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Umweltbonus für Elektroautos: Förderfähige Fahrzeuge in der Übersicht

Eine Kaufprämie soll die Nachfrage von Elektronutzfahrzeugen ankurbeln. Wir haben eine Auswahl förderfähiger Autos als Übersicht zusammengestellt und informieren über die Einzelheiten.

Klamotten, Essen und Spielzeug – immer mehr Menschen lassen sich alles Mögliche nach Hause liefern. Der Verteilerverkehr für die sogenannte letzte Meile boomt. Gerade für den urbanen Raum, wo die Umweltbelastung durch herkömmlich angetriebene Dieselfahrzeuge sehr hoch ist, und bei dem nur wenige Kilometer zwischen den Kunden liegen, sind Elektronutzfahrzeuge daher eine interessante Alternative für die Branche.

Um die Nachfrage anzukurbeln, hat die Bundesregierung auf dem Autogipfel im Mai 2016 den Umweltbonus beschlossen. Die Kaufprämie soll dafür sorgen, dass die Zahl der Elektro- und Hybridautos von derzeit nicht mal 50.000 Stück auf über eine halbe Million steigt – bis 2020 sollten es nach Willen der Bundesregierung eine Million umweltfreundlicher Fahrzeuge sein.

Wie kommen Kunden an die Prämie?

Seit Anfang Juli können Interessenten beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ausschließlich online den sogenannten Umweltbonus beantragen. Die Abwicklung der Prämie erfolgt dann direkt beim Kauf über den Hersteller.

Wer bekommt sie?

Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, die ein entsprechendes Neufahrzeug seit dem 18. Mai 2016 zugelassen haben, können den Umweltbonus beantragen. Bei der Vergabe der Fördergelder gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Wie viel Geld gibt es?

Die Prämie beläuft sich auf 4.000 Euro für ein rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug beziehungsweise 3.000 Euro für ein Fahrzeug mit Plug-in-Hybrid. Letztere kombinieren einen Verbrennungsmotor mit Elektroantrieb und können eine begrenzte Strecke rein elektrisch zurücklegen. Zum Aufladen müssen Plug-in-Hybride an die Steckdose. Hybridfahrzeuge ohne externe Lademöglichkeit werden nicht gefördert. Das gilt auch für Autos, deren Netto-Listenpreis für das Basismodell 60.000 Euro übersteigt. Somit gehen Käufer eines deutlich teureren Iveco Daily Electric leer aus. Auch der als Quad eingestufte Renault Twizy Cargo fällt nicht unter die Förderungsrichtlinien des Bundes. Allerdings gewährt der französische Hersteller zurzeit 2.000 Euro Rabatt – damit ist der für Kurier- und Essenslieferdienste geeignete Twizy Cargo bereits ab 7.793 Euro erhältlich. Die Hersteller Renault und Nissan erhöhen zusätzlich die Prämie um 1.000 Euro.

Woher kommt das Geld?

Für den Umweltbonus kommen der Bund und die Automobilhersteller zu gleichen Teilen auf. An der Aktion beteiligen sich zahlreiche deutsche und ausländische Hersteller. Allerdings liegt die Förderungs-Obergrenze beim Bund bei 600.000 Euro, die bis 30. Juni 2019 aufgebraucht sein müssen. Sollte der Prämientopf schon vor diesem Stichtag leer sein, gehen die Antragsteller wie schon bei der Abwrackprämie leer aus. 400.000 Fahrzeuge mit umweltfreundlichem Antrieb könnten somit theoretisch gefördert werden. Aber nur Citroën, Nissan, Peugeot, Renault, Streetscooter und Volkswagen haben auch Nutzfahrzeuge im Programm.

Welche weiteren Vorteile haben Käufer?

Alle reinen Elektroautos sind rückwirkend zum 1. Januar 2016 für zehn Jahre, anstatt bisher fünf Jahre von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Darüber hinaus stellt der Bund rund 300.000 Euro für die Errichtung von 15.000 neuen Ladestationen bereit. Der Anteil an E-Autos im Fuhrpark des Bundes soll künftig ein Fünftel betragen, dafür gibt die Bundesregierung noch mal 100.000 Euro aus.

Kritik am Umweltbonus

Dass die milliardenschwere Automobilindustrie, die zuletzt mit der Manipulation von Abgaswerten negative Schlagzeilen machte, jetzt durch Steuergelder subventioniert wird, ist für Umweltverbände nur schwer nachvollziehbar. Darüber hinaus gehen Unternehmen, die mit E-Bike, E-Roller oder nachträglich umgerüsteten Elektrofahrzeugen unterwegs sind, leer aus. Aber auch diese müssen indirekt für die Kosten der E-Auto-Prämie aufkommen, schließlich wird diese zur Hälfte aus Steuergeldern finanziert.

Größter Kritikpunkt bleibt das sehr überschaubare Angebot an Elektronutzfahrzeugen. Gerade mal eine Handvoll Elektronutzfahrzeuge sind überhaupt am Markt verfügbar. Plug-in-Hybride sucht man in diesem Segment vergebens. Der Kreis förderfähiger Fahrzeuge lässt sich noch etwas erweitern: So bietet Fahrzeugeinrichtungsspezialist Aluca eine interessante Umbaulösung auf Basis des Mitsubishi Electric Vehicle speziell für Handwerker an.

Die wichtigsten Fakten zur E-auto-Prämie auf einen Blick

  • Umweltbonus für rein elektrisch angetriebene Autos: 4.000 Euro (ab 2018: 3.000 Euro)
  • Umweltbonus für Plug-in-Hybrid-Modelle sowie Brennstoffzellen-Fahrzeuge: 3.000 Euro (ab 2018: 2.000 Euro)
  • Keinen Umweltbonus erhalten Hybridfahrzeuge ohne externe Lademöglichkeiten
  • Maximaler Fahrzeugpreis für die Prämie: 60.000 Euro
  • Umweltbonus für Fahrzeuge ab Kaufdatum: 18. Mai 2016
  • Höhe des Umweltbonus Prämientopfes: 1,2 Mrd. Euro (50 % trägt der Bund, 50 % die Autoindustrie)
  • Maximale Laufzeit der Förderung: Bis 2019 oder bis der Fördertopf leer ist
  • Der Umweltbonus-Antrag kann online bei der BAFA gestellt werden, die Abwicklung erfolgt beim Kauf über den Hersteller

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Kostenlos herunterladen Marktübersicht förderfähiger Nutzfahrzeuge (PDF)

Autor

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Renault

Datum

16. September 2016
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