Truck Race, EM, 2016, Nogaro 7 Bilder Zoom

Truck Race EM 2016: Zwei Punkte Differenz

Norbert Kiss geht durch ein Stahlbad der Gefühle, René Reinert fährt so gut wie nie und Jochen Hahn leistet sich mit Adam Lacko ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die EM-Krone. Das dritte Rennwochenende der Truck Race Europameisterschaft in Nogaro hatte es in sich.

Wer kommt als Führender in der Einzelwertung der Truckrace-Europameisterschaft zum Truck Grand Prix auf den Nürburgring? In den beiden vergangenen Jahren war das keine Frage, da kam Spannung höchstens beim Kampf um Platz zwei auf. Doch nachdem Norbert Kiss, der in zwei EM-Runden das Feld fast nach Belieben beherrschte, die Mannschaft gewechselt hat, gibt es an der Spitze einen munteren Schlagabtausch. Im Moment scheint es, als würden Adam Lacko und Jochen Hahn die Geschichte bis zum Saisonende unter sich ausmachen. Die beiden Routiniers liegen nach dem dritten und vor dem Eifelrennen gerade einmal zwei Punkte auseinander, wobei Hahn nur nach dem Auftakt in Österreich vorneweg galoppierte, danach übernahm der Tscheche. Der lag ja auch in der Endabrechnung des vergangenen Jahres vor seinem deutschen Konkurrenten, was man angesichts der selbsgewählten Startnummer 55 leicht vergisst. Hahn immerhin hat die 3 auf seinen MAN geklebt, die ihm als Drittplatzierten der EM-Saison 2015 auch zusteht.

Hahn und Lacko: Dauerkarten fürs Podium

Auch für Nogaro hatte sich das Duo Hahn und Lacko wieder Dauerkarten für’s Podium besorgt, doch am ersten Tag blieb der Platz ganz oben zwei anderen Fahrern vorbehalten. Im ersten Rennen gab es eine mittlere Sensation, denn in diesem Lauf setzte sich – Norbert Kiss durch, der zuvor schon die schnellste Trainingsrunde gefahren war. Man muss tief in den Archiven graben, um den letzten Sieg eines Mercedes-Fahrers in einem EM-Rennen datieren zu können. Am Sonntag wiederum hatte Kiss nicht viel zu tun, beim Beginn des Zeittrainings streikte sein Fahrzeug. Das Team nannte als Begründung Elektronikprobleme, die aber auf die Schnelle nicht behoben werden konnten und zu einem Motorschaden geführt hätten, den man nicht riskieren wollte.
 
Zurück zum Samstag: Da stand ja noch ein zweites Rennen im Programm, und auch in diesem Championshiprace gab es einen unerwarteten Sieger: René Reinert überfuhr nach zwölf Runden als erster den Schriftzug Nogaro, der auf dem Circuit Paul Armagnac auf die Start-Zielgerade gepinselt ist. In diesem Jahr hat der Lausitzer kräftig zugelegt und ist zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten geworden, der sich dauerhaft in der Spitzengruppe tummelt. Aktuell zeigt sich Reinerts Formhoch auch in der Tabelle, er belegt Rang 3 in der Gesamtwertung. Ebenso wie Kiss hatte er am Sonntag Pech, allerdings erst im zweiten Lauf, den er nach einem Startunfall frühzeitig beenden musste.

Rodrigues hat's eilig

An diesem Tag teilten sich Hahn und Lacko den Erfolg. Auf dem Podium tauschten die beiden Fahrer in den beiden Championshiprennen die Plätze: Im ersten Lauf siegte Hahn vor Lacko (und René Reinert), im zweiten Lacko vor Hahn. Das Ergebnis des abschließenden Rennens ist einigermaßen kurios, denn Steffi Halm, die als Dritte auf den Siegerpodest stand (wobei Anthony Janiec als Dritter über die Ziellinie gekommen war), musste den Pokal wenig später an den tscheichschen Newcomer Jiri Forman weiterreichen. In diesem Lauf stand Eduardo Rodrigues auf der Pole Position – der Portugiese hat in dieser Hinsicht kaum Erfahrung und zog offenbar in der Einführungsrunde das Tempo zu stark an. In seinem Schlepptau befanden sich einige der nachfolgenden Fahrer. Aus welchen Gründen auch immer, beschlossen die Regelwächter an diesem Tag besonders genau hinzuschauen (vergleichbare Fälle wurden auch schon laxer gehandhabt) und bestraften die Delinquenten mit jeweils 30 Sekunden Zeitaufschlag, was das Ergebnis völlig durcheinander wirbelte.

Autor

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whitecrossmedia

Datum

13. Juni 2016
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