Trucker- und Country-Festival in Geiselwind 17 Bilder Zoom

Trucker-Festival in Geiselwind: Drive Your Dream

Das große Festival in Geiselwind ist ein Schauplatz erfüllter Träume, wir haben sie uns erzählen lassen.

Mit dem Motto "Drive Your Dream" ist nicht nur das FERNFAHRER-Team auf Tour, wer sich auf dem prall gefüllten Festgelände rund um den Autohof Strohofer umsieht, kann in fast jeder Ecke einen verwirklichten Traum entdecken.

Was das bedeuten kann, zeigt sich schon auf der langen Anfahrt, die Marco Barkanowitz vom Spreewald bis nach Franken erlebt: "Für mich gibt es nicht Schöneres, als auf die lange Haube eines US-Klassikers zu schauen und dabei diesen einmaligen Sound im Ohr zu haben. Auch das ganze Ambiente im Cockpit ist für mich immer ein Ausstieg aus dem Alltag." Der kann so grau jedoch nicht sein, schließlich importiert er mit seiner Firma American Truck Promotion doch jede Menge solcher Träume.

Entspannen beim Fahren

Zum Drive-Your-Dream-Team gehört auch Gregor Jentzsch. Der Pressesprecher von Renault Trucks hat seinen Schlips zu Hause gelassen und sich hinter das Lenkrad des V-top-Trucks geklemmt. Der 520-PS-Magnum entspannt ihn auf der Fahrt hier her und verbreitet auf dem Trailer eine wichtige Botschaft: Vernunft und Verständnis machen einen zum Vorbild und sorgen für weniger Stress im Verkehr. Gregor lebt das wie kaum ein anderer. Viele sind froh, dass sich Hella, Renault-Trucks, Krone und weitere Partner für das Fahrer-Image einsetzen und dabei den klassischen Zusammenhalt unter den Kollegen wieder aufleben lassen wollen. Mitmachen kann übrigens jeder, ein Klick auf die Seite (www.v-top.de) und los geht‘s.

Feiern ist dabei jedoch nicht verboten und die Party steigt in Geiselwind zwischen den herrlichen US-Trucks der Drive-Your-Dream-Tour und dem V-top-Renault: "Sawyer" heizt mit knackiger New American Music ein und André Sahorn produziert für den Fahrersender ET-Radio eine unterhaltsame Live-Sendung direkt vom Festival. Bei herrlichstem Sommerwetter feiern rund 20.000 Menschen ein friedliches Fest.

Ein Fremder wird zum Freund

Das FERNFAHRER-Team betätigt sich dabei als Traumfänger und hört eine Menge schöner Geschichten. Etwa die von Sascha Fleischmann, der als achtjähriger einen wildfremden polnischen Lkw-Fahrer einfach zu seinen Eltern nach Hause einlud, woraus eine nun schon über 30 Jahre währende Freundschaft wurde.

Längst schon hat Sascha seinen Kindheitstraum erfüllt, ist selber Fernfahrer geworden und hat heute gar einen eigenen Fuhrpark mit 15 Lastzügen. Angesteckt mit dem Fahrer-Virus hat er auch seinen Freund, Helmut Wich-Heiter. Der 35-jährige hat aber aus familiären Gründen den Job vor Kurzem an den Nagel gehängt. Aus der Traum? Nein, denn bei seinem neuen Arbeitgeber, dem erfolgreichen Truck-Sportler Andreas Hellgeth, hat Helmut einen wahren Traumjob ergattert. Die Firma sammelt weltweit die kuriosen Hägglunds-Kettenfahrzeuge ein, richtet sie her und liefert sie wieder aus. Da kommen immer ein paar interessante Touren zustande. Außerdem arbeitet er als Mechaniker mit und weist die Kunden ein. "Im Tiefschnee machen die Dinger richtig Spaß", erzählt er noch.

