oktober ist die Lkw-Maut ab 7,5 Tonnen fällig. Das muss aber nicht bedeuten, dass die Verteiler-Mittelklasse an Bedeutung verliert. Ein Test der wichtigsten Modelle.

Zehn Jahre lang haben Lkw bis zwölf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht die deutsche Lkw-Maut auf Autobahnen elegant umfahren, was ihnen den martialischen Beinamen Mautkiller eingebracht hat. Ab Oktober ist die Maut aber ab 7,5 Tonnen fällig. Steht damit eine ganze Fahrzeugklasse vor dem Aus? Nicht unbedingt, denn im Gegensatz zu den aktuellen 7,5 Tonnen schweren Modellen können die Mautkiller mit durchweg guten Nutzlastwerten im Verhältnis eins zu eins zum Eigengewicht aufwarten. Mit weitgehend identisch starken Motorisierungen zwischen 180 und 220 PS schultern die 7,5-Tonner höchstens magere zwei Tonnen Ladung – in vielen Fällen zu wenig, um als Ersatz für die Zwölftonner herzuhalten. Zumal die Maut für Lkw-Anhänger-Kombinationen ohnehin anfällt. Die Zwölftonner werden also weiterleben.

Entkoppelt von der mautbezogenen Gewichtsgrenze können sie je nach Auslegung des Basisfahrzeugs solo als 15-Tonner oder als Hängerzug bis zu 26 Tonnen Gesamtgewicht bewegen. Die Berechtigung dieser leichten Transportfahrzeuge unterhalb der klassischen 18-Tonnen-Solofahrzeugen ergibt sich nicht nur aus dem deutlich geringeren Anschaffungspreis. Die Lkw der Zwölftonnen-Klasse lassen sich im städtischen Distributionseinsatz vielfach deutlich wendiger und wirtschaftlicher bewegen als ein ausgewachsener 18-Tonner. Gerade mit der starken Zunahme kleinteiliger Frachten durch den Online-Versandhandel muss man sich um die Zukunft dieser Gattung keine Sorgen machen. Ein größerer Wandel steht wohl eher den neuen Mautkillern ins Haus: Mit den aktuell dürftigen Nutzlastwerten kann die Losung nur heißen: "Neue 7,5-Tonner braucht das Land!".

Schwere Transporter schließen von unten auf

Von unten wachsen schwere Transporter heran – Iveco hat es soeben mit dem Daily vorgemacht, den es nun auch als bis zu 205 PS starken 7,2-Tonner gibt. Die sechs europäischen Lkw-Anbieter – Scania ist in dieser Gewichtsklasse außen vor – gehen mit rundum aktuellen Fahrzeugen an den Start. DAF hat den LF 55 komplett erneuert, Iveco setzt auf den bewährten, aber immer wieder aufgefrischten Eurocargo, MAN bleibt mit dem gediegenen TGL dem Marktführer Mercedes Atego auf den Fersen. Auch Volvo und Konzernschwester Renault Trucks gehen mit den erneuerten Euro-6-Baureihen FL und D an den Start. DAF und Renault wollten sich aber dem Vergleich in der Zwölftonnen-Klasse nicht stellen. Schade, haben doch beide Hersteller im vergangenen Jahr ihre neuen Modelle immer wieder stolz auf Messen präsentiert. Ohnehin hätten alle Hersteller mit mehr Mut zum Vergleich antreten dürfen.  Im Vorfeld lehnten sie Verbrauchsmessungen ab, obwohl die Fahrzeuge bis auf den Iveco annähernd vergleichbar aufgebaut sind.

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OWI Media

Datum

29. Mai 2015
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