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Vereinfachte Reifenprüfung: Michelin entwickelt Software für alle Fälle

Reifenpflege: Mit Michelin Tire Care erweitert der Reifenhersteller das Serviceangebot um drei Software Lösungen für Transport- und Busunternehmer. Das digitale Reifen-Logbuch Tire-Log, die Online-Anwendung i-Check und die dritte Variante i-Manage beziehen alle Fuhrparkgrößen mit ein.

Betriebskosten senken, Standzeiten minimieren und Verkehrssicherheit erhöhen: Das sind die drei wesentlichen Ziele, die sich der Reifenhersteller Michelin mit der Einführung des Reifenmanagement-Systems Michelin Tire Care auf die Fahne geschrieben hat. Mit dem Serviceangebot zielen die Franzosen auf ­Speditionen und Fuhrparks des öffentlichen Nahverkehrs mit eigener Werkstatt ab. Ihnen gibt Michelin drei Software-Lösungen an die Hand für mehr Kontrolle bei der Reifenlagerung und -wartung.

Der Reihe nach: Bei Tire-Log handelt es sich um ein digitales Reifen-Logbuch in Form einer App. Die Anwendung für Smartphones und ­Tablets soll Transportunternehmer bei der Lagerung und Planung von Wartungs- und Servicearbeiten wie Nachschneiden, Runderneuern und Reifenwechsel unterstützen. Tire-Log ist in einschlägigen Download-Portalen ver­fügbar und richtet sich nach Angaben von Michelin vor allem an kleinere Fuhrparks mit weniger als 20 Fahrzeugen.

Der Tire-Log hilft den Überblick zu behalten

Der Download zeigt, dass es einer kurzen Registrierung bedarf, bevor der Spediteur Bestandsfahrzeuge im App-Logbuch eintragen kann. Dabei lassen sich nicht nur Zugmaschinen, sondern auch Auflieger in den Fahrzeugbestand aufnehmen. Nach dem Speichervorgang kann für jede Achsposition ein Reifen definiert werden. Die Auswahl erfolgt dabei nach Reifengröße, Profiltiefe, Laufleistung und Fülldruck. Über einen zweiten Navigationspunkt kann zudem der eingelagerte Reifenbestand erfasst werden. Interessant bei der Reifenerfassung: Der Spediteur ist nicht an die Marke Michelin gebunden. Auch die Produkte anderer Hersteller lassen sich über ein Drop-down-Menü auswählen. Anschließend lässt sich im Tire-Log durch das Setzen von Kontrollhäkchen festhalten, ob es sich bei dem montierten Reifen um ein repariertes, nachgeschnittenes oder auch runderneuertes Modell handelt. Ein Neureifen wird in der App ohne entsprechende Markierung festgehalten. Gleiches gilt auch für Pneus, die gelagert werden. Nach Abschluss der Bestandserfassung lässt sich über das App-Menü eine Übersicht abrufen, nach der der Reifenbestand gefiltert nach Fahrzeugen, Profiltiefe, Laufleistung, Achsposition und Marke abgerufen werden kann. Somit ist ­eine Statusabfrage jedes einzelnen Reifens möglich.

Für eine verkürzte Reifenprüfung sorgt der i-Check

Mit der Online-Anwendung i-Check richtet sich Michelin indes an Flottenbetreiber mit mehr als 100 Bestandsfahrzeugen. Bei dem Online-Tool handelt es sich um eine in Funktion und Umfang erweiterte Variante der App, mit der es laut Hersteller möglich ist, den Reifenbestand in Echtzeit zu überwachen. Der Vorteil liege dabei im Zeitaufwand bei der Reifenprüfung und -bestandsaufnahme. Diese verkürzt sich laut Hersteller um rund ein Drittel. Zudem ermögliche i-Check den 24-stündigen Zugriff auf alle Reifendaten. Reifenprobleme könnten dadurch rechtzeitig erkannt, Abfahrgrenzen des Profils optimal genutzt und Reifeninstandsetzungs-Maßnahmen entsprechend terminiert werden. Die Nutzung von i-Check erfolgt wie bei der Tire-Log-Anwendung über eine Registrierung. Zugriff auf die Reifendaten erhalten Michelin-Kunden über den Online-Kundenzugang oder über die Website.

Die Erfassung der Reifendaten, sowohl Lagerbestand als auch montiert, erfolgt über ein im ­Lieferumfang von i-Check enthaltenes Werkstatt-Kit. Dieses umfasst einen Profiltiefenmesser und ein Luftdruckprüfgerät, welche die Prüfdaten via Bluetooth an einen Personal Digital Assistant (PDA) weiterleiten. Dieser dient als Schnitt­stelle für das i-Check-Portal. Die so gesammelten Reifendaten werden anschließend in einem Reporting zusammengefasst und bei Bedarf auch mit Warnungen versehen, falls ein Bestands­reifen auffällig wird. Die Warnmeldung selbst übermittelt Michelin direkt online.

Der öffentliche Nahverkehr profitiert von i-Manage

Bei der dritten ­Reifenmanagement-Variante i-Manage setzt Michelin auf den Einsatz der Radio Frequency Identification (RFID). Der entsprechende Chip soll bis 2018 für die gesamte Palette an Nutzfahrzeugreifen verfügbar sein. Angebracht ist der RFID-Chip auf der Seitenwand des Reifens. Damit Bordsteinrempler dem Chip nicht gefährlich werden, verwendet Michelin die Reifeninnenseite. Nach Angaben des Reifenherstellers sammelt i-Manage alle Reifendaten und wertet diese aus – vom Kauf über Nachschneiden und Runderneuerung bis hin zur Entsorgung.
Über den Online-Kundenzugang erhalten Transportunternehmer zudem Zugang zu Analysen und Berichten zu Reifenfülldrücken, Restprofilen, dem allgemeinen Zustand der Reifen, dem daraus resultierenden Reifenbedarf und zum Lagerbestand. Die Datenerfassung erfolgt innerhalb der Werkstatt über RFID-Lesegeräte. Diese kommunizieren via Bluetooth mit Smart­phones oder Tablets, für die Michelin ebenfalls eine eigens für i-Manage entwickelte App anbietet. Die so generierten Daten werden nach Angaben von Michelin auf einen eigenen Server übertragen, sicher gespeichert und anschließend an den Anwender zurückgespielt.

Der Service von i-Manage richtet sich allerdings im ersten Schritt vor allem an Busbetreiber und -fuhrparks des öffentlichen Nahverkehrs. Eine Ausweitung auf den Speditions- und Logistiksektor ist nach Angaben des fränzösichen Reifenherstellers jedoch noch bis Mitte 2016 geplant. Dann könnte das RFID-Service-Paket für Transporteure durchaus werden. Denn bei der Vorstellung des Tire-Care-Servicepakets in Paris ließ Michelin verlauten, dass die Kosten für i-Check und i-Manage je nach Paketumfang zwischen ­einem und neun Euro je Lkw und Monat betragen. Und das könnte in puncto Betriebskosten den einen oder anderen Unternehmer mit eigener Werkstatt durchaus neugierig machen.

Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 03/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
Knut Zimmer

Autor

Foto

David Reygondeau

Datum

22. Februar 2016
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