UPS, Nachtschicht, Flughafen Zoom

UPS: Nachts laufen die Bänder heiß

Am Flughafen Köln-Bonn kann UPS 190.000 Pakete stündlich umschlagen – trans aktuell blickt hinter die Kulissen

Wenn andere schlafen, fängt für die UPS-Mitarbeiter am Flughafen Köln-Bonn (CGN) die Schicht an. Nacht für Nacht, von sonntags bis freitags. Auch in dieser Nacht herrscht um 23 Uhr um den Airport herum reges Treiben. Es geht durch die Sicherheitskontrolle, Shuttles bringen die Arbeitskräfte zu den Frachthallen. Im Minutentakt rollen die Busse an und ab.


Jede Nacht starten und landen am Köln-Bonner Airport 39 UPS-Flugzeuge. Rund 300 Lkw und Transporter werden zudem abgefertigt. Sie haben Millionen von Paketen und Dokumenten an Bord. Die UPS-Mitarbeiter sortieren diese in kürzester Zeit, damit sie am nächsten Tag beim Empfänger ankommen. 2015 hat der US-Paketdienst weltweit 4,7 Milliarden Sendungen abgewickelt, 2016 konnte er die Zahl toppen. Allein am Spitzentag, drei Tage vor Heiligabend, hat UPS in über 220 Ländern und Gebieten 37 Millionen Pakete zugestellt.

237 eigene Flugzeuge

Big Brown, wie der Dienstleister in den USA genannt wird, hat bereits 1986 seinen Europa-Luftfracht-Hub am Flughafen Köln-Bonn eingerichtet. Zwei Jahre später gründete das Unternehmen seine eigene Airline. Heute besitzt UPS 237 eigene Maschinen und chartert temporär oder dauerhaft 400 weitere Flugzeuge, die es individuell in seinem Luftfracht-Netzwerk einsetzt. Partner sind ASL Aviation Switzerland, Air Contractors, Quick Jet oder Swiftair.

CGN ist das Herzstück des europäischen UPS-Expressnetzwerks. Rund 190.000 Pakete können pro Stunde auf einer Operationsfläche von 105.500 Quadratmetern sortiert werden.
Im Inneren der Frachthallen befinden sich dafür rund 40 Kilometer Förderbänder. Vom Eingang bis zum Ausgang ist ein Paket nur rund 15 Minuten unterwegs. Besuchern wird beim Zuschauen der vorbeisausenden Sendungen fast schwindelig.


Der Standort Köln-Bonn liegt geografisch geschickt: Mitten in  Europa gelegen, ist die Flugzeit in alle Richtungen etwa gleich lang. Läge der Hub etwa in Porto, wäre  der Weg nach Russland zu weit, Abholzeiten müssten verkürzt oder Zustellzeiten verlängert werden. Über CGN kann UPS in der dicht bevölkerten Wirtschaftszone, der sogenannten Blauen Banane, viele Kunden erreichen. Im Umkreis von 500 Kilometern ist das Unternehmen auch über ein Bodennetzwerk mit rund 100 Millionen potenziellen Kunden verbunden.

Betrieb an 24 Stunden möglich

In Köln-Bonn kann UPS auch noch expandieren. Erst 2014 hat das Unternehmen eine neue Frachthalle angebaut. Am Flughafen besteht kein generelles Nachtflugverbot, der Betrieb ist also an 24 Stunden möglich – und das mindestens bis zum Jahr 2030. UPS ist vor Ort der größte Arbeitgeber. 2.800 Mitarbeiter – überwiegend in Teilzeit – arbeiten jede Nacht 3,5 bis sechs Stunden.

CGN ist mit rund 30 europäischen Flughäfen im Hub-and-­Spoke-System über Zubringer­flüge verbunden. Kleinere Maschinen von regionalen Airports bringen ihre Sendungen zu größeren Flughäfen, wo sie konsolidiert werden – etwa von Bilbao nach Madrid, um dann mit einer größeren Maschine nach Köln-Bonn zu fliegen. Um 23 Uhr beginnt das sogenannte Inbound-Fenster, das um ein Uhr morgens schließt. In diesen zwei Stunden landet der Großteil der UPS-Flotte und wird direkt entladen. Flugzeuge von Interkontinentalrouten landen etwas früher.

In 3,5 zum sortierten Volumen

Von 23 Uhr bis 2.30 Uhr wird dann sortiert. Die Herausforderung lautet: In 3,5 Stunden aus weltweit unsortiertem Volumen sortiertes Volumen zu machen, die Aircontainer zu befüllen und in die Flugzeuge zu laden. Alles danach bis zum frühen Morgen ist schon der Outbound. Die letzte Maschine startet um 5.30 Uhr.

Ein sogenannter Early-Freighter Richtung Westen verlässt Köln-Bonn schon um 21.30 Uhr. Er landet um Mitternacht Ortszeit in Louisville, Kentucky (USA), dem World Port von UPS, wird entladen und die Sendungen werden auf ihre Zielrouten verteilt. So kann der Paketdienst über 90 Prozent aller Geschäftsadressen in den USA, Teilen Kanadas und sogar Mexikos eine Zustellung bis 10.30 Uhr am nächsten Tag garantieren. Fünf weitere Verbindungen in die USA mit Zustellung am nächsten Tag starten nachts nach Newark, New Jersey, Philadelphia, Pennsylvania und Lou­i­s­­­ville. Der Early-Freighter aus Asien erreicht Köln-Bonn etwa um Mitternacht. Hier bietet UPS die Zustellung am nächsten Tag für 19 europäische Regionen und 39 Wirtschaftszonen. Weitere Flugverbindungen gibt es zum Beispiel nach China, Thailand und Indien.


Um kurz vor drei Uhr haben die meisten Flugzeuge CGN schließlich verlassen. Shuttles bringen die Mitarbeiter zurück zum Ausgang.

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UPS

Datum

17. Januar 2017
5 4 3 2 1 5 5 1
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