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Truck Race 2013: Hahn holt in Most mächtig auf

Beim siebten Lauf zur Truck Race Europameisterschaft 2013 im tschechischen Most verkürzt Jochen Hahn den Vorsprung des Titelaspiranten Antonio Albacete. Damit zeigt der Altensteiger, dass der Kampf um den Titel noch lange nicht entschieden ist.

Rot oder grün-weiß: Wer wird sich nach der Sommerpause erfolgreich in die Rennsaison zurückmelden setzen? Das war die spannende Frage vor dem siebten Lauf der European Truck Race Championship im tschechischen Most. Vom 31. August bis 1. September trafen sich die Teams im tschechischen Industrierevier, um auf dem Autodrom Most in den Endspurt der Meisterschaft einzusteigen.
 
Zuletzt hatte ja Antonio Albacete im roten Cepsa-MAN eine bessere Figur abgegeben und seinen Dauerkonkurrenten Jochen Hahn stark unter Druck gesetzt. In Most allerdings drehte Hahn den Spieß um und unterstrich, dass der Titelkampf noch lange nicht entschieden ist. Souverän wie zu Anfang der Saison, stand der Altensteiger nach beiden Qualifyings an der Spitze der Starterliste. In Most ist das fast schon so etwas wie die halbe Miete, denn die Streckenführung verschafft dem Fahrer auf der Pole Position einen erheblichen Vorteil.

Hahn fährt 53 Punkte ein

Jochen Hahn ist ja als furioser Starter bekannt und in den Rennen eins am Samstag und drei am Sonntag schoss der zweifache Europameister jeweils als Rudelführer aus der engen S-Kurve, die die beiden Hochgeschwindigkeitsabschnitte zwischen den Richtungswechseln verbindet. In beiden Rennen ließ sich Hahn zwölf Runden lang nicht von der Spitze vertreiben – auch wenn Dauerkonkurrent Antonio Albacete mächtig Druck machte. Doch Hahn ließ sich durch das Anklopfen von Albacete nicht weiter stören und fuhr beide Siege souverän ein.

Die 40 EM-Punkte rundete der Altensteiger mit Platz vier in Rennen zwei und Platz fünf im vierten Rennen ab. Am Ende konnte der amtierende Europameister insgesamt 53 Punkte auf seinem Meisterschaftskonto verbuchen. Damit kommt er auf insgesamt 291 Zähler. Antonio Albacete konnte in Most dagegen lediglich 43 Punkte einfahren und spürt damit schon den heißen Atem des Altensteigers in seinem Nacken. Der Spanier kommt nämlich in der Gesamtwertung auf 298 Punkte und liegt nach dem Rennwochenende in Most nur sieben Punkte vor seinem MAN-Markenkollegen.

Oestreich festig Platz drei in der Gesamtwertung

Wie gewohnt, dominierte die MAN-Armada das Feld. Markus Oestreich fuhr in Most ebenfalls zwei Mal aufs Treppchen und kann mit Platz drei im ersten und Platz zwei im dritten Rennen auf ein erfolgreiches Rennwochenende zurückblicken. Mit seinen insgesamt 36 Punkten aus Most kommt der sympathische Petersberger auf 233 EM-Zähler und festigt damit weiter seinen dritten Platz in der FIA-Gesamtwertung.
 
Im zweiten Rennen wollte einer der Lokalmatadore vor heimischem Publikum einen besonders guten Eindruck hinterlassen. Frankie Vojtisek wollte sich unbedingt einen Podiumsplatz erkämpfen – allerdings sind eben doch etliche andere Akteure deutlich schneller als der Ex-Champion aus der Tschechischen Republik. Folglich schleppte Frankie erst einmal einigen Runden lang einen dicht gepackten Pulk von Verfolgern mit um den Ring – während die junge Generation unbekümmert und fehlerfrei demonstrierte, wem man Zukunft im Truckrennsport unbedingt rechnen muss.

Benedek Major holt den zweiten Rennsieg der Saison

Der 17-jährige Benedek Major, der als Achter des ersten Laufs von der Pole Position gestartet war, drehte souverän seine Runden und fuhr seinem zweiten Sieg in diesem Jahr entgegen. Als Verfolger einen Weg vorbei an Frankie gefunden hatten, war der Youngster schon weit enteilt. Auch wenn niemand am Heck des ungarischen MAN klebte, schmälert das die Leistung Majors kaum: Am Sonntag war David Vrsecky im abschließenden Rennen nur um 1,5 Sekunden schneller als Major bei seinem Erfolg; umgerechnet auf die zwölf Rennrunden macht das keinen großen Unterschied.

Am Sonntagmittag stand nach dem zweiten Triumphzug Hahns zunächst Norbert Kiss mit auf dem Podium, doch dem Ungarn wurde hinterher eine Zehn-Sekunden-Strafe aufgebrummt. In den finalen Ergebnislisten stehen damit die gleichen drei MAN-Fahrer wie am Vortag an der Spitze, allerdings tauschten Albacete und Oestreich die Positionen: Der Spanier rückte auf den dritten Rang vor, Oestreich kam hinter Hahn über die Ziellinie.

Norbert Kiss kämpft mit den Folgen aus Smolensk

Der abschließende Wertungslauf wurde schließlich noch einmal zu einer tschechischen Angelegenheit – aber seine Landsleute Vrsecky und Lacko nahmen wenig Rücksicht auf den Senior Frankie Vojtisek, der diesmal von der Pole Position starten durfte. Zunächst pflügte sich Norbert Kiss an die Spitze des Feldes. Doch der MAN des Ungarn laborierte immer noch an den Folgen des Unfalls von Smolensk, das Team war mit den Reparaturarbeiten erst unmittelbar vor der Abreise nach Most fertig geworden. Ein Defekt an der Lenkung beendete den Parforceritt von Kiss in der achten Runde.
 
Damit war der Weg frei für das tschechische Doppel Vrsecky und Lacko. Der Fahrer des Buggyra-Teams brachte seinen Freightliner vor dem MKR-Renault ins Ziel. Dritter wurde Antonio Albacete, der damit wenigstens verhinderte, dass sich der in Most erfolgreichere Konkurrent die Spitze in der Gesamtwertung zurück holte: Zehn Punkte verlor der Spanier auf Hahn, aber er liegt immer noch knapp in Führung. Ob Albacete seinen Vorsprung vor Jochen Hahn halten kann, wird das kommende Rennwochenende vom 21. bis 22. September im belgischen Zolder zeigen.

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ETM

Datum

5. September 2013
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