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VDA Logistik Award 2015: Opel überzeugt mit Supply-Chain-Steuerung

Nichts weniger als eine intelligente Supply-Chain-Steuerung haben sich die Bundesvereinigung Logistik (BVL) und der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Leipzig als Thema auf die Fahnen geschrieben.

Global, transparent und effizient soll das Ganze funktionieren, so das Credo des Forums Automobillogstik, welches die beiden Akteure zum nunmehr dritten Mal zusammen veranstalten. Als ein besonders gutes Beispiel für eine gelungene Supply Chain zeichnet der VDA in diesem Jahr den Automobilbauer Opel aus.

Der Vorsitzende der Jury Prof. Dr. Wolfgang Stölze von der Universität St. Gallen lobt: "Die integrierte Supply-Chain-Organisation wird strikt umgesetzt und mit Leben gefüllt." Was das genau bedeutet, erklärt Marzell Bandur, Leiter Supply Chain Planning bei Opel, der die globale Wertschöpfungskette der Rüsselsheimer umgestellt hat. Die sequenzielle Planung brachte nämlich unter anderem aufgrund der zunehmenden Komplexität zunehmend zeitliche Probleme mit sich. "Ein Teil, dass sich mehrere Wochen auf einem Container-Schiff befindet, ändert sich nicht", sagt Bandur.

Sequenzielle Planung basiert auf Theorie

Doch bei der sequenziellen Planung wurde zu einem großen Teil aufgrund einer theoretischen Vorhersage die Autoteile bestellt. Denn die Fahrzeug-Auftragsebene und die Materialebene waren prozesstechnisch und organisatorisch voneinander getrennt. Und eben hier liege das Problem. Denn der Kunde erwarte immer mehr Flexibilität bei einer zugleich kurzen Lieferzeit. Bislang musste Opel folglich immer mithilfe der Lieferanten nachsteuern, wenn ein Teil für ein vom Kunden konfiguriertes Fahrzeug fehlte.

Mittlerweile setzen die Rüsselsheimer auf eine integrierte Planung. Soll heißen, dass bereits während der Konfiguration des Pkw geprüft wird, ob alle Teile für die Produktion vorhanden sind. "Das hört sich zwar trivial an, ist es im Einzelfall aber nicht. Bei der Wahl einer Lichtmaschine  kommt es etwa nicht nur auf den Motor sondern auch auf das verbaute Getriebe an", erklärt Bandur. Bei 20 Fahrzeugmodellen und sieben Werken in Europa wird das Ganze noch komplizierter.

Bereichsübergreifendes Team agiert kurzfristig

Mit dabei war daher der Stuttgarter IT-Dienstleister Flexis, der die entsprechenden Programme implementiert hat. "Eine IT ist aber nur so gut, wie die Menschen, die damit arbeiten", sagt Bandur. Wobei auch an dieser Stelle umstrukturiert wurde. So fasste Opel die Mitarbeiter in der Materialwirtschaft, dem Auftragsmanagement und der Logistik zusammen. Es entstand ein bereichsübergreifendes Team, das besser auf kurzfristige Gegebenheiten reagieren kann.

Für Opel liegen die Vorteile auf der Hand: Die Liefertreue konnte um durchschnittlich mehr als zehn Prozent verbessert werden. Zudem konnte der Konzern den Materialbestand reduzieren und muss dennoch seltener zum letzten Mittel, den Sonderfahrten, greifen. Das alles spart letztlich Kosten. Und für den Kunden? "Dem kann der Händler noch während der Fahrzeugkonfiguartion sagen, wie sich die Lieferzeit ändert, wenn er die eine oder andere Zusatzoption wählt - oder eben auch weglässt", erklärt Bandur. Mehr Transparenz geht nicht.

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Opel

Datum

4. Februar 2015
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