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Truck-Grand-Prix: Der Routinier nutzt den Heimvorteil

Auf dem Nürburgring ging es heiß her - die Sonne strahlte, die Reifen glühten. Gerd Körber war der erfolgreichste deutsche Fahrer. Norbert Kiss setzte sich beim Rennen erfolgreich in Szene.

Als sich die Truckracer am Sonntag im Rahmen des Grid Walk zum obligaten Gruppenfoto auf der Start- und Zielgeraden einfanden, erlaubten sich einige Kollegen einen Scherz mit Gerd Körber. "Ah, da kommt ja der alte Mann", juxten sie, und hoben Gerd wie einen tatterigen Seniorenheimbewohner gemeinsam auf die Bierbank. Der Rheinauer machte die Gaudi bereitwillig mit – doch dass er immer noch weiß, wie man einen Renntruck durch Schikanen oder um die Ecken wuchtet, unterstrich Körber beim 30. Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring eindrücklich. Genau besehen war der Oldie sogar der erfolgreichste deutsche Fahrer, denn vor allem bei Jochen Hahn halfen der Heimvorteil und die Unterstützung seiner Fans diesmal wenig. Körber sammelte fleißig und kam am Ende auf 38 Punkte, Hahn und Reinert schafften jeweils 30.

Körber fuhr zwei Mal auf Platz zwei

Körber fuhr mit seinem Iveco zweimal auf den zweiten Platz. Eine beachtliche Leistung, die vor allem der Routine des ehemaligen Europameisters zuzuschreiben ist. Denn der Iveco ist fraglich gut in Schuss, doch ausweislich der Ergebnisse des Qualifyings fehlt dann doch noch ein Stück, um auch beim Kampf um die schnellste Rundenzeit mit den derzeit tonangebenden Akteuren mithalten zu können. Macht aber nichts, denn wenn ein Fahrer bei den Läufen mit gedrehtem Start seine Chance zu nutzen weiß, sind auch die begehrten Plätze auf dem Podium durchaus in Reichweite. Siehe am vergangenen Wochenende Anthony Janiec und diesmal eben Körber.

Norber Kiss verwandelt sein Rennen in Start-Ziel-Siege

Ansonsten setzte sich erwartungsgemäß der amtierende Europameister Norbert Kiss erfolgreich in Szene. Auf seiner Habenseite stehen zwei Pole Positions in den beiden Qualifyings, die Kiss ganz selbstverständlich in zwei Start-Ziel-Siege verwandelte und damit in der Gesamtwertung dem Rest des Feldes weiter enteilte.

Jochen Hahn startete zunächst vielversprechend

Für Jochen Hahn begann der Auftritt "zu Hause" erst einmal viel versprechend. Mit einem dritten Platz startete der Altensteiger in die vier Championshiprennen. Im zweiten Lauf lag er mit einem vierten Platz durchaus noch auf Kurs. Ganz dick kam es dann am Sonntag für den dreifachen Europameister: Im ersten Lauf fiel er kurz nach dem Start nach einer Rangelei auf den neunten Platz zurück, konnte sich aber dank einer guten Leistung in den verbleibenden knapp dreizehn Runden um vier Plätze bis auf Fünf vorarbeiten. Im abschließenden Championshiprace verhakten sich dann zwei Trucks aus dem Hahnenstall: Steffi Halm fährt ja im Team von René Reinert, dessen Rennlaster ebenfalls von Hahns Crew gebaut wurden. Und mit der jungen Dame geriet Hahn in der Spitzkehre nach der Start-Zielgeraden aneinander. Dabei wurde er gedreht und ein Wasserkessel ruiniert, so dass das Rennen für ihn vorbei war, ehe es noch richtig begonnen hatte.

Podium ohne MAN-Fahrer


Während sich Hahn also mit Pech in die zweimonatige Sommerpause verabschiedete, gab es für die tschechische Buggyra-Mannschaft noch einmal Grund zum Feiern: Wie schon in den letzten Begegnungen war Adam Lacko auch beim Truck GP ganz stark unterwegs, am Sonntag kratzte er im Qualifying mit einem Rückstand von gerade einmal 83 Hunderstel Sekunden sogar an Norbi Kiss’ Bestzeit. Die gute Trainingsform setzte Lacko auch in den Rennen um, nur im dritten Aufgalopp hatte der Tscheche Pech und kam nach einer Karambolage nicht über Platz acht hinaus. Am Samstag wurde er einmal Zweiter, den letzten Lauf am Sonntag gewann er sogar vor Körber und seinem Teamkollegen Vrsecky – ein Podium ohne MAN-Fahrer. Genau das hatten sich einige Insider für die erste Saison ohne Werksunterstützung erwartet.

Autor

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Schaber Media

Datum

29. Juni 2015
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