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Foto: Karl-Heinz Augustin

Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg: Spediteure zeigen Flagge für Europa

Die Transport- und Logistikwirtschaft setzt sich für ein offenes Europa ein. Der Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg (VSL) hat dazu eine entsprechende Initiative auf der Fachmesse Transport Logistic vorgestellt.

Die europakritischen Stimmen nehmen zu. In Kernländern der EU stellen Rechtspopulisten das gemeinsame Werte- und Wirtschaftsgebilde infrage und schaffen es in Österreich und Frankreich sogar in die Stichwahl einer Präsidentschaftswahl. Für Logistikunternehmer Karlhubert Dischinger aus Ehrenkirchen sind das Alarmsignale. Das Fass zum Überlaufen brachten bei ihm dann Medienberichte über ein spanisches Kriegsschiff, das vor der britischen Exklave Gibraltar aufkreuzte. Da stand für Dischinger, der zugleich Präsident des Verbands Spedition und Logistik Baden-Württemberg (VSL) ist, fest: Auch die Transport- und Logistikbranche ist gefordert, ein Zeichen zu setzen, Flagge für Europa zu zeigen und sich deutlich zur Europäischen Union zu bekennen.

Eine entsprechende Initiative mit dem Titel "Logistics for Europe" stellte der VSL am Donnerstag auf dem Baden-Württemberg-Stand auf der Fachmesse Transport Logistic in München vor.

Europa ist friedenssichernd und wohlstandswahrend

Europa dürfe nicht von Populisten nieder gemacht werden, warnte Dischinger. "Schließlich haben wir seit 70 Jahren Wohlstand und Frieden, nicht zuletzt aufgrund offener Grenzen", erklärte der Unternehmer aus Südbaden und bekräftigte, es lohne sich, sich für Europa zu engagieren. Dischinger weiß, was Schlagbäume und Kontrollen für die Wirtschaft und Bevölkerung bedeuten. Mehrere Kilometer Stau erlebt er täglich vor der Haustür auf der A5 nach Basel. Präsent sind ihm auch die Erfahrungen im Schweiz-Verkehr vor Jahrzehnten: "Ich weiß noch, wie viele Tassen Espresso wir getrunken haben, bis wir endlich den Stempel bekommen haben, um in Chiasso über die Grenze zu kommen", sagte er. Nun ist die Schweiz zwar kein EU-Mitglied, doch eine solche Zollabfertigung möchte er sich nicht an den Grenzen innerhalb von EU-Ländern vorstellen.

"Unsere Aufgabe muss es daher sein, politischer zu werden – nicht um Parteien zu unterstützen, sondern um uns für ein freies Europa mit freien Grenzen zu engagieren", erklärte Dischinger. Mehr als 20 Unternehmen aus den Bereichen Transport, Logistik, Fahrzeugbau, Frachtenbörsen und Medien haben sich der Initiative bereits angeschlossen.trans aktuell unterstützt die Initiative ebenfalls. Zur Präsentation zeigten gleich rund ein Dutzend weitere Unternehmen Interesse. "Ich gehe davon aus, dass wir einen Stein in das Wasser geworfen haben, der jetzt langsam Wellen bringt", sagte Dischinger. Das bestätigte sich durch Worte von Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV). "Europa ist friedenssichernd und wohlstandswahrend", erklärte Huster.

DSLV will europäischen Verband Clecat für Aktion gewinnen

Es lohne sich, für dieses hohe Gut zu kämpfen. Der DSLV werde die Aktion unterstützen und versuchen, dafür auch seinen europäischen Verband Clecat zu gewinnen. Auf seiner Seite www.logistics-for-europe.com erläutert der VSL in einer Zehn-Punkte-Liste, warum sich ein Bekenntnis zu einem offenen und freien Europa lohnt. Auf der Seite finden sich auch die Logos und Namen der Mitstreiter. Die Initiative weiter vorantreiben will Dischinger auch im Rahmen eines Sommerfests seines Verbands am 5. Juli beim Fahrzeugbauer Kässbohrer in Ulm, der die Aktion als internationales Unternehmen ebenfalls unterstützt, und im Rahmen seiner Mitgliederversammlung am 18. Juli in Baden-Baden.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

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Datum

11. Mai 2017
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