Verrückt nach Alufelgen

Michael Stock aus Wetzlar fährt schon lange Lkw: "Früher war mein Traum immer, Alufelgen am Lkw zu haben. Es gibt nichts Schöneres, wenn Du fährst und sich die Ringe im Asphalt spiegeln. Meine Kollegen haben mich oft belächelt, aber im Internetforum www.lkwfotofreunde.de habe ich viele Gleichgesinnte gefunden."

Inzwischen hat Michael einen Chef, "der genauso verrückt ist wie ich und der viel Verständnis und auch Geld für mein Hobby aufbringt. Da fühlt man sich dann wie zuhause. Ich durfte meinen Truck umfassend verschönern, da steckt sehr viel Arbeit drin. Das Fernfahrer-Gen hat man oder man hat es nicht. Wenn du im Fernverkehr anfängst, hörst du entweder nach 14 Tagen ein für allemal wieder damit auf oder es lässt dich lebenslänglich nicht mehr los. Ich musste mal 15 Monate im Nahverkehr arbeiten. Das war die Hölle, mein Herz hat geblutet und ich habe fast den Spaß am Fahren verloren. Als ich das erste Mal wieder über den Brenner fuhr, war die Begeisterung für den Beruf aber sofort wieder da."

Die große Freiheit gibt es nicht mehr

Die hat Norbert aus Nürnberg fast verloren: "Der Traum vom Fahren und der großen Freiheit ist doch vorbei. Heute wird alles kontrolliert und vorgegeben. Ich bin deswegen ausgestiegen, habe eine Wäscherei in Nürnberg und fahre jetzt nur noch mit meinem 7,5-Tonner zum Kunden." Aber warum ist er dann hier? Es lässt ihn eben doch nicht los und er hatte bereits seinen Traum vom Fahren verwirklicht: "1972 bis 1976 habe ich als Trucker in den Staaten gearbeitet und dort Kenworth, Peterbilt und Freightliner gefahren." Irgendetwas muss auch da an ihm hängen geblieben sein, oder wie sind Staubmantel, Stetson und die geschulterte Winchester zu erklären?

Mit Spaß natürlich, denn der steht hier ganz oben auf dem Programm. Eine Menge davon im Gepäck haben die "Truckerfreunde Rhön-Saale". Für die gut gelaunte Truppe ist das große Treffen ein Art Familienzusammenführung. "Endlich sind wir mal alle zusammen unterwegs", meint Tatjana Ditterich und ihr Mann Ralf grinst mit einem Wink auf die edel hergerichteten Laster: "Wenn du dein Hobby zum Beruf machst, sollte die ganze Familie mitspielen." In der Rhön scheint das traumhaft zu funktionieren. Daher hat der Spaß auch kein allzu großes Loch, als die strengen Bewerter des Truck-Wettbewerbs vorbeikommen. Club-Vorstand Thorsten Eckert sieht es kritisch, dass die Einsatzgebiete der Lkw keinen Eingang in die Prämierung finden. In seinem Club gibt es viele, die jeden Tag im Wald das Holz holen.

Michael Gloge aus Berg bevorzugt Auslandstouren wegen der besseren "Atmosphäre" im Straßenverkehr: "Fernfahrer ist mein Traumberuf," sagt er. "Deswegen bin ich hier". Da schließen wir uns an und lassen die Drive-Your-Dream-Tour gleich weiterrollen – für das bessere Miteinander im Verkehr.

Das sind die Sponsoren von "Drive Your Dream":

Die Tour für Lkw-Fahrer ermöglichen Sponsoren. Herzlichen Dank an American Truck Promotion, Renault Trucks, Krone, Hella, Schoch, Stars&Stripes, Herpa, Reinert Logistics sowie die Veranstalter der Festivals von Geiselwind, Interlaken und Chiemsee.

Andreas Techel, Chefredakteur

Autor

Foto

Jochen Dieckmann (5), Andreas Techel

Datum

24. August 2012
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