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Transporter: Stelldichein der Stadttransporter

Die Lieferwagen brauchen sich neben TGX und Co. nicht zu verstecken. Mit Spannung erwartet das Publikum auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover unter anderem den neuen Ford Transit.

Ohne Kooperationen geht es nicht. Kaum ein Hersteller kommt mit dem herrschenden Kostendruck noch alleine zurecht. Das gilt besonders für die Klasse der Transporter. Lieferwagen sollen günstig in Anschaffung und Unterhalt sein, modernste Technik an Bord haben und dabei alltägliche Misshandlungen geduldig hinnehmen. Drei Wünsche auf einmal? Das geht meist nur mit vereinten Kräften. Deshalb arbeitet Nissan mit Renault zusammen, Renault mit Mercedes, Mercedes mit VW – und Peugeot und Citroën arbeiten ohnehin schon lange zusammen.

Ford lässt den Ford Transit Custom vorrollen

Beinahe exotisch mutet da der Kölner Fahrzeugbauer Ford an, der zuletzt die neue Lieferwagen-Baureihe Transit Custom vorgestellt hat, die ohne eine Partnerschaft entstanden ist, zumindest ohne Anleihen bei anderen Herstellern. Der Hersteller kann sich's leisten, verkauft er doch den Transporter weltweit. Im eigenen Haus haben sich Ford-Ingenieure selbstverständlich bedient. Beim Transit Custom kommen neben den Motoren (Duratorq-2,2-Liter TDCi in drei Leistungsstufen) auch Sicherheitssysteme und Designelemente aus der Pkw-Welt zum Einsatz. Das Ergebnis ist ein Transporter, der T5 und Vito das Fürchten lehren soll. Wie gerufen kommt dem Transit, dass er in seiner Gewichtsklasse auf der IAA der einzige Neuling ist  (Halle 12/Stand D 04).

VW hat dem T5 ein neues Bluemotion-Modell mit 140 PS spendiert

Die Wettbewerber des Transit zeigen lediglich überarbeitete Karosserie-Varianten oder effizientere Motoren. VW beispielsweise hat dem T5 ein neues Bluemotion-Modell mit 140 PS spendiert, sonst aber wenig im mittleren Transportersegment getan. Dafür zeigen die Hannoveraner einen Crafter für Offroad-Einsätze. Der 4Motion-Antrieb im größten VW-Transporter für Einsätze auf der Baustelle oder im Dienst der Feuerwehr ließ lange auf sich warten, hat sein Zwillingsbruder Sprinter doch schon seit geraumer Zeit einen zuschaltbaren Allrad im Programm. Dafür haben die Hannoveraner ihren Allradtransporter noch mal etwas robuster gemacht, als Mercedes seinen Sprinter 4x4. Den Crafter 4Motion bietet VW-Nutzfahrzeuge als 3,5- und Fünftonner an (Halle 12/ Stand A 02).

Sprinter kommt mit neuer Getriebevariante daher

Vom Sprinter gibt es nur wenig Neues zu berichten, vermutlich weil im nächsten Jahr mit der Modellpflege des Klassenprimus zu rechnen ist. Nur eine neue Getriebevariante zeigen die Stuttgarter in Hannover. Dafür transportiert Mercedes elektrifizierte Fahrzeuge nach Niedersachsen. Der Vito E-Cell präsentiert sich dort als Kastenwagen und erstmals auch als Personentransporter.

Mit Pauken und Trompeten feiert Daimler seinen Citan, den Renault Kangoo mit Stern. Mit Renault-Motoren und Mercedes Fahrwerk ist der Lieferwagen durchaus eine alternative zu den arrivierten Produkten. Der Kleintransporter soll laut Unternehmensführung die vermeintlich letzte Lücke zwischen den Baureihen schließen. Dann fehlt nur noch ein Fahrzeug im Pick Up-Segment (Halle 14-15/ Stand C 02).
Stellen muss sich der Citan im Wettbewerb auch  dem neuen Opel Combo. Der Rüsselsheimer ist erst vor kurzem im Markt aufgetaucht und erinnert stark an den Fiat Doblò. Das ist keine Überraschung, denn der Combo ist ein Spross der Kooperation zwischen Fiat und Opel. Der große Bruder, des Combo, der Movano, steht auch in neuem Gewand auf der Messe (Halle 12/ Stand D 22).

Der Movano ist fast identisch mit dem Renault Master.  Der Franzose mit Euro 5-Motorisierung ist der einzige Transporter mit der Raute auf dem Kühlergrill in diesem Jahr. Renault selbst betreibt keinen Stand auf der Nutzfahrzeugmesse – im Gegensatz zu Renault Trucks. Gründe dafür nennt das Unternehmen bislang keine. Kangoo, Trafic und Co. stehen damit auch nicht in Hannover (Halle 17 / Stand A 21).

Nissan NV 400 wird flankiert von der Elektrostudie eNV200

Das neue Gesicht von Master und Movano trägt der Nissan NV400 zwar nicht, dafür aber einiges der Technik in seiner Brust. Für das Antlitz haben die Nissan-Designer zur Modellpflege ein etwas kantigeres Äußeres gewählt, als die beiden Brüder haben. Flankiert wird der NV400 von der Elektrofahrzeugstudie eNV200. Der muss noch einige Testläufe und Entwicklungsstufen hinter sich bringen, bevor er als Serienfahrzeug nach Hannover fährt (Halle 16/ Stand A 22).
Zeitgleich könnte Iveco mit einem emissionsfreien Fahrzeug in Serie gehen. Die Fiat-Tochter hat den Daily in einer Elektrovariante im Feldversuch laufen und wird vermutlich nicht mehr lange bis zur Serie brauchen. Ansonsten rücken die Transporter bei den Ulmern auf der IAA etwas in den Hintergrund, zu Gunsten von Neuentwicklungen im Bus- und Lkw-Bereich (Halle 16/ Stand A 01).

Auch bei der Unternehmensmutter ist das Neuheitenpaket überschaubar. Der Ducato mit Euro 5-Motoren ist genauso im Markt angekommen, wie der modellgepflegte Scudo. Die Combo-Basis Doblò stellt ihre unterschiedlichen Karosserie-Formen zur Schau. Dazu gehört neben dem Cargo Work Up auch der Doblò Maxi (Halle 16/ Stand A 23).

PSA lässt modellgepflegten Varianten auf den Messestand fahren

Eine Kooperation fehlt noch: PSA, also Peugeot und Citroën. Peugeot Expert und Citroën Jumpy sind bekanntermaßen nahezu baugleich mit dem Fiat Scudo. Daher fahren auch hier die modellgepflegten Varianten auf den Messestand. Der Expert hat mit dem Facelift außer einigen Schönheitskorrekturen ein neues Aggregat bekommen. Satte 163 PS leistet jetzt der stärkste Diesel im Franzosen und fährt damit auf Augenhöhe mit dem Fiat Scudo. Auch Peugeot Partner und Citroën Berlingo sind aufgehübscht. Bei Citroën setzt PSA zudem auf spezielle Branchenausbauten, die Sortimo für die Franzosen realisiert. Mit Spannung erwartet das Fachpublikum sicher auch die Cargo-Variante des kleinen Elektroflitzers Peugeot Ion (Halle 13/ Stand C 49/50).

Auf der IAA gibt es in diesem Jahr reichlich Neues aus der Transporterwelt. Dort können die  meisten Fahrzeuge erstmals unter Beweis stellen, ob sie drei Wünsche auf einmal erfüllen.

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7. September 2012
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