Truckjobs Leonhard Weiss Mercedes-Benz Arocs 4142 10 Bilder Zoom
Foto: Karl-Heinz Augustin

Truck-Job

Spezial-Lkw bringt Wasser auf die Baustelle

Wasserlogistik, das ist der Job von Lkw-Fahrer Daniel Ahrens und seinem Spezialfahrzeug. Und nein, mit Sprudel und einem Getränkelaster hat das nichts zu tun.

Wasserwagen, das klingt erst mal recht simpel. Aus der Nähe betrachtet ist der riesige gelbe Mercedes-Benz Arocs 4142-Vierachser, aus dem Fahrer Daniel Ahrens klettert, aber nicht nur ein ordentliches Trumm, sondern auch ein ausgetüfteltes und bislang einzigartiges Spezialfahrzeug. "16.000 Liter Wasser passen in das Fass und die hydraulische Vakuumpumpe dazu hat eine Fördermenge von 7.000 Liter pro Minute. Zweinhalb Minuten, und ich habe abgeladen", erklärt der 39-Jährige gleich ein paar beeindruckende Fakten. Für seinen Arbeitgeber, die Leonhard Weiss GmbH und Co. KG Bauunternehmung am Standort Satteldorf, ist Daniel in Süddeutschland unterwegs. Aktuell kommt der Wasserwagen auf einer Autobahnbaustelle an der A 73 zwischen Coburg und Nürnberg zum Einsatz. Dort bohrt ein Erdbohrgerät stählerne Verankerungen für eine neue Brücke in eine Böschung. Für das Verfahren braucht es jede Menge Wasser. Aber vor Ort gibt es keinen Anschluss. Darum befülllt Daniel mit dem Arocs mehrfach am Tag eine speziell entworfene und konstruierte Kippmulde, die als Reservoir dient. "Darin können wir 30 Kubikmeter Wasser bunkern und ich pendle zwischen morgens um 7 und nachmittags um 17 Uhr zwischen der Baustelle und dem Hydranten in der Nähe unseres Baulagers im nächsten Ort hin und her", beschreibt Daniel. "Alles, bloß keinen Lkw mehr!" Das ist zwar keine großartige Kilometerleistung, aber mit einer Ein- und Ausfahrt im fließenden Autobahnverkehr und holprigem, unebenem Gelände auf der Baustelle doch nicht ganz ohne. Erst vor ein paar Tagen änderte sich die Anfahrt. Mit dem 32 Tonnen schweren Vierachser darf er nun nicht mehr über den ersten Abschnitt fahren, ein weiteres Bohrgerät versenkt dort jetzt Armierungen für Stützpfeiler. Solche Dinge muss Daniel immer im Blick haben. Los wird er seine Ladung durch einen hydraulisch ausfaltbaren Übergabearm an der Fahrerseite, der das Wasser direkt in die Mulde "spuckt", wenn Daniel die entsprechenden Schalter am Bedienpult neben seinem Sitz umlegt. Das Fahrzeug muss er vorher so neben der Mulde positionieren, dass der Arm die Einfüllöffnung trifft. Vor zweieinhalb Jahren wechselte der ehemalige Fernfahrer, der aus der Nähe von Erfurt stammt, zu Leonhard Weiss. Die Bedingungen im Gütertransport hatten ihn nach 15 Jahren mürbe gemacht. "Zunächst fuhr ich verschiedene Baumaschinen. Alles, bloß keinen Lkw mehr! Aber dann suchte die Abteilung Baumaschinentechnik jemanden für einen neuen Speziallaster. Da hat es mich doch wieder gekitzelt", gibt Daniel zu. "Als ich ihn vor knapp zwei Jahren bei Daimler in Wörth abholen durfte, das war ein Highlight!" Seitdem hat er mit dem Vierachser knapp 30.000 Kilometer runter. Neben dem Wassertransport wird das Fahrzeug auch dazu benutzt, Baustraßen zu reinigen. Dafür kann Daniel an der Kommunalplatte vorn eine Frontkehrmaschine mit Hochdruck-Wasserspritzleiste anbauen. Auch Wartung und Pflege zählt zu Daniels Aufgaben Oben auf dem Bürstenträger prangt noch ein stattlicher Wasserwerfer. "Der ist vom Feuerwehrausstatter Rosenbauer und ich nutze ihn, um frisch eingesäte Böschungen und Hänge zu gießen", erklärt Daniel. Heckseitig kann er einen Prallteller an den Tank stecken und damit Flächen bewässern, zum Beispiel im Sommer, damit es auf der Baustelle und den Zufahrten nicht so staubt. Das Wasser kann der Truck mithilfe von Schläuchen und einer Dockingstation mit seinem Saug- und Pumparm auch in Minutenschnelle aus offenen Gewässern rüsseln. Für die Bohrgeräte sollte es aber sauberes Wasser sein. Darum parkt Daniel bei jeder Runde für rund 20 Minuten am Hydranten, an den er auch eine Wasseruhr der Gemeinde anschließen muss: "Die Entnahme wird abgerechnet und muss angemeldet sein. Wenn ich hier aufdrehe, wirkt das in der Menge beim Wasserwerk sonst, als wär irgendwo ein Rohrbruch." Neben den Tätigkeiten auf den Baustellen gehört auch Wartung und Pflege zu Daniels Aufgaben. "Nach der Einweisung musste ich noch ein paar mal die Handbücher zu den An- und Aufbauten studieren, aber inzwischen kennen wir uns ganz gut", sagt der Fahrer. Die sind nämlich nicht von der Stange, sondern von Daniels Unternehmen eigens für ihren Einsatzzweck konzipiert. "Das Ressort Technik umfasst bei Leonhard Weiss unter anderem die Baumaschinen, den Fuhrpark und die Werkstätten. Dazu gehört auch ein Bereich für Sondertechnik, Forschung und Entwicklung", erklärt Disponent Andreas Hofmann. "Hier machen wir uns Gedanken um spezialisierte Maschinen, die uns dabei helfen, unsere Verfahren und Abläufe noch mehr zu verbessern." Bewerber sind immer willkommen Das Ergebnis sind Fahrzeuge wie der Wasserwagen. Im Bereich kümmern sich knapp 500 Kolleginnen und Kollegen um fast 800 aufsitzbare Baumaschinen und nahezu 2.000 Straßenfahrzeuge aller Art. Insgesamt hat Leonhard Weiss rund 4.700 Mitarbeiter und Standorte in Deutschland und zehn weiteren Ländern. Trotzdem ist das Unternehmen noch ein hundertprozentiger Familienbetrieb. Andreas Hofmann betont: "Nicht nur von den Besitzverhältnissen, sondern auch von der Philosophie her! Wir leben die direkte Kommunikation, Aus- und Weiterbildung sind ein großes Thema. Aus diesem Grund wurden wir mehrfach in der Zeitschrift Focus zum Top-Arbeitgeber unter allen großen und mittleren Bauunternehmen gewählt. Wir kümmern uns auch um die Bkf-Module, und auf der ,Leonhard Weiss-Akademie‘ können Mitarbeiter sich in vielen unterschiedlichen Bereichen fortbilden." Bewerbungen von Interessenten für Lehrberufe wie Baumaschinenführer und Kraftfahrer, sowie von Quereinsteigern, die einen Lkw-Führerschein mit Ziffer 95 mitbringen, sind immer willkommen.

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Dieser Artikel stammt aus Heft FERNFAHRER 04/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

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Datum

30. März 2017
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