Truck Clinic Wörth mit BKF-Azubis, Prototypen-Erprobung, Entwicklungs- Versuchszentrum, Daimler. Fotos von Daimler freigegeben. 4 Bilder Zoom
Foto: Johannes Roller

Truck-Clinic

Exklusive Einblicke im Werk Wörth

Marktforschung: Auf Einladung von Daimler haben 20 Testfahrer des Young Professionals Truck Award an der Truck-Clinic im Werk Wörth teilgenommen. So trugen sie nicht nur zur Weiterentwicklung des Actros bei, sondern erhielten auch einzigartige Einblicke in die Entwicklungsarbeit von Mercedes-Benz.

Wenige Tage vor Abschluss der Berufskraftfahrerausbildung hatten die jungen Lkw-Fahrer aus Essen und Wetzlar die seltene Gelegenheit, den Actros der Zukunft kennenzulernen und zu bewerten. Schließlich hat der auf der IAA Nutzfahrzeuge 2012 vorgestellte neue Actros inzwischen ein paar Jahre auf dem Buckel. "Unser Lkw ist natürlich immer noch modern, aber wir müssen uns schon jetzt Gedanken machen, wie wir ihn gestalten, damit er auch künftig modern ist", erläuterte Heinrich Rademacher. Er leitet die Marktforschungsabteilung von Mercedes-Benz und koordiniert alle Marktforschungsaktivitäten rund um das Thema Lkw. Die Fahrerprobung der Prototypen-Lkw fand unter der Bezeichnung Truck-Clinic Wörth statt. Der Begriff stammt aus den USA und bezeichnet eine Methode der Marktforschung. Bei einer Car- beziehungsweise Truck-Clinic machen sich Testfahrer mit verschiedenem persönlichen und beruflichen Hintergrund abgeschirmt von der Außenwelt mit den Prototypen vertraut und werden dabei rund um die Uhr von Interviewern begleitet. Kameras dokumentieren die Eindrücke und Reaktionen während der Fahrt. Augenmerk galt den Wünschen der "Generation Smartphone" Die Diskussionsrunde am Ende wird ebenfalls per Videokamera festgehalten. So entstehen Berge von Film- und Tonaufnahmen, die von den Marktforschern aufbereitet und in Workshops gemeinsam mit den Entwicklungsingenieuren ausgewertet werden. An der mehrwöchigen Truck-Clinic im Mai nahmen insgesamt etwa 100 Testfahrer teil: aus dem In- und Ausland, Sattel- und Gliederzugfahrer, selbstfahrende Unternehmer sowie angestellte Fahrer. Zum ersten Mal waren nun auch BKF-Azubis mit von der Partie. In zwei Gruppen stellten sich die jungen Lkw-Fahrer zeitversetzt dem fordernden, knapp neunstündigen Programm, das die statische Besichtigung der Versuchsfahrzeuge, anschließende Probefahrten auf dem Werksgelände sowie auf der B 9 und die abschließende Gruppendiskussion beinhaltete. Was die – derzeit noch geheimen – Neuerungen betrifft, interessierten sich die BKF-Azubis vor allem für die künftige Gestaltung des Fahrer-Arbeitsplatzes. Besonderes Augenmerk galt hier dem Nutzungsverhalten und den Wünschen der "Generation Smartphone". Dass Rademacher damit richtiglag, zeigte sich schnell: Der Fahrernachwuchs äußerte praktisch unisono den Wunsch nach weitreichender Integration des Privathandys in das bordeigene Multimedia-System – zum Beispiel um eine Adresse, die der Disponent per Whatsapp schickt, direkt in das Navi ziehen zu können. Aber auch die Grenzen der Digitalisierung waren den jungen Männern und Frauen aus ihrem Arbeitsalltag sehr wohl bewusst. Am Ende des Tages freute sich Bernd Siegert, Geschäftsführer der Agentur Impulse, die Mercedes-Benz seit Jahren bei der Marktforschung unterstützt, über "unglaublich viel Input und Engagement, aber auch viele Diskussionen" seitens der jungen Berufskraftfahrer. Natürlich sei die Konfrontation mit Versuchsfahrzeugen im frühen Stadium, wo auch ab und zu noch was ausfällt, mutig. "Aber die Fahrer sind in der Lage, hier große Transferleistungen zu erbringen. Im Vergleich zu anderen Verbrauchergruppen leben sie ja in ihrem Lkw." Auch das Fazit von Heinrich Rademacher fiel positiv aus: "Das war jetzt eine Premiere für uns, über den ETM-Verlag eine Gruppe einzuladen, die zwar aktuell noch nicht zur Kernzielgruppe gehört, deren Meinung aber richtungsweisend ist, wenn man weit in die Zukunft blicken will. Und ich bin gespannt, was die Auswertung ergibt."

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Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 09/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
Johannes Roller, Redakteur FERNFAHRER

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Datum

8. August 2017
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