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Transport-Management-Software: Die Flotte richtig dirigieren

Die Zahl an Speditionslösungen ist groß. Um die Gunst der Kunden buhlen daneben auch Web-Lösungen und ERP-Systeme. trans aktuell vergleicht die Stärken und Schwächen der ausgewählten Programme.

Die Zahl an Speditionslösungen ist groß. Um die Gunst der Kunden buhlen daneben auch Web-Lösungen und ERP-Systeme. trans aktuell vergleicht die Stärken und Schwächen der ausgewählten Programme. 

Wer vor der Wahl eines sogenannten Transport-Management-Systems (TMS) steht, der hat die Qual der Wahl. "Den Markt beherrscht bislang die klassische Speditionssoftware, wobei es allein hier eine Vielzahl an Anbietern gibt", erklärt Rainer Hoppe, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Apari Consulting. Doch damit nicht genug: Mittlerweile treten auch noch Branchenlösungen von ERP-Anbietern – wie etwa das SAP-Derivat Best4Log-X – sowie erste Web-basierte Systeme mit ihnen in Konkurrenz.
"Noch haben die klassischen Speditionslösungen einen Marktanteil von weit mehr als 90 Prozent", sagt Hoppe. Und dafür gebe es auch gute Gründe. Denn den typischen Anbieter gibt es bereits seit zehn und mehr Jahren. Er ist Mittelständler, wie seine Kunden, und hat sich im Dialog mit seinen Kunden auf die speditionellen Kernprozesse konzentriert. "Allerdings sind viele dieser Lösungen mittlerweile in die Jahre gekommen", erklärt Hoppe. Das zwinge die Anbieter dazu, ihre Software auf eine neue technologische Basis zu stellen. "Das ist teuer und kostet viel Zeit." Und häufig übersteige das sogar die finanziellen Möglichkeiten der IT-Dienstleister, berichtet Hoppe. So kommt es, dass sie sich mit anderen Anbieter zusammen tun – oder aber sich die Entwicklung über viele Jahre hinzieht.

Natürlich bringen die Speditionslösungen aber auch jede Menge an Vorteilen mit sich. Denn in ihnen steckt das Know-how aus vielen Kundenprojekten. Ob Disposition oder Abrechnungen – alles wird perfekt unterstützt.

Oft fehlt die Systemintegration

Dem gegenüber steht allerdings, die oft fehlende Systemintegration. Um mit der restlichen IT des Logistikdienstleisters kommunizieren zu können, braucht es Schnittstellen und es kommt zwangsweise zu Medienbrüchen. "Nicht selten gibt es in der Speditionspraxis zahlreiche Nebensysteme, häufig auf Basis von Excel, die das Ganze verwässern", berichtet Hoppe. Doch je mehr Nebensysteme existieren, desto schwieriger wird es für den Anwender, Transparenz über seine eigenen Prozesse zu erhalten. "Denn dafür braucht es eine einheitliche, verlässliche Datenbasis." Wenig effiziente Prozesse, manuelle Mehrfacherfassungen der Daten, viele Schnittstellen, ein später Monatsabschluss oder auch eine hohe Reklamationsquote seien die typischen Folgen.

Wer noch als "klassische Spedition" unterwegs ist, für den haben diese Systeme allerdings noch lange eine Daseinsberechtigung. "Vor allem dann wenn das Unternehmen funktional organisiert ist", erklärt Hoppe. Typischerweise gibt es dann die Bereiche Vertrieb, Auftragserfassung, Disposition, Abfertigung, Umschlaglager, Service und Abrechnung. Dort können die Speditionsprogramme ihre Vorteile voll ausspielen.
Es liegt dem Apari-Chef allerdings fern, sich für oder gegen eine Art von System auszusprechen. "Für wen welche Lösung die beste ist, hängt von der Spedition ab", sagt er. Soll heißen, in welchem Geschäftsfeld das Unternehmen tätig ist. So gibt es nicht das eine, beste System. Es hängt vielmehr davon ab, welche speditionellen und logistischen Dienstleistungen angeboten werden. Danach muss der Unternehmer oder der IT-Verantwortliche dann die entsprechende Lösung auswählen.

ERP-Systeme sind im Kommen

Immer mehr im Kommen sind mittlerweile auch sogenannte ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning). Diese Unternehmens-Ressourcen-Planung hat das Ziel,  die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzusetzen und so das Steuern von Geschäftsprozessen zu optimieren. "Diese Systeme haben das gesamte Unternehmen mit allen administrativen und operativen Prozessen im Blick", erklärt Hoppe. Beispiele hierfür sind die AX Cargo Suite vom Microsoft Partner Anaxco und die SAP-Branchenlösung Best4Log-X von Arvato. Diese Lösungen sind schon aufgrund ihrer Abdeckungsbreite über alle Prozesse etwas teurer. "Sie bieten aber, nicht zuletzt wegen ihrer zukunftssicheren technologischen Plattform, auch erhebliche Effizienz- und langfristig auch Kostenvorteile", erklärt Hoppe. So gibt es keine Doppeleingaben mehr, was eine hohe Datenqualität nach sich zieht und einen effizienteren Arbeitsablauf gewährleistet. Zudem lassen sich aufgrund der Standardisierung viele Vorgänge automatisieren. Das spart Zeit und Geld.

Dem entgegen stehen natürlich die deutlich höheren Einführungskosten. Das gilt übrigens für alle ERP-Systeme – egal ob von SAP oder Microsoft. Und auch hier gibt es kein Licht ohne Schatten: "Aus Sicht der Kunden besteht noch Verbesserungsbedarf im Unterstützen der operativen speditionellen Kernprozesse", berichtet Hoppe. Doch diese Schwäche werde zunehmend durch Zukäufe oder aber die Integration von Partnerlösungen abgebaut.
Um die Kosten geht es auch bei den Web-basierten TMS-Lösungen. Hier gibt es die Software nutzungsabhängig als Software als auch als Service. Diese SaaS-Lösungen, oft auch als Cloud-Lösungen bezeichnet, locken häufig mit Monatspauschalen je Nutzer. Das hält die Einstiegskosten gering und der Logistiker bleibt flexibel, kann er doch jederzeit Kapazitäten hinzubuchen oder abbestellen. Außerdem entfällt eine hohe Anfangsinvestition. Doch auch hier gibt es ein Haar in der Suppe: "Die Integration dieser Cloud-Lösungen in die anderer Systeme, etwa die Buchhaltung, gilt es noch zu lösen", sagt der Berater.

Welche Lösung ist die beste?

Doch welches ist nun die richtige Lösung? Da muss der erfahrene Berater selbst lachen: "Die Lösung, die am besten zu den jeweiligen unternehmensspezifischen Anforderungen passt", antwortet Hoppe.

Zunächst muss man seine eigenen Anforderungen an ein System formulieren und diese dann mit denen am Markt befindlichen Lösungen abgleichen. Dafür braucht es natürlich einen entsprechenden Überblick. Einen kleinen Ausschnitt gibt es der Marktübersicht unten. Weitere Informationen finden sich im Internet. Dort gibt es eine noch ausführlichere Aufstellung über die TMS-Lösungen.

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Fotolia, Montage: Mannchen

Datum

17. Mai 2013
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